Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
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sind, wobei ihre scharfen Gränzen verwischen, und sie untereinander wieder zusammenzu
fließen scheinen. Etwas weiter in dem Eileiter sind diese Zellen fast schon ganz verschwun
den, man sieht nur noch einzelne Geberreste von ihnen auf der Zona, und auch diese ver
schwinden endlich ganz, so dass das Ei nun nackt mit seiner Zona zu Tage tritt, und
deshalb jetzt wegen seiner Kleinheit und geringen Dichtigkeit sehr schwer zu finden ist.
Die Zona ist unverändert, nur etwas, bei verschiedenen Thieren verschieden, angeschwollen,
sowie aber die Zellen des Discus von ihr verschwinden, sieht man sie nun immer mit
Saamenfaden besetzt, die ich aber nie mehr in Bewegung sah. Der Dotter hat auch noch
ganz dasselbe Ansehen wie im Eierstockei. Er ist in der Regel gleichförmig, feinkörnig,
grumös, indessen sah ich auch hier einmal ein Ei mit einem dunkelfleckigen Dotter, wie
ich sie schon oben unter den Eierstockeiern erwähnt habe, während die dicht danebenlie
genden Eier dieses Ansehen nicht hatten. Anfangs füllt ferner der Dotter die Höhle der
Zona meistens noch ganz aus; sehr bald aber ist dieses nicht mehr der Fall. Er zieht
sich von der Zona verschieden stark zurück, so dass zwischen jener und ihm eine durch
sichtige Flüssigkeit sich sammelt, in welcher man meistens zwei oft verschieden grosse Kör
ner schwimmen sieht. Vergebens suchte ich in allen in den Eileiter eingetretenen Eiern
in dem Dotter nach einer dem Keimbläschen gleichen Bildung. Weder unter dem Com-
pressorium, noch durch Oeffnen und Zerschneiden des Eies mit einer feinen Nadel konnte
ich ein solches beobachten. Nur zuweilen glaubte ich im Innern des Dotters einen
etwas hellem, aber kleinern Fleck als das Keimbläschen zu bemerken, konnte mir aber
nie eine entscheidende Gewissheit über denselben verschaffen. Ich bemerkte aber bei
diesen Manipulationen des Eies, dass der Dotter offenbar an Cohärenz zugenommen hatte.
Seine Elemente verbreiteten sich nicht mehr in der umgebenden Flüssigkeit, sondern wenn
ich das Ei mit der Nadel theilte, so blieb auch jedes Segment des Dotters für sich. Zu
gleich zeigte sich der Dotter auch noch in dem geschlossenen Eie sehr empfindlich gegen
diese Flüssigkeit. Im Wasser geschah es bald, dass der die Zona nicht ganz mehr aus
füllende Dotter sich ausdehnte und die Zona wieder bald erfüllte. Daher darf man dieses
Medium nicht anwenden, wenn man sich von diesem Zurückweichen des Dotters von der
Zona überzeugen will. In dichteren Flüssigkeiten, Speichel, Humor aqueus, Eiweis mit
Salzwasser, bemerkte ich oft umgekehrt, dass der Dotter sich unter meinem Auge bedeu
tend contrahirte, sehr viel kleiner wurde und stark von der Zona entfernte. Eine den
Dotter einschließende besondere Hülle, eine Dotterhaut, außer der Zona konnte ich auch
an diesen Eiern nie erkennen.
Die Eier ein und desselben Kaninchen in demselben Eileiter, die kaum eine Linie
weit von einander liegen, zeigen zuweilen die verschiedenen hier erwähnten Beschaffen
heiten der Eier.
Am 16. April 1840 untersuchte ich ein Kaninchen, dessen Eier ich nur durch Ab
schaben des obern Drittheils des Eileiters auffand. Eines derselben hatte noch seinen Zel
len-Discus ziemlich vollständig (Tab. II. Fig. 16.), in welchem es 0,0074 P. Z. maß. Ein
anderes war nur von seiner Zona umgeben und zeigte in dieser 0,0069 P. Z. im Durchmesser.

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