Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/74/
lungsgesch. der Geburtshelferkröte. 1842. p. 61.) diese Drehungen der Embryonen im
Eie auch bei Alytes ohstetricans gesehen. Bei Salamandern scheint sie allein Spall an -
zani bemerkt zu haben. (L. 1. p. 71.). —
Aus diesen Beobachtungen geht hervor, dass röhrende Bewegungen des Keimes im
Eie, hervorgebracht durch mit selbständiger Bewegung begabte Cilien, eine sehr weit ver
breitete Erscheinung in der Thierwelt sind, die desshalb auch höchst wahrscheinlich, we
nigstens unter gewissen Verhältnissen, von Wichtigkeit für irgend ein Entwicklungsmoment
des Eies sind. Ich gratulire mir, so glücklick gewesen zu seyn, ihr Vorkommen wenig
stens auch in einer Ordnung der Säugethiere nachgewiesen zu haben. So lange wir in
dessen über ihre Bedeutung gar nichts Näheres wissen, muss es unentschieden bleiben, ob
sie sich auch da finden, wo sie bis jetzt noch nicht beobachtet worden sind, oder ob sie
vielleicht in höheren Formen mehr nur eine jener nicht wesentlichen, sondern nur beglei
tenden Analogien mit unter anderen Verhältnissen wesentlichen Erscheinungen sind. Ich habe
sie bis jetzt bei Hundeeiern noch nicht beobachtet, obgleich ich solche unter Verhältnissen sah,
wo sie hätten erwartet werden dürfen. Da sie aber jeden Falls nur kurze Zeit und nur
zu einer bestimmten Zeit zu beobachten seyn dürften, so halte ich es für voreilig, ihr
Fehlen positiv behaupten und daher auch ihr Auftreten mehr nur für zufällig betrachten
zu wollen. —
Die Eier, an welchen ich jene Rotationen des Dotters beobachtete, waren, wie ich
auch schon oben bemerkte, von einer sehr dünnen und vollkommen wasserhellen, daher
auch leicht zu übersehenden Schichte eines gallertartigen Stoffes umgeben, und es fand
sich davon vielleicht schon eine Spur bei den am weitesten in den Eileitern vorgerückten
Eiern der auch bereits oben erwähnten Beobachtung vom 1. Jan. 1842. Tab. II. Fig. 19.
Diese Schichte nimmt nun bei dem Weiterrücken der Eier im Eileiter fortwährend zu, so
dass sie am Ende derselben eine Dicke von 0,0030 — 0,0040 P. Z. erreicht. Sie ist es,
durch welche sich das Eichen während dessen fast allein vergrößert, indem die Zona mit
dem Dotter am Ende der Eileiter kaum etwas grösser als am Anfange sind. Das Vor
handenseyn dieser Schichte macht auch das Auffinden der Eichen in dem Endstücke der
Eileiter verhältnifsmäfsig leicht, da sie als leicht erkennbare hell glänzende Pünktchen er
scheinen, weshalb sie hier auch von De Graaf und Cruikshank erkannt wurden. Diese
die Zona umhüllende Masse hat eine geschichtete Textur, und verdient in jeder Hinsicht
die Bezeichnung von Eiweifs, und es geht also hieraus hervor, dass das Ei des Kanin
chens, gleich dem Eie vieler Oviparen, während seines Durchganges durch die Eileiter eine
Eiweissschichte umgebildet erhält.
Auch in diesem Punkte weiche ich daher leider wieder von Barry ab, welcher, wie
wir sahen, behauptet, dass sich durch Verschmelzung einer sich um die Zona anlegenden
Schichte von Zellen eine feine Membran bilde, die er wegen ihrer späteren Beziehungen
Chorion nannte, und zwischen welcher und der Zona sich eine wasserhelle Flüssigkeit an
häufe. Da es sich hiebei um einen der wichtigsten Punkte der Ovologie und einen spe
ciell in Frage gestellten Artikel, nämlich um die Bildung des Chorion handelt, welches sonach

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