Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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1807 schrieb Binz, Lehrer des Huf
beschlages am k. k. Militärthierarznei-Institut
in Wien, „Unterricht über die Hufbeschläge
der Pferde“, und gibt für die Breite, Stärke
der Eisen für die verschiedenen Gebrauchs
pferde bestimmte Masse an; auch fertigte er
einen Falz und vertheilt die Löcher an den
Vordereisen gleichmässig über den Zehentheil
des Eisens.
1811 gab Langenbach er in Wien, Pro
fessor des theoretischen und praktischen Huf
beschlages, ein Buch, „Unterricht über das
Beschlag und die Behandlung gesunder und
kranker Hufe der Pferde“ heraus, aus welchem
ersichtlich ist, dass das Falzeisen mit und
ohne Stollen fast allein zur Anwendung
gelangte. Auch behandelt er ausführlich das
Abnehmen oder Herausreissen der Hornsohle
bei Entzündungen der Fleischsohle.
Gleichwie Binz und Langenbacher als
Lehrer des Hufbeschlages ihre Kenntnisse und
Erfahrungen in Druck legten und sie somit
ihren Schülern dauernd zugänglich machten,
so verfuhren auch der preussische Director
Naumann, der Professor Rumpelt an der
Thierarzneischule in Dresden und der Major
Tennecker eben daselbst. -— Naumann’s
Auslassungen finden sich in seinem Werke:
„Ueber die vorzüglichsten Theile der Pferde
wissenschaft“, Berlin 1801—1825. Rumpelt
gab 1785 und 1813 seinen „Unterricht für
Fahnenschmiede vom vernünftigen und zweck
mässigen Beschlagen der Pferde“ heraus.
Tennecker’s praktisches Lehrbuch der Huf -
beschlagskunst, 1821, baute auf Bumpelt’s
Grundlage weiter, strebte jedoch durch den
Beschlag auch huf Sicherheit des Reitens und
des Fahrens, weshalb er den Stollenbeschlag
warm befürwortet. Tennecker war ein Mann
der Praxis und hatte sich durch die viel
jährigen Kriege eine reiche Erfahrung ge
sammelt. Diese drei und ferner fast alle spä
teren Schriftsteller betrachteten den Huf
beschlag als einen hochwichtigen Theil der
thierärztlichen Chirurgie. Daher kam es auch,
dass alle damals gebildeten Thierärzte fast
ausnahmslos gute Hufschmiede waren. Einen
Katechismus der Hufbeschlagskunst schrieb
1815 der Professor Schwab an der Central
thierarzneischule zu München. Dieses haupt
sächlich für Hufschmiede berechnete Buch
erlebte 15 Auflagen (vom Jahre 1848 bis
1880 ist die 10. bis 15. Auflage vom Pro
fessor Schreiber, Hufbeschlagslehrer in
München, bearbeitet worden).
1815 erschien: Kegel, „Ueber den Um
gang mit Pferden, besonders beim Beschlagen“.
1828 schrieb der österreichische Rittmeister
Balassa „Der Hufbeschlag ohne Zwang“. In
dieser Schrift ist der Anwendung des Kapp
zaumes ausführlich gedacht. 1829 schrieb Chri
stoph de Bach ein grösseres Buch über den
selben Gegenstand und mit demselben Titel,
in welchem die Gewöhnung der Pferde an
den Menschen und zum Aufhalten ohne An
wendung besonderer Zwangsmittel ausführlich
abgehandelt ist.
Speciell über Hufbeschlag erschienen

nach und nach folgende Schriften von Greve
1814, Wagner 1815 und 1816, Lux, „Zur
Cultur der Dorfschmiede“, 1819, Daum,
„Hornspalten“, 1820, Feuring 1821. Ribbe
1821, Brunn 1825, Beck 1826, Per-
litschka 1827, Korsepa 1827—1836, Lüpke
1828, Nüsken 1828; derselbe beschreibt ein
neues Instrument zum Massnehmen für Huf
eisen (s. Hufmessinstrumente); Rimecker
1828, Hartung, Vix und Wüstefeld 1834,
Merk 1840, Zerrenner, „Der Cur- und Huf
schmied“, 1841, in 4. und 5. Auflage von
Zürn in Leipzig bearbeitet und in 6. und
7. Auflage von demselben unter dem Titel
„Die Lehre vom Hufbeschlag und den wich
tigsten äusseren Krankheiten des Pferdes“,
7. Auflage 1884, herausgegeben. Benkert
1842, Wanovius 1846, Harzer 1848,Peters
1856, Mussgnug, „Der praktische Hufbe
schlag“, 1856; er ist der Erste, welcher die
Hornwand durch das Eisen senkrecht gestützt
haben will.
In Bayern wurde in Folge Neuorgani
sation der Veterinärschule 1810 auch ver
ordnet, dass jeder Schmied, welcher das Recht
des Hufbeschlages als Meister ausüben oder
einer Beschlagschmiede vorstehen wollte,
ohne Ausnahme an der Centralveterinär
schule zu München zuvor einer Prüfung sich
zu unterwerfen hatte.
Ein vorzügliches Werk, „Die Hufbeschlags
kunst etc.“, war 1823 von Dieterichs, Lehrer
an der Thierarzneischule zu Berlin, bearbeitet
worden. Es enthält ausser Abhandlungen über
den Bau des Hufes eine treffliche Anleitung
über den Beschlag gesunder und fehlerhafter
Hufe.
In Württemberg schrieben gute Lehr
bücher v. Hoerdt 1829 und Gross 1842,
v. Hoerdt’s Buch, „Unterricht über die
Pferdehufbeschlagskunst“, zeichnet sich na
mentlich durch gute anatomische und andere
Abbildungen aus. Gross dagegen, ein tüch
tiger Praktiker und Lehrer des Hufbeschlages
an der Thierarzneischule zu Stuttgart, ging
von der Thatsache aus, dass da, wo man die
Pferde gut, d. h. richtig beschlage, die we
nigsten Hufkrankheiten vorkommen. Sein
Buch, „Theorie und Praxis der Hufbeschlags
kunst“, ist eines der besten Werke, die es
gibt. Die 3. und 4. Auflage, 1861 und 1869,
wurde von dem gegenwärtigen Lehrer des
Hufbeschlages, F. Mayer in Stuttgart be
arbeitet und mit vielen Holzschnitten be
reichert. Diese neuen Auflagen behandeln
das ganze Gebiet des Huf- und Klauen
beschlages unter Berücksichtigung aller bis
dahin erschienenen Errungenschaften. Im
Jahre 1843 erschien eine kleine Schrift von
Dr. Prinz, Professor an der Thierarzneischule
zu Dresden, „Die Hoplometrie oder das Huf
beschlagmassnehmen etc. nebst einem An
hange: Der Hufbeschlag ohne Nägel“. Diese
Schrift war in erster Linie für praktische
Thierärzte bestimmt, fällt jedoch ganz in
den Bereich des Hufbeschlages. Sie spricht
sich warm für das Massnehmen für die Huf
eisen aus und referirt in dem Anhange über

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