Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Erster Band (Aa - Brunot)
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digitales volares einmünden, nachdem sie
auch Zweige an die benachbarten Muskeln
und Knochen entsendet haben, während die
beim Schwein daraus hervorgehende einfache
A. intermetacarpea volaris, zwischen 0. mc. III
und 0. mc. IV hindurchtretend, zu dem ge
meinsamen Stamme für die dorsalen Inter
metacarpal- und somit auch Zehenarterien
wird; auch beim Rinde stammt die einfache
in der dorsalen Rinne des Metacarpus ver
laufende Intermetacarpalarterie von der Ra
dialis, sie benützt das obere Loch des Meta
carpus zum Durchtritt auf dessen vordere
Fläche.
b) Die Arteria ulnaris, Ellbogenarterie,
der bei unseren Thieren fortlaufende Stamm
der Brachialis, tritt mit den Beugesehnen der
Zehen über die Volarfläche des Carpus und
wird als „grosse Schienbeinarterie" der Vete
rinäranatomen zurHauptversorgerinder Zehen.
Dieselbe läuft beim Pferde an der medialen
Seitenfläche der Zehenbeugesehnen, woselbst
sie demgemäss leicht durchgefühlt werden
kann und auch beim Sehnenschnitt in Be
tracht kommt, den genannten Sehnen dagegen
mehr hinten (bei Wiederkäuern) oder vorn
(bei Fleischfressern) anliegend, an der Volar
fläche des Mittelfusses herab und bildet nach
Herstellung des tiefen Gefässbogens (s. oben)
mit der A. radialis beim Rinde, mit der Arteria
interossea interna beim Fleischfresser den
oberflächlichen Gefässbogen, Arcus volaris
sublimis, für welchen beim Pferd und Schwein
eigentliche Analogien nicht existiren. Der
fortlaufende Stamm der Ulnararterie wird
nunmehr zur A. digitalis communis, gemein
samen Zehenarterie, und entsendet je an die
betreffenden Zehen volare Seitenarterien, welche
beim Pferde als Seitenarterien der Zehe je
an der Seitenfläche derselben herabsteigen
und dabei dorsale und volare Aeste, „vordere
und hintere Fessel-, Krön- und Huf b ein -
arterien", für die berührten Gelenke und son
stigen Theile (Sehnen, Haut, Fleischwand und
Sohle) abgeben. Schliesslich erreichen sie bei
allen unseren Thieren (als tiefe Hufbein
arterie beim Pferde) in der letzten Phalanx
ihr Ende, durch das an der Basis derselben
gelegene Loch eintretend, beim Pferde unter
gleichzeitiger Verbindung von beiden Seiten
her. Die dorsalen Aeste dieser Digitalarterien
werden bei dem Schweine theilweise durch
Zweige der A. intermetacarpea, beim Fleisch
fresser durch solche der A. radial, und der
dem Rete carp. dors. entstammenden Aa.
intermetacarpeae ersetzt. Beim Rinde endlich
werden noch besondere Dorsalarterien für die
Zehen von einem aus dem tiefen Gefäss
bogen ähnlich den Aa. intermetacarp. perfo-
rantes hom. entspringenden Zweige abgegeben,
welcher durch die untere Oeffnung im Meta
carpus auf dessen Dorsalfläche tritt, wie sich
hierselbst ausserdem auch noch der Äre. volar,
suhl. durch Abgabe einer lateralen Arterie
für die vierte und der Are. volar, prof. durch
eine mediale Arterie für die dritte Zehe an
deren Versorgung betheiligt. Die durch Ab
gabe der Gefässe für die vordere Körper

hälfte in ihrem Umfang nunmehr etwas re-
ducirte Aorta descendens entsendet von ihrer
Brustportion noch folgende Gefässe:
C. Die Arteriae bronchiales, Luft-
röhrenastarterien, und Aa. oesophageae,
Schlundarterien, welche beim Pferde und
Fleischfresser meist mit gemeinsamem Stamme
entspringen. Die ersteren verzweigen sich in
dem Parenchym der Lunge und bilden deren
nutritives Gefäss, die letzteren treten zum
Schlund und Mittelfell und anastomosiren mit
dem Schlundast der linken Kranzarterie des
Magens.
D. Die Arteriae interkostales aor-
ticaes.posteriores, oberen Zwischenrippen
arterien, welche beim Pferde in der Zahl von 13,
beim Wiederkäuer und Fleischfresser gewöhn
lich von 10 und beim Schweine von 10—12
für die gleiche Zahl hinterer Intercostalräume
von der Äorta descendens (die übrigen stammen
von den Verzweigungen der vorderen Aorta)
abgehen, theilen sich, wie oben schon kurz
charakterisirt, je in einen Spinal-, Dorsal-
und Ventralast. Der erstere anastomosirt im
Rückenmarkscanal mit der A. spinal, ant., der
Dorsalast zieht in die dorsal gelegene Mus
kulatur und Haut, der Ventralast endlich be
gibt sich zu dem zugehörigen Intercostalräume,
versorgt, am hinteren Rande der Rippe herab
steigend, die hier liegende Muskulatur und
Haut und anastomosirt endlich mit den
Zwischenrippenzweigen der inneren Brust- und
Zwerchfellmuskelarterie.
E. Die Arteriae phrenicae su-
periores et inferiores, vorderen und hin
teren Zwerchfellarterien, entspringen in dem
Hiatus aorticus aus der Aorta oder den be
nachbarten grösseren Arterien (die hinteren
z. B. aus der Leberarterie bei Wiederkäuern
und Fleischfressern) und ziehen in den Zwerch
fellpfeiler und benachbarte Organe.
Nach Passirung des Aorten schlitz es ent
springt von der Aorta descendens abdominalis
eine Anzahl paariger und unpaariger Gefässstäm
me, von denen die ersteren die Versorgung der
Wandungen des Abdomens, des Lendenmarkes
und der paarigen Vegetativorgane, die letz
teren dagegen diejenige der unpaaren Bauch
verdauungsorgane und deren Adnexa vermitteln.
I. Als paarige Gefässstämme gibt die
Aorta abdominalis ab :
F. Arteriae lumbales, die Lenden
arterien; in einer um eins hinter der Lenden
wirbelzahl zurückbleibenden Anzahl aus der
dorsalen Wand der Aorta hervorgehend, ver
zweigen sie sich in einerden Intercostalarterien
durchaus analogen Weise. Die ventralen Aeste
versorgen dabei, zwischen dem Quer- und
inneren schiefen Bauchmuskel herabsteigend,
diese und den äusseren schiefen und Bauch
hautmuskel, wozu bei den Fleischfressern noch
eine auch wohl aus der Nierenarterie kom
mende oberflächliche Lendenarterie tritt.
G. Arteriae renales, die Nierenarte
rien, treten unter einem rechten Winkel von der
Aorta zur Ventralfläche der betreffenden Niere,
von wo sie in mehrere Aeste getheilt in die
Nierensubstanz eindringen, um sich in sehr

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