Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
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gezeigt seyn; allein die Erfahrung lehrt, daß diese mit dem örtlichen Lei
den, von dem sie herrühren, ohne Weiteres verschwinden.
Indeß hat Morel de Binde, zufolge der von ihm aufgestellten
Hypothese über die Entstehungsart der Krankheit, behauptet, daß wenn
man das Thierchen, vor dessen vollkommener Entwickelung, und ehe das
selbe dem Fuße bedeutenden Schaden zugefügt, in seinem Wohnsitze an
griffe, man den Zweck erreichen würde, die Entwicklung der Krankheit zu
verhüten, und sich eine lange und mühselige Behandlung zu ersparen. So
bald ein Thier hinkt, wirft er es auf den Rücken, untersucht den lahmen
Fuß, reinigt ihn sorgfältig, und sucht die weiße Stelle auf, an welcher
man den Sitz des Thieres erkennt. Zu diesem Ende schneidet er ein we
nig vom Hörne weg, und verdünnt auf diese Weise dasselbe, ohne je bis
aufs Leben zu gehen, nur gerade so weit, daß er die weiße Stelle er
kennen kann, die man bei einiger Uebung sehr schnell entdeckt. So
bald der kleine weiße Punct sichtbar geworden, taucht er die Spitze einer
Federfahne in Salpetersäure, wischt sie ab, so daß kein Tropfen daran
hangt, und streicht dann damit auf der weißen Stelle ein paarmal hin
und her. Sobald ein leichter Dampf aufsteigt, zieht er die Fahne zurück,
und nach Morel de Binde's Behauptung, wird durch dieses einfache
Mittel die Krankheit gehoben. Er versichert, einige Stunden darauf hinke
das Thier nicht mehr, und er habe dieselbe Behandlung selten zum zwei
tenmal vornehmen müssen; man wiederholt sie nur, wenn das Thier am
folgenden Tage noch lahmt (Diese Methode würde besonders in leich
tern Fällen eine allgemeine Empfehlung verdienen, da sie jeden Verband
mit Sicherheit entbehren laßt, wenn man nur immer Leute hätte, welche
das Dünneschneiden des Horns ohne Verletzung der empfindlichen Theile,
ein nicht ganz leichtes Verfahren, gehörig zu machen verständen).
Einige Jahre nach dieser Entdeckung zeigte Hr. Der end er, Guts
besitzer im Arondissement von Boulogne-sur-Mer, der dortigen Gesellschaft
für Landwirthschaft, Handel und Künste ein Mittel an, dem er eine grö
ßere Wirksamkeit als allen bisher bekannten beimißt, und welches, wie es
scheint, mehrere Landwirthe jenes Arondissements und desjenigen von Saint-
Omer mit dem besten Erfolg angewandt haben. Dieses Mittel ist nur Me
Abänderung des Morel de Vinds'schen. Man braucht auf 100 kranke
Schaafe 1 Unze Salpetersäure, 1 Unze Schwefelsäure und ^ Unze rohes Opium;
die letzte dieser Substanzen wird, vor der Vermischung mit den übrigen bei
den, in zwei Eßlöffeln heißen Wassers aufgelöst. Die Anwendungsart ist
ganz wie bei Morel de Binde. Wir haben mit diesen beiden Mitteln
gegen die Klauenseuche vergleichende Versuche angestellt, und sie, gleich bei
Entstehung der Krankheit, nämlich bei der ersten Spur von Hinken, nach
Vorschrift angewandt. Beide gaben dieselben Resultate; nur wirkte die
reine Salpetersäure schneller und sicherer, und-wenn man daher bei diesen
beiden Mitteln stehen bleiben wollte, so wäre das von Morel de Vi ri
tz ö vorzuziehen, zumal da dasselbe einfacher ist, und man es immer vor-
rathig haben kann (und zwar aus der sehr einfachen Ursache, daß durch
den eben so unnützen als kostbaren Zusatz des Opiums ein Theil der
Saure, welche zerstörend auf dasselbe eingewirkt hatte, für die Wirkung verlo
ren gegangen war). Indeß kann man als ausgemacht annehmen, daß

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