Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/145/
lichsten Venenstämme (f. s.), welche gerade über den Kopf her zu beiden Seiten das
Blut von der \ena terminalis wieder in den Embryo führen. Von dem Umkreise der
Vena terminalis an ist das Ei in die in dieser Lage nicht erkennbare Erweiterung des
Uterus eingesenkt, und von hier an sind auch alle Eihäute so innig unter einander
und durch den Uterus vereinigt, dass es nicht gelingt, sie zu lösen. Die Allantois (h.)
lag auch schon den Uterinanschwellungen dicht an, und musste bei Eröffnung des
Uterus sorgfältig gelöset werden.
Rücksichtlich der Krümmungen, in welchen man den Embryo jetzt erblickt, so
wird dadurch seine Untersuchung nicht wenig erschwert. Auch will ich hierbei er
wähnen, dass wegen dieser Krümmungen, welche die Säugethierembryonen in früher
Zeit zeigen, die Angabe ihrer Maafse gar keinen Anhaltspunkt für den Grad ihrer
Entwicklung giebt. Denn sie sind oft, wenn alle Organe in ihren ersten Anlagen
schon entwickelt sind, wegen dieser Krümmungen kaum grösser, als zu der Zeit, wo
sie noch ganz oder fast ganz gerade in der Ebene der Keimhaut liegen, und Herz und
Centralnervensystem eben angedeutet sind. Erst später, wenn die Gestaltung des Körpers
unter Hervorbrechung der Extremitäten sich mehr der bleibenden genähert hat, können
diese Maafse als Bezeichnungen für gewisse Entwicklungsstadien benutzt werden.
Der Embryo ist ferner aul diesem Stadium in der Entwicklung seines Central
nervensystems fortgeschritten. An der ersten primären Hirnzelle bemerkt man vorne
und an den Seiten, auf welchen die Augen zu ruhen scheinen, ein stärkeres Hervor
wuchern, wodurch sich diese vordere Partie (d.) von einer hintern (e.) zu sondern an
fängt, und wodurch bei weiterer Ausbildung dieser Sonderung v. Baer’s Vorderhirn
und Zwischenhirn aus der ersten primitiven Hirnzelle hervorgehen. Die zweite pri
märe Hirnzelle (£), die v. Baer jetzt das Mittelhirn nennt, ist ansehnlich erweitert,
und gerade in ihr ist die Hirnmedullarröhre mit dem ganzen Kopfe stark nach vorne
gebogen (Reichert’s Gesichtskopfbeuge). Die dritte primäre Hirnzelle (g.) steht nach
oben noch weit offen, und ihre Scheidung in v. Baer’s Hinterhirn und Nachhirn
hat noch nicht begonnen, da sich bis jetzt das Hinterhirn oder kleine Gehirn noch nicht
über den obern Theil herüber zu wölben angefangen hat. — Auge und Ohr (h. und i.)
erscheinen noch in der frühern Form als helle Ringe. -— Unter dem Kopfe hat sich
ein zweiter Visceralbogen (1.) gebildet. — Der Herzkanal ist stark zusammengekrümmt,
und seine erste Krümmung rückt hinter der zweiten allmälig immer weiter von links
nach rechts. — Endlich im kahnförmig ausgehöhlten untern Körpertheile des Embryo
haben sich vor der Wirbelsäule und zu beiden Seiten des Darmrohres die Wolff-
schen Körper gebildet (Fig. 70.). Diese sind hier auf einem noch frühern Stadium
ihrer Bildung, als sie J. Müller von einem in der Krümmung 3'" messenden Mäuse
embryo abgebildet hat (Bildungsgesch. der Genitalien. Tab. III. Fig. 1. B. d.), indem
die Extremitäten bei diesem schon hervorgebrochen waren. Auch konnte ich sie nur
bei stärkerer Vergrößerung und durchfallendem Lichte an ihrer hellem Färbung er
kennen Die Organe wurden aber in der von Müller beschriebenen Form durch

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