Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/15/
Erstes Kapitel.

Von dem unbefruchteten Kaninchen- und Säugethier-Eie überhaupt.

So wie die Möglichkeit einer Erkenntniss der ersten Entwicklung der Säugethiere und
des Menschen überhaupt durchaus abhängig war von der Entdeckung des unbefruchteten
Eies im Eierstocke, so müssen wir auch bei der Absicht, die Entwicklung des Eies einer
Species zu verfolgen, zunächst über die Beschaffenheit des unbefruchteten Eies ins Reine
kommen, zumal da die Stimmen über diesen Gegenstand bis jetzt keineswegs vereinigt sind.
Der Eierstock des Kaninchen bildet ein etwas platt gedrücktes, ovales, etwa doppelt
so langes als breites Organ, welches mit seinem Längendurchmesser in der Längenaxe des
Körpers liegt. Er ist nicht wie bei anderen, z. B. reissenden Thieren, in einer von dem
Eileiter ausgehenden Kapsel des Peritonäums eingeschlossen, wird aber an seiner vordem
oder untern Fläche doch auch von den Fimbrien des Eileiters und dessen Mesenterium
bedeckt. Entblöfst man ihn von dieser Bedeckung, so sieht man bei zeugungsfähigen Thie
ren stets eine ziemlich grosse Anzahl kleiner wasserheller Bläschen, Graafischer Follikel, an
seiner Oberfläche, von denen sich meistens einige durch ihre bedeutendere Grösse und ihr
Hervorragen über die Oberfläche des Eierstocks auszeichnen. Betrachtet man sie genau,
besonders die nicht sehr angeschwollenen, so bemerkt man oft schon mit unbewaffnetem
Auge einen ganz kleinen weissen Fleck an einer Stelle ihrer inneren Oberfläche, das durch
schimmernde Eichen.
Den Graafschen Follikel studirt man am besten an den grösseren angeschwollenen
Exemplaren. Es ist nicht schwer, einen solchen mit Messer und Pincette aus dem Eier
stocke, seiner Lagerungsstätte oder Stroma, herauszupräpariren, da man nur einen lockern
Zellstoff und feinere aber zahlreiche Gefässe zu trennen hat. Man überzeugt sich dann
ferner leicht, dass der Follikel aus unbestimmten Schichten von hautartig verwebten Zell-
gewebfasern gebildet wird, zwischen denen die Gefässe sich verbreiten, und kann dieselben
so lange trennen und abziehen, bis man zuletzt auf eine äusserst feine aber doch auch aus
Fasern gebildete Hülle kommt, welche auch die letzten Ramificationen der Blutgefässe ent

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