Titel:
Wörterbuch der Thierheilkunde ; Zweiter Band von F bis K
Personen:
Hurtrel d'Arboval, Louis Henri Joseph Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN663995523/611/
Krchpocken. 609
Hautstiche entleert). Aehnliche Geschwülste bemerkt man an Pferden bei
der Druse (s. Druse) (Aehnlich sind diese Geschwülste, welche den
provincicllen Namen Kropf für Druse im nordöstlichen Deutschland veran
lasset haben, jenen bei der Faule der Schaafe nicht, indem sie niemals wäs
seriger Natur sind und gern in Eiterung übergehn).
4) Der Bruch der Speiseröhre (Hennin oesophagi), welche immer in den
losen Theilen derselben nach hinten zu stattfindet- Wenn einige fremde Körper,
einige Nahrungsmittel in diesem Theile stecken bleiben, so bildet sich eine
größere oder geringere Erweiterung desselben, wobei die Muskelhaut theil-
weise zerrissen, und die Schleimhaut in Gestalt eines Sacks vorgedrängt
wird. Dieser Zufall kommt §umal bei den fleischfressenden Thieren, doch
auch'bei'm Rinde und Pferde, bei dem letztem jedoch seltner, vor. Man
hat Hernien dieser Art gesehen, welche einen Stalleimer voll Speisedrei
enthielten. Man erkennt sie an keinem andern Symptome, als daß Spei
sedrei durch die Nasenlöcher und das Maul ausfließt, und die ausgerülps'te
Lust einen unangenehmen sauern Geruch hat. Bis jetzt kennt man noch,
kein Heilmittel. Barthelemy hat eine 6jährige Stute beobachtet, wel
che an dieser Krankheit litt und aus deren Maul und Nasenhöhlen häufig
eine beträchtliche Quantität schleimigen Speisedreies lief. Bei diesem
Thiere war die Halsportion der Spciseröbre unnatürlich erweitert. Als
das Thier crepirt war, fand man 1) den Magen nach dem rechten Ende
der großen Krümmung zu geborsten; 2) die Halsportion der Speise
röhre auf eine Strecke von 8 Zoll Lange erweitert, und die Wände die
ser Portion verdünnt. Die Erweiterung war nach oben zu nicht so bedeu
tend, als nach unten zu, und am Ende des Sacks befand sich ein klei
nes rundes altes Geschwür, dessen vorspringende callöse Ränder eine Art
von Wulst bildeten. Vergleiche den Art- Erbrechen.
Kropfbrandbeule der Schweine, s. Borste, weiße.
Kropfseuche, s. Angina.
Kröte der Schaafe und Rinder, siehe Klauenwurm der
Schaafe und Klauenspaltentzündung der Rinder.
Krümme, Krümpe, s. Klauenseuche-
Kuhfuß, s. Fuß, Krankheiten des, Abth. Ochsenfuß.
Kuhpocken (Variola vaccina vera). Eine der Kuh eigenthümli
che Krankheit-, bei welcher am Euter oder an den Strichen (Zsten) Pu
steln oder Blattern ausbrecben, welche anfangs den entzündlichen Chara
kter haben, später aber in Eiterung übergehen und abtrocknen, wie die Pok-
ken der Schaafe. Die Krankheit ist den Individuen, an denen sie sich
zeigt, nicht gefährlich, und ist in Bezug auf mehrere Thierarten und - den
Menschen contagiös; allein das ansteckende Princip ist nicht flüchtig. Es
ist, wenn sie in einen andern Körper übertragen werden soll, eine unmit
telbare Berührung, eine wahre Inokulation nöthig. Wenige Krankheiten
haben die Aufmerksamkeit der Aerzte so viel und so ernstlich in Anspruch
genommen, wie diese. Man hat geglaubt, die Kuhpocken und Menschen
pocken seyen eine und dieselbe Krankheit; daß aber die erstem aus einer
reinern Quelle stammen, indem sie bei einem Thiere vorkommen, welches
Wörterbuch der Thierheilkunde II. Bd. 39

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