Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/68/
Die Dicke der Zona war hier nur 0,0004 P. Z. Die Dotter füllten die Zona ganz aus,
doch hatten die Eier schon im Wasser gelegen. Der eine Dotter zeigte ein dunkelfleckiges
Ansehen, welches nach längerer Zeit verloren ging, so dass er nun ganz gleichförmig aussah.
Am 1. Januar 1842 untersuchte ich ein Kaninchen, welches den vorigen Mittag um
12 Uhr zweimal belegt und in der Nacht um 12 Uhr getödtet wurde. Die Eier waren
schon über ly 2 Zoll in den Eileitern vorgerückt. Sie zeigten, noch im Eileiter liegend unter
sucht, noch verschieden starke Spuren der Zellen des Discus, einige gar keine mehr (Tab. II.
Fig. 17, 18 und 19.). Sie massen in der Zona meist 0,0068 P. Z. Auf derselben lagen
zahlreiche Saamenfaden. Sie war zwischen 0,0006 und 0,0008 P. Z. dick. In keinem
Ei füllte der Dotter die Zona aus, sondern war in einigen bedeutend kleiner, nicht rund,
sondern nur ein Segment einer Kugel zuweilen mit ungleichen Rändern. In dem Raume
zwischen dem Dotter und der Zona befand sich eine wasserhelle Flüssigkeit, und in meh
reren Eiern zwei rundliche, verschieden grosse 0,0005 — 0,0007 P. Z. Körner oder Zellen
mit einem sehr blassen Kerne. Der Dotter selbst war in allen gleichförmig feinkörnig,
grumös, nicht fleckig, und liess bei keiner Vergrößerung, auf das Sorgfältigste untersucht,
irgend etwas von einem Zellenbau erkennen. Das Ansehen seiner Masse war durchaus
dasselbe wie an einem reifen Eierstockei. Bei Anwendung von Druck breitete sich allmäh-
lig die Dottermasse in der Zona aus, nicht mit einem Platzen, wie es hätte seyn müssen,
wenn sie von einer besondern Hülle umgeben gewesen wäre, obgleich die Ränder der
Masse sehr scharf und markirt waren. Bei diesem Drucke glaubte ich mehrmals im Innern
des Dotters einen helleren Fleck zu bemerken, aber nicht sowie sich das Keimbläschen des
Eierstockeies unter ähnlichen Verhältnissen kenntlich macht. Der Fleck hatte keine schar
fen Eontouren, und es gelang mir auf keine Weise, ihn deutlicher zu Gesicht zu bekom
men. Leider habe ich mir nicht bemerkt, ob bei diesen Eiern, welche den Fleck im Innern
zeigten, auch die Körnchen neben dem Dotter vorhanden waren. Ein Ansehen, wie es
Barry’s Abbildungen von Eiern dieses Stadiums in seiner dritten Reihe geben, war zuver
lässig nicht vorhanden.
Am 21. April 1840 fand ich auch nur durch Abtragen des Epitheliums der Eileiter
im obern Drittheil derselben die Eier eines Kaninchens, welches seit 16 Stunden bei dem
Männchen gesessen. Die Begattung hatte ich nicht gesehen. Zwei Eier waren ganz unbe
rührt auf einem Stückchen des abgetragenen Epitheliums liegen geblieben. Sie hatten kei
nen Körnerdiscus mehr, sondern bloss ihre Zona, in welcher sie 0,0069—0,0072 P. Z.
massen. Die Zona war 0,0008 P. Z. dick und mit Saamenfaden bedeckt. Der Dotter
hatte ein gleichförmiges, feinkörniges, grumoses Ansehen, und füllte die Zona nicht mehr
ganz aus. Ich konnte an und in ihm nichts weiter entdecken.
Aus diesen Beobachtungen ziehe ich fürs Erste folgende Schlüsse.
Ich kann Barry nicht darin beistimmen, dass der Dotter, oder wie er ihn nennt
die das Keimbläschen umgebende Masse des befruchteten und eben in den Eileiter einge
tretenen Eies aus Zellen irgend einer Art zusammengesetzt ist, wie er denselben in seiner
dritten Reihe, Fig. 185, 188, 189, 190, 193, 194, 195, 199, 200 etc. abgebildet hat. Man

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