Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/95/
Viertes Kapitel.

Von der Entwicklung des Kanincheneies im Uterus bis zum Auf
treten des Embryo.

Säugethiereier aus früher Zeit im Uterus, noch ehe ein Embryo erkennbar war, haben
fast alle Beobachter, welche sich mit diesem Gegenstände beschäftigten, gesehen und be
schrieben. Fast einstimmig beschrieben sie dieselben als sehr kleine wasserhelle Bläschen,
die aus zwei Hüllen gebildet seyen; wie sie aber zu dieser Beschaffenheit kommen, was
diese beiden ineinander eingeschlossenen Bläschen bedeuten, wie sich der später erkennbare
Embryo zu ihnen verhält, darüber gaben nur Wenige irgend einen Aufschluss, und es
haben sich deshalb darüber auch die verschiedensten und irrigsten Ansichten verbreitet.
Ich will indessen genauer jetzt nur noch auf diejenigen meiner Vorgänger Rücksicht neh
men, welche sich speciell mit dem Kanincheneie beschäftigten, und von den Untersuchun
gen der Uebrigen nur das hervorheben, was besonders wichtig auf die Entwicklung der
ganzen Lehre eingewirkt hat.
De Graaf (a. a. 0. Cap. XVI. p. 307.) beschrieb zuerst die Eichen des Kaninchens
bald nach ihrer ersten Erscheinung im Uterus am Ende des dritten Tages als kleine, voll
kommen wasserhelle und völlig frei liegende Bläschen, an welchen er schon zwei Hüllen
erkannte, welche anfangs dicht aneinander lagen, sich dann aber voneinander trenntet! und
entfernten. Diese Erkenntniss zweier Hüllen verschaffte ihm wahrscheinlich schon die An
wendung des Wassers, in welchem sich durch Wirkung von Exosmose eine Trennung
beider Bläschen, durch Zusammenfallen des Inneren, entwickelt. De Graaf sagt dieses
zwar nicht ausdrücklich, allein er bemerkt p. 307: »Haec quamvis incredibilia, levi tarnen
industria nobis demonstratu facillima sunt. In den folgenden Tagen, bis zürn 7ten, sah er
die Eier beträchtlich, nach seinen Abbildungen bis auf 3V 2 P. L. in derselben Beschaffen
heit fortwachsen, und noch immer frei im Uterus. Am 8ten und 9ten Tage war es ihm
nicht mehr möglich, die Eier unverletzt aus dem Uterus heraus zu bekommen; sie enthiel
ten noch immer eine wasserhelle Flüssigkeit, in welcher am 9ten Tage »nubecula quaedam

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