Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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rend beim natürlichen Verlauf der Seuche
die Verluste durch dieselbe auf 40% und
mehr steigen können, erreichen die Verluste
durch Impfungen inclusive der nach erfolgter
Impfung natürlich erkrankten und gefallenen
Thiere höchstens 7%. Die Impfung bietet
somit überall da, wo das Tödten aller kranken
und der Ansteckung ausgesetzt gewesenen
Thiere nicht möglich ist, eines der besten
Mittel zur Verminderung der Verluste und
schnellen Beseitigung der Lungenseuche.
Literatur: Desaive, Inoculation du bätail,
Bruxelles 1850. — Willems, Mämoire sur la peripneu-
monie öpizootique du bätail, Bruxelles 1852. — Bidet,
De Pinoculation, Bruxelles 1853. — Lüdersdorf und
Wellenbergh, Das Einimpfen der Lungenseuche, Berlin
1853. — Bouley, Rapport gänäral, Paris 1854. —
Kreutzer, Die Einimpfung der Lungenseuche des Rind
viehs, Erlangen 1854. — Maris, Simple räponse au
dernier mot sur l’inoculation de la pleuropneumonie exsu
dative dans l’espöce bovine, Hasselt 1853. — Haubner,
Die Entstehung und Tilgung der Lungenseuche, Leipzig
1861. — Fuchs, Kampf mit der Lungenseuche, Leipzig
1861. — Voigtländer, Der pathologische Process an
der Impfstelle, Dresden 1866. — Boens, Tot ou tard
Pinoculation, Bruxelles 1866. — Maris, Gorrespondance
relative äla pleuropneumonie, Tongres 1866. — Verheyen,
Rapport et documents officiels relatifs ä Pinoculation de
la pleuropneumonie exsudative, Bruxelles 1857.— Thier
nesse, De Pinoculation, Bruxelles 1867. — Legrain,
De Pinoculation, Bruxelles 1867. — Roloff, Die Lungen
seuche-Impfung, Berlin 1868. — Pütz, Die Lungenseuche
als Gegenstand der Veterinärsanitätspolizei, Vorträge für
Thierärzte, Leipzig 1878.— Röll, Seuchenlehre, 1880.—
Willems, Note sur Pinoculation präventive de la pleuro-
pneumonie exsudative, Bruxelles 1880. — Willems,
Nouveaux recherches sur la pleuropneumonie exsudative
et sur Pinoculation präventive de cette maladie, Bruxelles
1880. — BruylantsetVerriest, Recherches sur le
microbe de la Pleuropneumonie bovine, Bruxelles 1881. —
Willems, L’inoculation critöre de la pleuropneumonie
contagieuse, Bruxelles 3881. — Willems, L’inoculation
präventive de la päripneumonie contagieuse, Bruxelles
1882.— Ellenberger, Lehrbuch der allgemeinen The
rapie, Berlin 1885. —- Pütz, Seuchen und Heerdekrank
heiten, Stuttgart 1882.
Impfungen mit der Maul Seuche werden
zuweilen vorgenommen in Heerden, in denen
die Krankheit ausgebrochen ist, um den Ver
lauf derselben abzukürzen und dem Erkranken
der Klauen vorzubeugen. Derartige Impfun
gen sind besonders von Felizet und anderen
französischen und italienischen Autoren in
Vorschlag und Ausführung gebracht worden.
Die Impfungen werden meist durch Einreihen
des Maulschleims kranker Rinder in die Maul
schleimhaut der Gesunden ausgeführt. Auch
snbcutane Impfungen mit dem Bläscheninhalt
am Ohr, Schwanz und Triel sind ausgeführt
worden, wobei nach 48 Stunden an der Impf
stelle Bläschen ausbrachen. Dieselben bleiben
aber nicht auf die Impfstelle beschränkt. Da
die Maulseuche nur eine sehr kurzdauernde
Immunität hinterlässt und vier- bis fünfmal im
Jahr sich bei demselben Thiere wiederholen
kann, so sind Schutzimpfungen gegen die
selbe werthlos und werden daher nur Noth
impfungen in verseuchten Heerden und Ställen
vorgenommen.
Literatur: Bouley, L’inoculation präventive de
la fiövre apbtheuse, Recueil de mäd. vätär. 1881. —
Siedamgrotzky,Uebertragungsversuche mit bösartiger
Klauenseuche der Schafe, Sächsischer Jahresbericht XXV.
— Strebei, Zur Präventivinoculation der Maul- und
Klauenseuche, Schweizer Archiv 1881. — N. N., Behand
lung der Maul- und Klauenseuche, Landwirtschaftliche
Zeitung, Petersburg 1883.

Impfungen gegen die Staupe wurden
von Sacco, Viborg, Jenner und Spinola mit
der Menschenblatter vorgenommen, in der
Meinung, beide Krankheiten seien identisch.
Solche Impfungen haben sich aber nicht be
währt. Ebensowenig Erfolg hatten die von
Hayne ausgeführten Impfungen mit dem
Pustelinhalt staupekranker Hunde. Spinola,
Röll, Touatt, Leblane erhielten bei Im
pfungen mit dem Nasenausfluss negative Re
sultate, während die Impfungen von Renner,
Venuta, Trasbot, Krajewski, Laudrin, Maurice
Lauerson an jungen Hunden mit Erfolg
vorgenommen wurden. Einige von Wagner im
Dorpater Veterinärinstitut mit Reinculturen
der Staupemikrokokken ausgeführte Impfun
gen ergaben bei jungen Hunden eine Er
krankung mit mildem Verlauf ohne Verluste.
Da aber die Staupe sich bei demselben
Hunde öfter wiederholen kann und keine
langdauernde Immunität hinterlässt, so haben
Schutzimpfungen gegen die Staupe wenig
Werth; Noth- und Präcautionsimpfungen
könnten aber mit einigem Erfolg, besonders
mit mitigirtem Impfrryiteriale vorgenommen
werden.
Literatur: Hayne, Zoopathologie, Wien 1853. —
Trasbot, Recueil 1868 und 1883. — Krajewski, Die
Staupe der Hunde, Archiv für Veterinärwissenschaften,
Petersburg 1881. —Venuta, H Medico veter. 1873. —
Lauerson, Ueber Geschichte und Contagiosität der
Staupe, Dorpat 1882. — Friedberger, Die Staupe der
Hunde, Jena 1881.— Zündel, Dictionnaire, Paris 1875.
Impfungen mit der Hühnercholera
als prophylaktische Massregel wurden zuerst
von Pasteur im Jahre 1880 ausgeführt. Pa
steur cultivirte die Mikroorganismen der
Hühnercholera in Hühnerbouillon bei Zutritt
reiner, durch Watte flltrirter Luft und erhielt
bei länger (2—8 Wochen) fortgesetzten Cul
turen ein abgeschwächtes Material, welches
bei den Hühnern nur geringe Erkrankung mit
nachfolgender Genesung hervorrief. Durch
zwei- bis dreimalige Inoculation in bestimmten
Intervallen mit progressiv immer stärker wir
kendem Impfmaterial erlangen die Hühner
schliesslich vollkommene Immunität gegen die
natürliche Ansteckung und gegen Impfungen
mit sonst tödtlich wirkendem Impfmaterial.
Salmon erzielte eine Abschwächung des Impf
stoffes (Culturen der Mikroorganismen in
Hühnerbouillon) durch Verdünnung mit Was
ser. Als besonders geeignet zu Impfungen
erwies sich eine Verdünnung der Bouillon
culturen (mit 1% Millionen Mikrokokken auf
1 cm 3 ) von 1:10.000 Wasser. Aber es wurde
noch Immunität erzielt durch eine Verdün
nung von 1 : 80.000.
Die Impfungen mit Hühnercholera können
Nutzen bringen als Nothimpfungen beim Aus
bruch der Cholera in einem Stall.
Literatur: Pasteur, Sur les maladies virulentes
et en particulier sur la maladie appeläe vulgairement Cholära
des poules, Comptes rendus, T. 90, p. 239, Recueil 1880,
p. 125. — Pasteur, Expäriences tendant ä dömontrer,
que les poules vaccinöes pour le cholära sont refractaires
au charbon. — Salmon, Immunität durch Impfungen mit
verdünnten Contagien. — American veterinary review
1882. — Cagny, Schutzimpfungen gegen Hühnercholera,
Recueil 1885.

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