Titel:
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel
Personen:
Weber, Georg Adolf Wikipedia
PURL:
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aufgefahrenen Geschwülste sich aller Bemühungen ungeachtet
nicht zur Eiterung bringen ließen.
Mit dieser Beschreibung stimmt die von Rumpelt über
die 1676 in Chursachsen vorgekommene Milzbrandseuche ziem
lich überein. Doch theilt Rumpelt Folgendes außerdem mit:
Die Thiere, die am Milzbrände erkrankten, standen ru
hig, stampften nicht, brüllten nicht, und zeigten keine inner
lichen Schmerzen; einige waren auf dem Rücken empfindlich
und bogen sich, wenn man stark längs dem Rückgrade hin
mit der flachen Hand strich; selbst die Geschwülste schienen ih
nen nicht viele Schmerzen zu machen, denn man konnte frei
damit Handthieren und sie öffnen, oder Schnüre durchziehen.
Will theilt uns folgende Beobachtungen über die Kenn
zeichen des Milzbrandes mit.
Einige Stücke schienen mir, wie vom Koller befallen, in
dem sie sich fest gegen den Barn stellten und auf die Mauer
drückten; andere thaten wie rasend; die dritten gaben Zeichen
von Magenschmerzen und Bauchgrimmen, indem sie unruhig
waren, mit den Vorderfüßen scharrten, sich niederlegten, schnell
wieder aufsprangen (und aufgeblähet wurden); die vierten be
kamen plötzlich einen starken Husten, zogen stark in die Flan
ken und ächzten laut. Andere wurden zuletzt kreuzlahm. Die
Jnguinaldrüsen schwollen an; die Milch wurde gelblicht; ein
zelne Theile, als: die rechte oder linke Seite des Hinterleibes,
der Schlauch, der vordere Theil der Brust, die rechte oder die
linke Schulter geriethen in starken Schweiß, und zwar wurde
dies vorzugsweise an Pferden, Zug- und Mastvieh beobachtet.
Laubender giebt folgende Kennzeichen des Milzbrandes an:
Die Thiere sterben plötzlich unter den vorausgegangenen An
zeichen von höchstem Wohlsein, sie fallen vor dem Wagen,
am Pfluge, mitten in der kräftigsten Arbeit, vor der Krippe
mit dem Bissen im Maule, und die Sage verbreitet sich dann
vom Landmanne, vom Hirten, „sein Ochs, seine Kuh u. s. w.
seien vom Schlage (Erdsturze) getroffen wordeji" Während
sie todt niedergestürzt sind, fahren noch manchmal Beulen und
Geschwülste an ihnen auf; in einzelnen andern Fällen ergeben
sich blutige Ergießungen durch das Maul, die Nase und den
Aster. In weniger akuten Fällen erscheinen die Thiere be
täubt und verwirrt, stehen traurig, in sich gekehrt, haben den
Kopf in beständiger Abwechselung, schütteln sich, verrathen in
nere Angst, die Augen stehen starr und wild hervor, wanken
endlich, fallen um, und unter mehr oder weniger heftigen Ver
zuckungen sterben sie. — Wo die Krankheit aber mehr chro
nisch verläuft, sind die Thiere mehr träge, matt, zerschlagen;

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