Titel:
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel
Personen:
Weber, Georg Adolf Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN647365456/25/
im Stalle legen sie sich, und stehen auch dann nicht auf,
wenn Jemand zur rechten Zeit zur Fütterung kommt, selbst
Schläge können sie nicht zum Aufstehen bringen. Auf der
Weide bei der Heerde sondern sie sich ab, bleiben hinter der
selben zurück, stellen sich einsam und traurig in den kühlen
Schatten eines Baumes, wiederkäuen nicht, holen langsam
und tief Athem, sind überhaupt betäubt, verwirrt und ziem
lich unempfindlich; melkende Kühe geben wenig oder gar keine
Milch mehr; manche andere sind unruhig, vorzüglich die im
Stalle gehaltenen schauen wild rückwärts, wechseln öfters mit
Liegen und Stehen, brüllen, schreien öfters und schäumen mit
dem Munde; das Flotzmaul hat nicht mehr seinen nassen glat
ten Spiegel, sondern ist mehr trocken und mit Perlentropfen
besetzt; Puls- und Herzschlag sind kaum fühlbar. Manche an
dere stellen sich öfters zum Misten an, ohne aber dasselbe voll
bringen zu können.
Von Am-Pach vergleicht den Milzbrand mit dem anstecken
den Typhus des Menschen und schildert uns den Milzbrand
wie folgt. Vorboten sind: Herabhängender Kopf, den die
Thiere, um seine Schwere weniger zu fühlen, auf erhabene
Gegenstände, z. B. auf die Krippe, oder anderes Holzwerk
auflegen; wässerichte Augen und steifer, starrer Blick; der Gang
ist wankend und schwerfällig, die Füße werden im Gehen hö
her als gewöhnlich empor gehoben, die Eßlust ist gering, in
den Handlungen zeigt sich Bösartigkeit, die Thiere stoßen und
schlagen auf die sich ihnen Nahenden, selbst auf die Wärter;
die Thiere werden stumpfsinniger, und ihre Munterkeit ver
mindert sich auffallend; einige lassen ihre Stimme so vielfäl
tig vernehmen, daß die Wärter durch diese oft und ungewöhn
lich gehörten Töne aufmerksam gemacht unter der Heerde aus
der Weide, oder im Stalle nachsehen; Arbeitsthiere ermüden
leicht und gerathen bei der Arbeit in sonst nicht gewöhnliches
Schwitzen, alle willkührlichcn Bewegungen werden träge, die
Mistung ist fester, und die Furcheneindrücke im Miste sind
deutlicher. Geht die Krankheit weiter in ihrem normalen Ver
lauf, so entsteht nun
das erste Stadium, das Reizstadium.
Frost ist mäßig, unmerklich; die Haare sträuben sich auf
der Wirbelsäule bis zum Kopf, die Hinterfüße zittern, und die
oberflächlichen unter der Haut gelegenen Muskeln zucken, matt
ist jede willkührliche Bewegung, jede Anstrengung unmöglich
und eine allgemeine Ermattung sieht man ihm deutlich an.
Am Flotzmaule, an dem Grunde der Hörner und an den
Klauen bemerkt man einen Wechsel zwischen brennender Hitze

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