Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
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streichen mit frischem, nicht ranzig geworde
nem Oel, Watte) geboten. Scklampp.
Ankylochilie. Ancylochilie (von dyxüXo;,
gebogen, verwachsen, und y_eiho;, die Lippe),
die Verwachsung der Lippen. Franck.
Ankyloglossum (von äyxiXo?, gebogen,
verwachsen, und y).ü>3aa oder ykinrra, Zunge),
die Verwachsung der Zunge mit der Umge
bung. Franck.
Ankylose (von dyy.öho;, winkelig, krumm).
Die Ankylose ist gleichbedeutend mit Gelenk
steifigkeit, ohne Rücksicht auf Winkelstellung,
wie dies die Etymologie des Wortes vermuthen
lassen würde. Man unterscheidet nach ihrem
Wesen vier Arten von Ankylosen: 1. intracap
suläre Ankylose (durch Verwachsung der
Gelenkflächen entstandene ),2.extracapsuläre
Ankylose (durch Verwachsung von hervor
ragenden Knochenbildungen der Gelenkperipherie
entstandene), 3. Pseudankylosen (falsche),
durch Sehnen-oder Muskelcontractur entstandene
und 4. Ankylosen in Folge veränderter
Gelenkform, wie solche bei ungenügendem
oder aufgehobenem Gebrauche eines Gelenkes,
wobei die Gelenkfläche nach und nach an Aus
dehnung verliert, vorkommen. Die extracapsuläre
Ankylose ist bei Pferden sehr häufig (s. Spat,
Schale, Leiste, Ringbein). Berdcz.
Ankylostose. Die Ankylostose ist eine
durch Knochenverwachsung entstandene intra-
oder extracapsuläre Ankylose. Berdez.
Anlagerung, s. 1. Apposition, 2. Naht-
bildung.
Annato ist die englische Bezeichnung für
Orleans, den rothgelben Farbstoff der Samen
schalen der in feuchten Wäldern Central- und
Südamerikas wachsenden Bixa Orellana L.,
welcher in der Milchwirthschaft zum Färben
von Butter und Käse häufige Anwendung fin
det. Durch Schlämmen erhält man aus der
Rohwaare den gereinigten Orleans oder Pure
Annato. Die färbenden Bestandtheile sind das
gelbe 0reihn und das rothe Bixin; letzteres
ist ein saurer harzartiger Körper, der in Al
kalien, Alkohol und fetten Oelen löslich ist.
Die Lösung dieser Farbstoffe in Lein- oder
Hanföl dient als Butterfarbe und wird zu die
sem Zwecke dem zu verbutternden Rahme bei
gemischt. Zur Käsefärbung wird eine Lösung
von Orleans in alkoholischer Natronlauge der zu
verkäsenden Milch vor dem Labzusatz beige
mischt. Die aus Orleans erhältlichen Farb
lösungen für Butter und Käse werden fabriks-
mässig hergestellt und von vielen Firmen mit
Gebrauchsanweisungen billig geliefert. Festr.
Annulatum (auch Anulatum), Ringbein
(s. d.).
Annuli fibrosi arteriosi und Annuli fibrosi
atrio-ventriculares s. venosi, die Faserringe
der arteriellen und venösen Herzkammerostien
(s. Herz unter Herzgerüst). Sussdorf.
Annulus abdominalis, der Bauchring
(s. Canalis inguinalis). Sussdorf.
Annulus cartilagineuss.tendineu$,s. Trom
melfell.
Annulus cruralis, Schenkelring (s. Canalis
cruralis). Sussdorf.
Annulus fibrosus, Faserring, der peri

phere aus Faserknorpel hergestellte Theil der
Zwischenwirbelscheiben, welche die Symphyses
vertebrarum bilden. Sussdorf.
Annulus inguinalis, der Leisten- oder
äussere Baachring (s. Canalis inguinalis). Sf.
Annulus membranae tympani, s. Trom
melfell.
Annulus umbilicalis, der Nabelring oder
Leibesnabel stellt die nach dem in der Bauch-
naht erfolgten Verschlüsse der Visceralhöhlen
des sich entwickelnden Körpers bis in den An
fang des extrauterinen Lebens einzig noch fort
bestehende physiologische Oeffnung der Leibes
wand dar. Sie dient den Gelassen des Placen-
tarkreislaufes zum Ein- und Austritt und lässt
auch den Urachus und Dottergang zu den zu
gehörigen Behältern treten. Nach dem Austritte
des Fötus aus dem Mutterleibe schliesst sich
die Oeffnung in mehr oder weniger kurzer Zeit,
um bis zu diesem Moment noch Gelegenheit
zur Bildung von Hernien, sog. Nabelbrüchen,
zu geben. Sussdorf.
Annulus Vieussenii, der nach dem Pro
fessor der Medicin zu Montpellier, R. de Vieus-
sens (1641—1715), benannte wulstige Rand der
Fossa ovalis (s. Herz). Sussdorf.
Anoa (Bubalus) depressicornis (Sundev.)
(Antil. depressic.). Von Rütimeyer und Turner
wegen der Schädelbildung den Büffeln zuge
wiesen, von älteren Autoren als Antilopen
form bezeichnet. Bewohnt Inseln des asiati
schen Archipels (Zwergbüffel von Celebes)
und ist wohl der directe Abkömmling einer
fossilen Grundform der Büffel von Probubalus
triquetricornis, daher wurde Anoa von Rüti
meyer auch als „Probubalus celebensis“ be
zeichnet. Interessant bezüglich des Gebisses,
indem die Molaren der Form von Backzähnen
vieler Antilopen nahe kommen, die Präm.
und Incis. dem Zahntypus der Büffel getreu
bleiben. Die Parietalzone des Schädels stark
ausgebildet, vom Occiput winkelig abgebogen,
indess schief nach der Stirn, ohne Kante,
aufgewölbt, Hörner geradlinig, parallel mit
der Schädelbasis, im spitzen Winkel zu ein
ander nach oben stehend, dreikantig. Augen
höhlen treten gar nicht über den Schädel
umriss hervor, Gesichtsschädel vom Thränen-
bein ab rasch zugespitzt, Gaumen von der
Zahnreihe stark eingeschnürt, Choane weit
zurückliegend, durch die bedeutende Ver
längerung des Vomer auffallend büffelartig,
Basis occipitis mächtig in den Seitentheilen
vorragend. Auch alle Gefäss- und Nerven -
Öffnungen von typischer Form wie beim ge
meinen Büffel.
Literatur. Rütimeyer, Versuch einer natürlichen
Geschichte des Rindes 1866/67. Kitt.
Anoa oder Gemsbüfl'el (Bos depressi
cornis) kommen nach Wallace auf Celebes vor
und bewohnen dort die Gebirge im Innern. Die
Thiergärten von London. Amsterdam und
Berlin besitzen Exemplare dieser Art. Sie
machen den Eindruck eines kleinen Rindes,
erscheinen träge und schwerfällig. Dieser
Büffel zeigt wie die anderen grosse Vorliebe
für das Wasser und sucht gern feuchte Stellen
I auf. Er ist genügsam wie seine Stammver-

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