Titel:
Entwicklungsgeschichte des Kaninchen-Eies
Personen:
Bischoff, Theodor Ludwig Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN669016810/99/
keit gewidmet. Es ist mir gelungen, mehr als 70 Eier aus diesem Stadium zu unter
suchen. Allein die Veränderungen erfolgen hier so schnell, und die Schwierigkeiten
des Auffindens und der Behandlung der Eier sind hier so gross, dass ich schwerlich
eine hinreichende Folge von Beobachtungen in dieser Zahl hätte machen können, wenn
ich nicht auf den Gedanken gekommen wäre, die beiden Uteri ein und desselben
Thieres zu zwei auf einander folgenden Untersuchungen zu benutzen. Wenn ich die
Eier in dem Uterus auf einem bestimmten Stadium erwarten kann, so schneide ich
dem lebenden Thiere, nach Unterbindung des Mesometriums und Uterus oben und
unten den einen Uterus aus, was in Zeit von wenigen Minuten, ohne irgend einen
Blutverlust und ohne irgend beträchtliche Schmerzen geschehen ist. Ich untersuche
dann die Eier und lasse mich durch ihre Beschaffenheit zu der Zeit bestimmen, wann
ich auch den anderen Uterus mit oder ohne Tödtung des Thieres untersuche. Da die
Eier zu gleichen Zeiten auf beiden Seiten meistens ganz gleich weit entwickelt sind,
so erhalte ich hierdurch eine Sicherheit in der Succession der Erscheinungen, wie sie
sonst wohl auch mit Aufopferung einer viel grösseren Zahl von Thieren nicht zu er
langen wäre. Die Schwierigkeiten, die sich im Einzelnen der Untersuchung entgegen
stellen, will ich bei den einzelnen Beobachtungen erwähnen. —
Das Ei hat zuerst hoch oben in dem Uterus, gleich nachdem es aus dem Eileiter
getreten, noch fast ganz das Ansehn wie in dem Eileiter, und ist wegen der glän
zenden Beschaffenheit seiner Eiweissschichte ziemlich leicht zu finden, obgleich schon
schwieriger in dem weiten Uterus als in dem Eileiter. Auch ist man zu seiner Auf
findung allein an seine Augen oder an die Methode des Abschabens der Schleimhaut
des Uterus gewiesen, da der Uterus nicht durchsichtig genug ist, um ihn bei durch
fallendem Lichte zu untersuchen, und die Loupe zum Aufsuchen bei auffallendem Lichte
wenig günstig ist.
So fand ich bei einem Kaninchen am 19. Juli 1840 sechs Eier ganz hoch oben im
Uterus an der Insertion der Eileiter dicht bei einander, welche noch ganz den Eierstock
eiern glichen. Sie waren von einer starken Eiweissschichte umgeben, in welcher sie
0,0136 — 0,0148 P. Z. mafsen. Von dieser unterschied sich die mit Saamenfaden be
deckte Zona noch ganz deutlich, in deren Durchmesser die Eier 0,0066 — 0,0071 P. Z.
besassen. Die Zona selbst war gegen 0,0009 — 0,0010 P. Z. dick. Das Innere der Zona
war fast ganz von Dotterkugeln ausgefüllt, die 0,0005 — 0,0009 P. Z. im Durchmesser
hatten (Tab. IV. Fig. 30.). Letztere waren blasser, als sie im Eileiter erschienen,
wahrscheinlich weil sie kleiner geworden, mehr Flüssigkeit aufgenommen und die Dot
terkörnchen dadurch mehr vertheilt waren. Nachdem ich sie durch Oeffnen des Eies
mit der Nadel aus demselben hatte austreten lassen, erkannte ich wieder in mehreren
einen helleren Fleck. Von einer grösseren eliptischen Zelle mit einem hellglänzenden
Kerne, wie Barry sie angiebt und abbildet, sah ich nichts.
Gleich daraus, wenn die Eier ebenfalls noch ganz oben im Uterus und dicht bei
einander sich befinden, haben sie ein scheinbar sehr verändertes Ansehn, welches ich mir

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