Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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Gregorius, griechischer Schriftsteller über
Thierarzneikunde. In der constantinischen
Sammlung findet sich von ihm nur ein Frag
ment über Husten. Koch.
Greif ist ein sagenhafter, ungeheurer
Vogel, von dem schon Herodot erzählt, dass
er sehr viel Gold besitze. Gleichzeitig mit
Herodot schildert Ktesias den Greif: „Es gibt
auch Gold“, sagt er, „im indischen Lande,
das nicht in Strömen gefunden und gewa
schen wird, wie im Flusse Factslus; sondern
es gibt viele und grosse Berge, worin die
Greifen wohnen, vierfüssige Vögel von der
Grösse eines Wolfes, aber mit Beinen und
Klauen wie Löwen. Die Federn auf ihren
Leibern sind schwarz, jedoch an der Brust
roth. Ihretwegen ist das Gold in den Bergen,
obwohl reichlich vorhanden, doch äusserst
schwierig zu erlangen.“ Albertus Magnus be
schreibt den Greif als einen Quadrupeden
mit einem Vogelschnabel und Flügeln; er
wohnt in Scythien und besitzt Gold, Silber
und Edelsteine. In sein Nest legt der Greif
den Agat als sein Hilfs- und Heilmittel.
Er ist feindselig gegen Menschen und
Pferde; er hat lange Klauen, die zu Bechern
gemacht werden; sie sind so gross wie
Ochsenhörner, und das Geschöpf selbst ist
in der That grösser als acht Löwen; aus
seinen Federn macht man starke Bogen,
Pfeile und Lanzen. Im Mittelalter war man
von der Existenz der Greifen vollkommen
überzeugt, ja noch im XVII. und XVIII. Jahr
hundert hielt man hie und da die in Höhlen
abgelagerten fossilen Knochen für Beste von
Drachen und Greifen. So sagt Pessina de
Czechorod in seinem Mars movaricus 1677,
dass in einer Höhle des Kiriteinerthales (Vypu-
stek) Greifen- und Drachenknochen sich be
finden. „Und weil keine andere Erklärung mög
lich ist, woher diese Monstren an diese Stelle
kamen, da ja diese Art von Thieren in der
Gegend nie lebte, so hält die Mehrzahl
der Gelehrten dafür, dass diese Knochen in
diluvialer Zeit aus Afrika oder von anderen
Orten, an welchen jene Thiere lebten, gleich
zeitig mit Giganten hieher geschwemmt
wurden.“ Im Mittelalter hielt man Bhino-
ceroshörner für Greifenklauen, und sie wur
den in Europa in Gold und Silber gefasst
und in Kirchen als Eeliquien aufbewahrt. Es
befindet oder befand sich ein solches im
Corpus Christi College zu Cambridge, auf
kleinen vergoldeten Klauen ruhend, die ge
nügend zeigen, wofür man es hielt. Die ge
krümmten Hauer des Ehinoceros ticlorhinus
gleichen ebenfalls einigermassen den Klauen
eines ungeheuren Vogels, und wenn beide
Hauer durch ein Stück des Schädels ver
einigt gefunden werden, so könnte ein der
Anatomie völlig Unkundiger das Ganze wohl
für des Vogels Fuss mit zwei Klauen halten.
Die Sibirier halten auch die Hörner des Ehi
noceros für die Klauen eines ungeheuren Vogels
und nennen sie daher „Vogelklauen“. Ka.
Greiseisen, s. Einhauen.
Greisen, s. Einhauen.
Grellier J., englischer Wundarzt, gab

1802 zu Madras ein Buch über die Krank
heiten des Pferdes heraus. Koch.
Grenzfalten, s. Magen der Wiederkäuer
(Psalter).
Grenzlippen, s. Magen der Wiederkäuer
(Psalter).
Grenzsperre bietet die sicherste Schutz
wehr gegen Einschleppung von Seuchen
und ansteckenden Krankheiten aus dem Aus
lande. Dieselbe zerfällt in eine Landes
grenzsperre gegen das Ausland, eine Pro
vinzialgrenzsperre gegen eine verseuchte Pro
vinz und in eine Kreissperre gegen einen
Kreis, in welchem eine Seuche ausgebrochen.
Die Landesgrenzsperre gegen benachbarte
Länder, in denen gefährliche Seuchen herr
schen, wird von den Oberbehörden im Ein
vernehmen mit den Nachbarländern ange
ordnet. Da die Grenzsperren eine grosse An
zahl von Schutzmannschaften erfordern, so
sind sie meist kostspielig, und daher bilden
sie auch nur eine zeitweilige Massregel gegen
die nächsten Bezirke, in denen gefährliche
Seuchen herrschen. Sind die Grenzländer aber
frei von der Seuche und herrscht dieselbe
entfernt davon im Innern oder an einer der
entgegengesetzten entfernten Grenzen, so be
gnügt man sich mit einem Einfuhrverbot für
eine bestimmte verseuchte Thiergattung. Die
Ueberwachung der Grenzsperre unterliegt be
sonderen Polizei- oder Militärbeamten. Die
Grenzbezirke gegen ständig verseuchte
Länder sind einer beständigen veterinärpoli
zeilichen Beaufsichtigung unterworfen und
werden durch Quarantaineanstalten oder nö-
thigenfalls auch durch Grenzsperre und Ein
fuhrverbote geschützt (s. a. Einfuhr). Gegen
die etwa eingeschleppten Seuchen werden die
strengsten polizeilichen Massregeln sofort er
griffen. Semmer.
Gressel Joh. Georg, Arzt, schrieb 1743
über die in Schwaben und benachbarten Orten
herrschende Hornviehseuche. Koch.
Greve B. A., schrieb 1818 und 1821 über
die Krankheiten der Hausthiere im Vergleiche
mit jenen der Menschen, 1819 über Bind
viehkrankheiten, Koch.
Grey handelte in seinem The complete
Horseman and expertFarrier (1639) die Pferde
arzneikunde in alphabetischer Ordnung ab. Kh.
Grey-Chittagonshuhn, s. Brahmahühner.
Greyhound, s. Windhund.
Griechenlands Viehzucht. Bei der letzten
Viehzählung im Jahre 1875 besass dieses König
reich (ohne Thessalien und Epirus) im Ganzen:
97.176 Pferde,
97.395 Esel,
45.440 Maulthiere und Maulesel,
279.445 Binder,
2,291.917 Schafe,
1,836.628 Ziegen und
179.602 Schweine.
Auf 1000 Einwohner entfielen damals
64 Pferde,
184 Haupt Eindvieh,
1512 Schafe,
1211 Ziegen und
118 Schweine.

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