Titel:
Abhandlungen für Pferdeliebhaber und Thierärzte, besonders für Officiere, Güterbesitzer und Oekonomen
Personen:
Renner, Theobald Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN654066329/45/
von ungehörntcm Rindvieh, über deren Aeußcres und Naturell
mein vortrefflicher Lehrer der Herr Professor Rudolphi im
2ten Theile seiner Reisebemerkungcn sehr interessante Notizen
geliefert hat, in Rambouillet ein Opfer der Seuche wurde.
Jetzt noch, ehe ich abbreche, eine kurze Wiederholung
der Sätze, über welche wir einig wären und um deren Fest»
stellung es mir zu thun war.
Die Rindviehpest kann nicht durch lange Quarantänen
verhütet werden, weil sie auf dem Marsche unter dem Step-
penviehe hervorgebracht und wahrscheinlich nicht in dem Va
terlande dieser Thiere endemisch ist.
Weil das Steppenvich das einzige ist, unter welchem
wir diese Krankheit von selbst entstehen sahen, so ist Ent
fernthalten des Landviehes von demselben und Sorge der
Niehbesitzer, sich ohne Noth mit demselben Nichts zu schaffen
zu machen, die erste Vorsichtsmaßregel.
Um desto mißtrauischer müssen wir sein, je leichter die
Krankheit unter dem Steppenviche verläuft, worin die Ur
sache liegt, daß Hcerden dieses Viehes ohne ein Stück ver
loren zu haben überall auf ihrem Wege anstecken.
In Friedenszeitcn und beim ersten Ausbruch der Seu
che sind Sperre und Todtschlag die sichersten Maßregeln ih
ren Fortgang zu hemmen.
In Kriegszeiten und wenn die Krankheit schon sehr weit
gekommen, ist von ihnen Nichts mehr zu hoffen und die Se
paration das Einzige was man thun kann.
Ich schließe mit dem Wunsche, daß diese meine Erfah
rungen und Gedanken über die Viehpest, welche ich nur auf
Ihr Geheiß dem Papiere zu vertrauen mich entschließen
konnte, einigen Nutzen für den preussischen Staat haben
möge, welchem ich mich besonders aus dem Grunde verpflich
tet fühle, weil ich seinen Anstalten meine erste mcdicinisch-
veterinärische Bildung zu verdanken habe. Es würde dieses für
mich der schmeichelhafteste Lohn dieser geringen Arbeit sein.
Erlauben Sie mir, Ihnen noch einmal das Gcständniß
der tiefsten Hochachtung ablegen zu dürfen, mit welcher ich
mich nenne u. s. w. u. s. w.
Berlin, im März 1815.

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