Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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und 1829. Deutsch: Bau und Verrichtungen
des Pferdehufes nebst einer neuen bewährten
Beschlagsmethode von Rhode, 1830. Er be
reicherte die Hufbeschlagskunde durch vor
treffliche Untersuchungen, Beobachtungen und
Thatsachen über den Einfluss des Barfuss
gehens der Pferde, über die von J. Clark zuerst
erwähnte Elasticität der Hornkapsel und durch
sein an der Zehe bewegliches (Charnier-, Stahl
tablett-) Eisen. Letzteres hat sich in der Praxis
nicht bewährt. Während die bisher genannten
englischen Autoren vornehmlich den Hufeisen
mit Abdachung das Wort redeten, war Good-
win, „New System of Shoing Horses, London
1820“, anderer Ansicht, denn das von ihm als
zweckmässig erkannte und empfohlene Huf
eisen ist ohne Falz, ebener Hufe dafür aber
mit ausgehöhlter Bodenfläche versehen; es
ist ferner mit Ausnahme einer gut ausge
prägten Zehenrichtung vollkommen horizontal
und von gleicher Dicke.
Ferner haben sich mehr oder weniger
über den Hufbeschlag ausgelassen: White,
Blaine, Paale und Youatt; letzterer sagt be
reits, dass der Hufbeschlag die Expansion
am Tragrande des Hufes hemmt, bezw. zer
stört. Hervorragendes Interesse erwarben sich
die Darlegungen Miles’, The Horses Foot
and how to keep it sound, 1846, 8. Aufl. 1856;
deutsche Uebersetzung von Guitard 1852,
und A. Plain, Treatise on Horse-shoeing,
3. Aufl. 1860. Der von Miles empfohlene Be
schlag für die Vorderhufe ist ein glattes,
gleichbreites Eisen mit Zehenrichtung, dessen
Abdachung bis an die Schenkelenden durch
geht. Er legte den Hauptwerth auf wenig
und wo möglich einseitige Nagelung, aussen
3—4, innen nur 1—2 Nagellöcher, welch
letztere möglichst weit nach dem Zehentheil
zu gesetzt waren. Sein Eisen sollte genau
der Peripherie der Hufe entsprechen, gleich
sam eine Fortsetzung des Tragrandes des
Hufes sein. Im Uebrigen hat er nachgewiesen,
dass Vordereisen schon mit nur drei Nägeln
an dem Hufe bis zur vollständigen Abnützung
festgehalten werden können. Sein Hintereisen
zeigte verdickte Schenkelenden, welche langen,
viereckigen, niedrigen Stollen gleichen. Ausser
dem legte er Werth auf Nägel mit schwach
konischen abgestumpften Köpfen. Bezüglich
seiner Ansichten über die Beschneidung der
Hufe ist in seinem vorzüglichen Werke ebenso
viel Irrthümliches mit untergelaufen wie be
züglich der Eigenschaften seiner Hufeisen.
Trotzdem dass seine Anschauungen vielfache
Widerlegungen erfuhren, bleibt ihm doch das
Verdienst, ein Reformator auf dem Gebiete
des Hufbeschlages gewesen zu sein, denn
durch ihn und von seiner Zeit an gewann
der englische Hufbeschlag auch auf dem Con-
tinente an Geltung.
Im Jahre 1853 wurde eine Anweisung
für die Beschaffenheit des Militärhufbe
schlages erlassen, nach welcher die Eisen
nicht mehr gefalzt sein durften; jeder Eisen
schenkel soll mindestens mit drei Nagel
löchern versehen sein (Fig. 825). Für Vorder
hufe wurden Eisen ohne Stollen, für Hinter

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