Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
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ACHILLESSEHNE. — ACHTFÜSSLER,

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erhältlich. Der Bitterstoff heisst Achillein und
ist wie das blaue ätherische Oel in den früher
officinellen Blüthen mehr enthalten (Flores
Millefolii), als in dem Herba; hinsichtlich
der Wirkung kommt Schafgarbe mit Absin-
thium (s. d.) völlig überein, schmeckt jedoch
angenehmer und ist besonders den Schafen
sympathischer. Die Sumpfschafgarbe, Achilles.
Ptarmica L., Alpenschafgarhe, A. moschata,
zu Kräuterkäse und Frühjahrscuren als Thee
dienend, A. nobilis und Ageratum gehören
ebenfalls hieher. Vogel.

Achillessehne, Tendo Achillis, heisst die
von den beiden Wadenmuskeln und dem kleinen
Fersenbeinstrecker mit dem Kronbeinbeuger
gebildete Sehne, welche den hinteren Con-
tour des Unterschenkels in dessen unterer
Hälfte bildet. Sie hat ihren Namen wohl daher,
dass Achilles an den Folgen eines Pfeil-
schusses an deren Anheftungsstelle, die Ferse,
dem einzig verwundbaren Punkt des griechischen
Helden, starb. (Näheres s. bei den genannten
Muskeln.) Sussdorf.

achilus (»/iXo;). 1. von « priv. und
ohne Gras, ohne Futter. 2. von a euph. und
XtXo';, gras- und futterreich. 3. für achilus von
a priv. und Lippe, also lippenlos

(s. auch Missgeburten). Sf.

Achirus (von a und yscp, Hand), Miss-
geburten mit fehlendem Vorderfusse (fehlender
Hand), s. Missgeburten. Franck.

Achlya. Schimmelpilz aus der Gattung
der Saprolegnien, auf faulenden thierischen
und pflanzlichen Organismen vorkommend.

Achnäus schrieb im III. Jahrhundert über
Thierkrankheiten. Semvier.

Achorion (Schoenleinii), Favuspilz, ge-
hört zu den parasitären Pilzen der Haut des
Menschen und der Thiere (s. Favus). Findet
sich in den Schichten der Epidermis zwischen
den Zellen, auch in den Haarwurzelscheiden
und selbst im Haarschafte und bildet dann
auf der erkrankten Haut gelbe oder braune
schüsselförmige Borken. (Fig. 13.) Bei Vögeln
wuchert er in den Federn und ihren Bälgen.
Der Pilz ist charakterisirt durch langgliede-
rige, vielfach verästelte Fäden, welche nicht
gegliedert sind; diese sind das eigentliche
Mycelium. (Fig. 12, a, b.) An den Enden der
Fäden bilden sich aberlange Receptacula, welche
Sporenreihen tragen. Die Sporen sind rund oder
oval, sprossen ein- oder mehrfach aus und ent-
wickeln sich wieder zu einem Mycel. (Fig. 12,
c, d.) Mikroskopisch allein kaum von Tri-
chophyton tonsurans zu unterscheiden, doch
rechtfertigt das klinische Bild eine Trennung.
Neben Achorion werden meist noch andere zu-
fällige Pilzelemente bei Favuserkrankung ge-
funden. Kitt.

Achorion Keratophagus, ein von Ercolani so
benannter Pilz, welcher den Rehhuf erzeugen soll.
(Möller, Die Hufkrankheiten des Pferdes.) Kk.

Achromatische Doppellinsen zeigen im
Gegensatz zu den gewöhnlichen Glaslinsen die
Gegenstände frei von violetten und rothen
Lichtsäumen. Ihre Einführung in die Mikro-
skopie bezeichnet die erste glanzvolle Epoche
derselben und begann erst in diesem Jahr-
hundert (1807 durch den Holländer van Deyl
und 1811 durch Fraunhofer in München).
Durch die Vereinigung einer Crownglas- und
Flintglaslinse, deren Brechungs- und Farben-
zerstreuungsvermögen sich gegenseitig corri-

Fig. 12. Achorion Schoenleinii. a, b Pilzffcden. c,

Acholie (von « und xvX-H, Galle), mangel-
hafte oder ganz aufgehobene Gallenbildung
bei schweren Leberleiden und Leberentartungen,
Entzündungen, Atrophie, Lebercirrhosis. Die
Verdauung und Resorption der Fette im Darme
wird durch die mangelnde Galle gestört, es
erfolgt Abmagerung, verbunden mit übelrie-
chenden Durchfällen und Abgang heller ge-
färbter Fäces. Anämien und Hydrämien treten
bald hinzu und bei ganz aufgehobener Gallen-
bildung eine Blutvergiftung mit denjenigen
Bestandtheilen, die sonst zur Gallenbildung
benützt und durch die Leber ausgeschieden
werden (Cholesterin, Farbstoffe, Salze, Säuren)
(s. Cholämie). Semmer.

d Sporen. Fig. 13. Erkranktes Hautstück (Favus)

mit schüsselförmiger Borke.

giren, präsentiren sich die mikroskopischen Ob-
jecte dem Beschauer in ihren Eigenfarben
(s. auch Mikroskop). Kitt.

Achsenplatte, Axenplatte, Remak, oder
Primitivstreifen, Baer, ist eine in der Längs-
axe des Embryo liegende Verdickung der
äusseren Keimhaut (des Ectoderms, wohl
auch in diesem früheren Zustande, wo noch
die 3 Keimhäute nicht scharf differenzirt sind,
noch Blastoderm genannt). Näheres siehe bei
Embryologie, Entwicklung der Keimblätter. Fi.

Achternaht, s. Nähte.

Achtfiisser, s. Spinnen, Arachniden.

Achtfüssler, Octopoden, im Wasser lebende
Weichthiere (s. Cephalopoden). Kitt.

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