Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
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verfressenden, jene Erweiterung der Speiseröhre oder Art von Vormagen,
in welcher die Nahrungsmittel eine Zeitlang bleiben, ehe sie in den eigent
lichen Magen übergehen. Ligneau hat an Truthühnern eine Art von
Wassersucht dieses Theils beobachtet, welche durch Niedergeschlagenheit,
Blasse der warzigen Kopflappen, Mangel an Freßlust und Ekel characte-
risirt war. Die Thiere ließen sich greisen, ohne zu fliehen, und waren
vollkommen kraftlos. Bald gesellte sich zu diesen Symptomen eine ge
ringe Anschwellung des Kopfes, welcher nach etwa 10 Tagen ein bedeu
tendes Volum annahm. Ligneau zapfte fast eine Pinte Flüssigkeit ab.
Durch Drücken am Kropfe ließ sich derselbe nicht vollständig durch den
Schnabel ausleeren. Die eben erwähnten Symptome verschlimmerten
sich alsdann, und das Thier crepirte nach 15—18 Tagen.
Bei Oeffnung der Eadaver fand sich im Kropfe eine größere oder
geringere Menge von einer schwärzlichen, stinkenden, mit Kieselsteinen ver
mischten Flüssigkeit; die Schleimhaut war mit gangränösen Flecken be
deckt. Der Magen enthielt bloß die kleinen zur Zerreibung der Nahrungs
mittel dienenden Steinchen; allein die Därme und die Eloake waren ent-
zündet, und auf ihren Oberflächen bemerkte man dieselben brandigen Stel
len, wie am Kropfe. Der Körper war ungemein abgemagert.
Diese sämmtlichen pathologischen Verletzungen wurden dem unge
wöhnlich heißen und trocknen Wetter, und vorzüglich dem mit vielen ro
then Würmchen angefüllten Sumpfwasser zugeschrieben, von welchem
jene Thiere gesoffen hatten. Ligneau ließ au dessen Stelle sogleich
reines Wasser treten, zapfte bei allen kranken Truthühnern die Flüssigkeit
aus dem Kropfe, mittelst eines am untern Theile angebrachten Lanzetten
stichs, ab, und spritzte täglich 2 mal mittelst einer kleinen Spritze ein
schwaches mit etwas Franzbranntwein versetztes Chinadecoct ein. Vom
zweiten Tage an steckte er die Thiere mit einer Mischung von Eidotter
und Brodtkrume, und als am dritten Tage die Wunde geschlossen war,
injicirte er das Decoct durch den Schnabel, und ließ nach und nach die
gewöhnliche Diät wieder eintreten. Diese Behandlung hatte einen guten
Erfolg.
2) Kropf (struma), eine gewöhnlich indolente(und zuweilen be
wegliche, zwischen dem Kehlkopf, der Luftröhre und der Haut liegende Ge
schwulst, welche durch die regelwidrige Vergrößerung des corxus thyroi-
deum entsteht. Der eigentliche Kropf ist bei den Thieren im Allgemei
nen höchst selten und fast gar nicht studirt; nur der Hund ist demselben
ziemlich häufig unterworfen, und in dem Berichte der Arbeiten der kö
niglichen Veterinärschule zu Lyon vom 24. October 1824 liesst man, daß
der Kropf der Hunde dreimal durch Blutegel und lindernde örtliche Mit
tel, worauf Einreibung von Jodinepomade und Jodinetinctur folgten, ge
heilt worden ist.
3) nennt man'Kropf eine mehr oder weniger dicke mit Lymphe ge
füllte Geschwulst, welche sich im Kehlgang der an Faulkrankheit leidenden
Schaafe bildet, und je nachdem die Witterung feucht oder trocken ist, oder
je nachdem das Tbier geruht oder sich Bewegung gemacht hat, erscheint,
oder verschwindet (s. Faulkrankheit) (Um solche Schaafe betrügeri
scher Weise noch an den Mann zu bringen, wird das Wasser durch kleine

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