Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Jäter (von iäv, heilen; tavpo's, Arzt), der
Arzt. Anacker.
Jatralipta (von i«tpc!?, Arzt; XtitdCetv,
einsalben), der Salbarzt, Salbader oder
Pfuscher. Anacker.
Jatreusologia. Der Name wird zuweilen
statt Jamatologie oder Acologie (s. Heilmittel
lehre) benützt, man gebraucht ihn aber rich
tiger für „allgemeine Therapie“. Vogel.
Jatroleptische Methode (Anatripsologie).
Man bezeichnet damit in der allgemeinen The
rapie jenes Verfahren, wobei die Arzneimittel
auf die Epidermis der Haut gebracht werden,
um von hier zur Aufsaugung zu gelangen, da
jedoch die Oberhaut der Aufnahme von Medi-
camenten grosse Hindernisse entgegensetzt,
ist diese epidermatische Applicationsmethode
keine beliebte (s. a. Heilmittelapplication). VI.
Jauche, Ichor, Sanies, ist eine übel
riechende, schmutzigbraune, graubraune oder
schwärzliche Flüssigkeit von dünner, wässe
riger, zuweilen auch etwas dicklicher, brei
artiger Beschaffenheit. Dieselbe ist das Pro
duct der Fäulniss vegetabilischer und anima
lischer Substanzen bei Gegenwart von Wasser,
oder sie entwickelt sich beim Absterben der
Kürpergewebe und Flüssigkeiten in Folge bran
diger und jauchiger Processe im Thierkörper.
Die Bestandtheile der Brandjauche im thie
rischen Körper sind Wasser, zerfallenes Blut,
Fett, Detritusmassen, Eiweissmoleküle, Pig
mentkörnchen, Fettkrystalle, Cholestearin,
Tripelphosphate, Leucin, Kalk und Salmiak,
Pilze, Schyzomyceten, Fettsäuren, Buttersäure,
Baldriansäure, Ammoniak, Schwefelwasserstoff,
Phosphorwasserstoff, Kohlenwasserstoff, welche
letzteren den üblen Geruch der Jauche ver
anlassen. Die Mistjauche besteht vorzugsweise
aus Zerfallsproducten des Harns und Mistes
und ist reich an Ammoniak, die Grasjauche
aus vegetabilischen Zerfallsproducten, die
Macerationsjauche aus Fäulniss- und Zerfalls
producten der Muskeln, des Fettes und Binde
gewebes. Die Jauche besitzt fiebererregende
und giftige Eigenschaften, erzeugt locale Ent
zündung, Eiterung, Gangrän, Verjauchung und
bei Aufnahme derFäulnissproducte ins Blut den
Tod durch putride Vergiftung (s. Brand). Sr.
Jauche im landwirthschaftlichen Sinne
s. Gülle.
Jauze studirte in Alfort, war von 1808 bis
1813 Lehrer an der Thierarzneischule zu
Mailand und 1813 —1816 Vorsteher der
Schmiede zu Alfort. Später errichtete er zu
St. Denis eine Ecole de maröchallerie vötdri-
naire für Schmiede mit dem Recht der Aus
übung der thierärztlichen Praxis und erlaubte
sich dabei Missbrauche mit dem Diplomver
kauf für derartige Schmiede. Er gab 1817
ein Werk über Hufbeschlag: Cours theoretique
et pratique de mardchallerie vüterinaire mit
111 Kupfertafeln heraus, und 1845: Medecine
lägale hippiatrique abregö de la pratique
vdterinaire ou guide de commerce des animaux
domestiques. Semmer.
Javanisches Huhn, indianisches Huhn,
s. Bankivahuhn unter Hühnerzucht.
Javanisches Pfauhuhn, s. Pfau.

Javart (französ. Wort), das Geschwür,
die Fistel, die Hufknorpelfistel, wohl auch die
phlegmonöse Fussentzündung der Pferde. Anr.
Javelle’sche Lauge. Sie entsteht, wenn
j man eine Chlorkalklösung mit Pottasche zer
setzt, wobei unterchlorigsaures Kalium, Chlor
kalium und Kaliumbicarbonat gebildet wird,
die Lösung ist daher auch als Liquor kalii
hypochlorosi (oder chlorati) bekannt und
wird wie Chlorkalk angewendet (Hunden inner
lich zu 5—25 Tropfen), aber leichter ertragen
als dieser. Bei Anwendung von Soda entsteht
die sog. Labarraque’schc Flüssigkeit oder
der Liquor Natrii hypochlorosi, in
welchem die correspondirenden Natriumsalze
enthalten sind und der dieselben antisep
tischen, desinficirenden und bleichenden Wir
kungen hat. Vogel.
Jecur (von -qnap, Leber), die Leber. Anr.
lehnn de Brie, verfasste 1379 ein Werk
über Schafzucht, welches 1542 zu Paris im
Druck erschien. Koch.
lehnn de Jeschal, Verfasser eine Hippia-
trica im XVI. Jahrhundert. Koch.
Jeiteles, Professor, schrieb über Dome-
stication der Hausthiere und Abstammung
des Hundes. Semmer.
Jemina gab 1789 eine Schrift über Pleuritis
und Carbunkelkrankheit der Binder heraus. Sr.
Jena besass von 1816 bis 1849 einen
Lehrstuhl für Thierheilkunde. An demselben
wirkten Renner, Heusinger, Falke, Zürn. Sr.
Jenner Eduard, am 17. Mai 1749 zu Ber
keley in England geboren, war Arzt und Ent
decker der animalen Vaccination, wozu er durch
den Ausspruch einer Bäuerin, sie könne die
Blattern nicht bekommen, weil sie bereits
die Kuhpocken gehabt habe, den Impuls
erhielt. Koch.
Jennes J., Professor an der Veterinär
schule in Utrecht, schrieb Artikel über
Krampfhusten, Influenza, Quecksilbervergif
tung etc. Semmer.
Jerez de la Frontera ist ein königlich
spanisches Hengstendäpöt (s. Xerez de la
Frontera). Grassmann.
Jerez de los Caballeros in Spanien ist
ein Remontedepöt, in welchem angekaufte
dreijährige Pferde bis zum vierten Jahre
aufgestellt und verpflegt und dann je nach
Bedürfniss in die verschiedenen Cavallerie-
regimenter eingereiht werden. Grassmann.
Jersey-Rind, Rindviehschlag der engli
schen Canalinsel Jersey, ähnelt den kleinen
Formen des Schwyzer Schlages, ist von grau
brauner Haarfarbe, mit schiefergrauem Flotz-
maul; gute Milchkühe.
Literatur: Wilckens, Naturgeschichte der Haus
thiere. Koch.
Jervin. Nicht Veratrin ist in der weissen
Niesswurz, Veratrum album, als wirksames
Princip enthalten, sondern das Jervin und
Veratroidin; beide Alkaloide scheinen dem Ve
ratrin (s. Veratrum album) sehr ähnlich zu
wirken, sind aber noch nicht genügend unter
sucht. Vogel.
Jessen H. P. B., geb. zu Katharinen -
oord in Schleswig 1801, studirte Veterinär-

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