Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN663995523/564/
durch einen Stein von gelblicher gypsartiger Masse und der Größe eines
Taubeneies vollkommen verstopft sey. Dieser Stein wurde durch eine Art
Wulst zurückgehalten, der in dem Darme vorsprang. Bei der Höhe des
Pförtners waren die Magenmembranen verdickt.
Die zweite Beobachtung wurde im Mai 1618 an einem 6jährigen
Pferde angestellt, welches die Gewohnheit, auf die Krippe zu köken, plötz
lich annahm. Man sah dasselbe eines Tages auf einmal sehr unruhig
und beängstigt werden, sich abwechselnd legen und wieder aufstehen, sich
auf den Rücken ausstrecken, wobei die Vorderbeine auf den Brustkasten
niedergebogen waren, kurz alle diejenigen Symptome darbieten, welche Ma-
gencolik characterisiren. 5 Tage lang wurden alle erdenklichen Mittel
vergebens angewandt, und das Thier crepirte, ohne daß die Symptome
im Geringsten nachgelassen hatten. Der Magen war mit sehr flüssigem,
unerträglich stinkendem Speisebrei angefüllt, und seine ganze Schleimhaut,
so wie ein 2 Fuß langes Stück des Dünndarms, schwarz und gangrä
nös. Der Dünndarm war durch ein faseriges Band, welches sich an dem
rechten Lappen der Leber anheftete, so verengt, daß die Höhlung des
Darms höchstens den Durchmesser einer gewöhnlichen Bouteille (Was
für einer? Der Dünndarm hat hier nicht das Caliber einer gewöhnli-
chen Bouteille) besaß
Die dritte Beobachtung schreibt sich vom Januar 1822 her, und
bezieht sich auf ein vjähriges Pferd, welches feit 4 Jahren an Coliken
litt, die 3—4 mal wöchentlich regelmäßig eintraten, und von einer mehr
oder weniger starken Aufblähung begleitet waren, die sich durch bloßes
Herumführen bald verlor. Dieses Thier kökte beständig, selbst wenn es
Hafer fraß, auf den es sehr begierig war, vorzüglich aber nach der Mahlzeit.
Häufig verschluckte es, wie G 6 r a r d sagt, während derselben eine so große Menge
Luft, daß es aufgebläht war. Die Brust - und Bauchmuskeln zogen sich dann
mit solcher Kraft zusammen, daß der Körper des Thieres genau cylindrisch
wurde. Wenn das Thier im vollen Köken war, .fand eine Art von Vo-
miren statt; aus Maul und Nase floß ein dicklicher, zäher, weißlicher
Schleim; indeß bemerkte man diese Erscheinung erst seit 6 Monaten.
Als es eines Tages im Schritt herumgeführt worden war, was sich we
gen seiner fast zur Gewohnheit gewordenen Aufblähung nöthig ge
macht hatte, wollte es die Krippe fassen und köken, als es plötzlich nie
derstürzte, sich abmühetc und fast augenblicklich verendete. An der Spei
seröhre und dem Magen zeigte sich nichts Besonderes. 4—5 Zoll vom
letztem war der Zwölffingerdarm von einem faserig-gefäßreichen, sehr
dichten, handbreiten und etwa 6 Zoll langen Gewächs umschlossen. Die
ses membranenföcmige Anhängsel war mit den seitlichen Theilen, die dem
9., 10. und Ilten Rückenwirbel entsprachen, sehr fest verwachsen, und der
Durchmesser der davon umspannten Darmportion ungefähr um ■§ enger,
als im natürlichen Zustande.
Die vierte Beobachtung Görard's bezieht sich auf ein rotziges
Pferd, welches seit sehr langer Zeit unaufhörlich kökte, und am 5. Au
gust 1823 todtgcstochen wurde. Vom Pförtner aus etwa 8 Zoll weit
waren die Membranen des Dünndarms 7 — 8 Linien dick, und so wie

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