Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
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482 Klauenseuche der Schaase.
Fuß mit einem starkem Lappen, den man mit einem in die Köche geleg
ten Bindfaden befestigt. Da in diesem Falle ein einziger Verband we
der zur Heilung noch zur Beseitigung der krankhaften Thätigkeit der Theile
ausreicht, so würde es unvorsichtig seyn, das operirte und verbundene
Thier unter die übrigen zu lassen; denn wiewohl der Fuß umhüllt ist, so
kann doch die von den kranken Oberflachen ausgesonderte Materie durch die
Leinwand an die Streu dringen, mit den Füßen gesunder Thiere in Be
rührung kommen, und auf diese Art die Krankheit fortpflanzen. Um also
den Fortschritten derselben in einer Heerde vorzubeugen, hat man
Patienten der Art zu isoliren. Ist man genöthigt, einen Verband an
den Fuß zu legen, und gehen die kranken Thiere auf die Waide, so wird
derselbe gewöhnlich naß, in welchem Falle man ihn alle Tage zu erneuern
hat. Bei trocknem Wetter kann man sich damit begnügen, alle 2—3
Tage zu verbinden. Wenn der Zustand der Wunde sich bessert, und eine
baldige Heilung erwarten laßt, welche durch die Festigkeit und das Tro
ckenwerden der früher weichen und ulcerirten Oberflachen, so wie durch
das Nachwachsen jungen Horns angekündigt wird, so kann man die Ver
bände noch weiter auseinanderlegen. Die Leiden, die sympathischen Er
scheinungen und das Hinken hören indeß weit früher auf, als die Wunde
diese günstige Beschaffenheit annimmt.
Was die Röthung und das Ausschwitzen von Lymphe anbetrifft,
welche sich in dem Zwischenklauenspalte zeigen können, so sind diese Er
scheinungen nur secundar, und an sich wenig gefährlich. Gewöhnlich kann
man sie durch mehrmaliges Waschen mit kaltem Wasser beseitigen. In
dem Falle, wo das Uebel so bedenklich ist, daß man mit diesem Mittel
nicht ausreicht, wendet man das vegeto - mineralische oder das Rabelsche
Wasser an. e /-" J
Wenn die Klauenseuche tiefgehende Störungen angerichtet hat, wenn
Fisteln, Eitersacke, Vegetationen vorhanden sind, so schneidet man die letz-
tern mit dem Bistouri oder einer krummen Scheere aus, je nachdem das
eine oder andere Instrument bequemer ist, und verbindet die Wunde, wie
oben angegeben, wenn nicht etwa die krankhaften Veränderungen so bedeu
tend sind, daß alle weichen Theile desorganisirt und in eine Art von Zer
setzung übergegangen zu seyn scheinen; in diesem Falle muß man nach
Zerstörung sämmtlicher Auswüchse den Fuß in ein Bad von Pottaschen
wasser bringen, und später mit einem tonischen oder bittern Pulver bepu-
dern (Bei tief gehender Entartung der Fleischwand und Fleischsohle bleibt
manchmal nichts anders übrig, als dieselben geradezu vom Hufbeine mit
dem Messer abzuschaben und dieses Verfahren selbst in dem Falle zu
wiederholen, wenn die nachwachsenden wiederum eine schlechte Beschaffenheit
zeigen sollten). Wenn sich nach einigen Tagen das Ansehen der Gewebe gebes
sert hat, so wendet man, wie im vorhergehenden Falle, die Actzmittel an, und
bedient sich dann gern der ägyptischen Salbe, deren Wirksamkeit sich, durch
Abänderung des Verhältnisses der Bestandtheile, immer beliebig modisici-
ren läßt.
Es hält immer sehr schwer, einer großen Anzahl von fußkranken Schaa-
fen Verbände anzulegen und letztere regelmäßig zu wechseln. Unter diesen
Umständen, wo man nicht Leute genug zu seiner Disposition hat, vcrbie-

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