Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
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rara et exilis innatare conspiciebatur“ und am lOten Tage endlich »rüde mucilagineum
embiyonis rudimentum velut vermiusculus delitescebat.“
Hiermit stimmen wesentlich die Beobachtungen von Cruikshank überein. Er sagt
nur noch in seinem neunten Versuche, dass er bei Eichen, die volle sechs Tage alt waren,
und aus einer doppelten Blase bestanden, an einer Seite einen Fleck bemerkte, den er für
den Ort hielt, wo sich die Eier an die Gebärmutter befestigen wollten. Ebenso steht er
nicht an, diese beiden Blasen wieder Chorion und Amnion zu nennen, worin ihm leider
Viele bis auf unsere Tage nachgefolgt sind, ohne sich darum zu kümmern, was aus der
schon an dem Eie im Eileiter von ihm angenommenen Allantois geworden sey. Er er
kannte ferner den Embryo bereits am achten Tage, indem er einen Tropfen Weinessig
auf das Ei fallen liess. Eine genauere Beschreibung der von ihm gesehenen Eier vermisst
man aber durchaus.
Die Untersuchungen von Prevost und Dumas betreffen vorzüglich nur das Hundeei;
doch sagen sie, dass die Eier des Kaninchens sich eben so verhielten (Ann. des sc. nat.
Pr. Serie Tom III. p. l3l.), und ich will deshalb aus denselben vorzüglich das Resultat
hervorheben, dass ihre Untersuchungen darzuthun schienen, dass sich an dem Eie der
Säugethiere ein ähnlicher Fruchthof bilde, wie man ihn von dem Vogelei kannte, so wie
dass die erste Spur des Embryo ein Streifen in diesem Fruchthose sey, den man ebenfalls
bei dem Vogelei den Primitivstreifen nach v. Baer genannt hatte, dass diese Untersuchun
gen daher bereits eine grosse Analogie zwischen der Entwicklung des Vogel- und Säuge-
thier-Embryo’s ahnen liessen.
Auch v. Baer hat sich leider gerade mit dem Kanincheneie aus früher Zeit wenig
beschäftigt. Indessen sind seine Untersuchungen bei anderen Thieren zu wichtig, als dass
ich ihre Resultate nicht auch hier hinzuziehen müsste. Von den zwei Bläschen, aus welchen
auch er das Ei im Uterus bestehen fand, betrachtete v. Baer das äussere als die Hülle
des Eierstockeies, als die Zona pellucida, und nannte dasselbe jetzt Membrana corticalis
oder auch Chorion, da er die Entwicklung von Zotten auf demselben beobachtet zu haben
glaubte. Später, nachdem er gefunden, dass das Ei des Schaafes und Schweines sich im
Uterus mit einer Eiweissschichte umgiebt, wurde er hierüber auch für Hund und Kanin
chen zweifelhaft, wo er indessen nichts der Art gesehen hatte. Sollte sie sich finden, so
würde sie, meint er, vereinigt mit der Zona die äussere Eihaut darstellen. Das innere
Bläschen betrachtete er als aus Verflüssigung der Dotterkörner während der Entwicklung
entstanden, und nannte es Anfangs Dotterhaut, Membr. vitellina, und einen an einer Stelle
desselben beobachteten dunkleren Fleck hielt er Anfangs für das Analogon der Keimhaut
des Vogeleies, Blastoderma, welche bei der weiteren Entwicklung wahrscheinlich den Dot
ter und die Dotterhaut umwachse, und sich mit letzterer verbinde, während sich der Em
bryo in ihrer Ebene entwickle, wodurch sie selbst dann zur Nabelblase werde (Epistola
p. 10. u. 23.). Später änderte er seine Ansicht dahin, dass er das ganze innere Bläschen
als die Keimhaut betrachtete, welche schon von Anfang an als Blase gestaltet sey (Heu
sin ger’s Zeitschrift. II. p. 174. Entwicklungsgesch. II. p. 184.). Den dunklen Fleck in

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