Titel:
Abhandlungen für Pferdeliebhaber und Thierärzte, besonders für Officiere, Güterbesitzer und Oekonomen
Personen:
Renner, Theobald Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN654066329/222/
Kops mit der rothsammeten Kappe verhüllt war, am Wurf
fessel auf der linken Hand tragend.
Fast allen diesen Falken waren Schellen angehängt, um
sie, wenn sie sich nach abgenommener Kappe gegen den Ge
genstand der Jagd erhoben, diesen aber nicht gefangen hatten
und nun verfliegen sollten, leichter wieder auffinden zu können.
In diesem Falle hat der Falkonier oftmals weit zu reiten,
ehe cs ihm gelingt den Vogel zu finden. Die Leichtigkeit
ihn wieder zu haschen hängt von dem Grade der Zähmung
desselben ab, die bei allen nicht gleichmäßig ausfällt. Stürzt
aber der Falke mit seiner Beute zu Boden, so darf der Fal-
konicr gleichfalls nicht säumen, ihn zu erreichen, weil er auch
in diesem Falle, nachdem er sie schnell zerrissen hat, bisweilen
das Weite sucht.
Die Falkenjagd gehört daher zu denjenigen Uebungen,
welche Kühnheit und Geschicklichkeit des Reiters und Güte
seines Pferdes in Anspruch nehmen, weßwegen cs mir Freude
gemacht hat, in öffentlichen Blättern gelesen zu haben, daß
man in Belgien und Frankreich daran denkt, sie wieder auf
leben zu lassen, und daß man wieder Falken aus Falkens-
wörth bei Herzogenbusch, einem von alten Zeiten her wegen
des Falkenfanges berühmten Orte, kommen läßt.
Die Erfindung der Falkenjagd stammt wohl ohne Frage
aus dem Orient und ist dieselbe auch wohl daher nach Ruß
land gekommen. Auch im übrigen Europa scheint sie nicht
vor der Völkerwanderung bekannt gewesen zu sein, wohl aber
vor den Einfallen der Mauren und Sarazenen, welche letz
tem sic gleichfalls sehr liebten. Denn Bvnifacius gewann
schon einen sächsischen Fürsten mit dadurch für die Sache des
Christenthumes, daß er ihm abgerichtete Falken von größerer
Art, die auf Kraniche und Reiher stiessen, verschaffte. Er
funden wurde sie bei den berittenen Rationen des Orients,
indem sie zu denjenigen Jagden gehört, bei welchen der Jä
ger zugleich ein tüchtiger Reiter sein muß. Bei keiner Ge
legenheit überzeugte sich der französische Thierarzt Damoi-
seau so sehr von der Güte und Sicherheit der Pferde der
Wüste als auf einer Falkenjagd auf einem sehr unebenen Ter
rain, die ein Schcik (bei dem er sich im Jahre 1820 aufhielt,

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