Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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ander vorgenommen, u. zw. am ersten Tage
mit 14 Tage getrocknetem, am zweiten mit
12 Tage altem, am dritten mit 11 Tage, am
vierten mit 9 Tage, am fünften mit 8 Tage
altem und so fort bis zu einen Tag getrock
netem Hirn fortgesetzt. Nach dem verschärf
ten Verfahren werden am ersten Tage 3 Im
pfungen mit 12, 10 und 8 Tage altem Hirn,
am zweiten mit 6, 4 und 2 Tage altem, am
dritten mit 1 Tag altem, am vierten mit 8, 6
und 2 Tage altem, am fünften mit 3 und
2 Tage getrocknetem, am sechsten mit 1 Tag
altem, am siebenten mit 4 Tage altem, am
achten mit 3 Tage altem, am neunten mit
2 Tage altem, am zehnten mit 1 Tag altem
Kaninchenhirn ausgeführt. Von 50 in den Kopf
und ins Gesicht gebissenen, nach dem letzteren
Verfahren geimpften Menschen erkrankte kein
einziger an der Wuth (s. Impfungen).
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Hunger, Carenz, absolute Inani-
tion, nennt man jenen Zustand des Thier
körpers, bei welchem die Einnahmen des Kör
pers wegen Aufhebung der Zufuhr von Nah-
rungsstoifen blos aus dem eingeathmeten
Sauerstoff bestehen. Da nun auch in diesem
Zustande die Lebensprocesse fortdauern, wobei
zur Erhaltung der Eigenwärme des Thieres und
zur Erzeugung der inneren Arbeit — Bewe
gung des Blutes, Nerventhätigkeit — Stoffver
brauch stattfindet, jedoch die durch Ausschei
dung der verbrauchten Stoffe erlittenen Ver
luste des Körpers durch Nahrung nicht ersetzt
werden, so tritt eine Abnahme an Körper-
substanz ein, die in den ersten Hungertagen
am bedeutendsten ist, dann eine Zeitlang ziem
lich gleichmässig abläuft und schliesslich in
Folge des stetigen Verlustes an Körpersubstanz
zum Tode führt. Ueber die Qualität und Grösse
der Verluste, welche der Körper in den ersten
Hungertagen erleidet, liegen auch beim Men
schen Versuche vor. Ein robuster Arbeiter von
71 kg Körpergewicht hat während des ersten
Hungertages von seinem Körper abgegeben
78 g Eiweiss (— 370 g Körperfleisch), 215 g
Fett und 889 g Wasser, auf deren Kosten er
an diesem Tage gelebt hat (Pettenkofer und
Veit). Am zweiten Hungertage verlor ein fett
reicher Mann von 69‘6 kg Gewicht 50 g Ei
weiss (— 235 g Körperfleisch), 204 g Fett und
868 g Wasser (Ranke). Vergleicht man die
Ergebnisse dieser beiden Versuche mit einander,
so fällt auf, dass die Eiweisszersetzung am
zweiten Hungertage kleiner und nur zwei
Drittel von der am ersten Hungertage beträgt.
Es hängt diese Erscheinung damit zusammen,
dass, je geringer die Körpermasse, um so klei
ner auch der Eiweissumsatz ist: ein schwäch
licher Mann von nur 50 kg Körpergewicht zer
störte am ersten Hungertage nur 42 g Eiweiss
(— ZOO g Körperfleisch). Die obigen Versuche
zeigen aber auch, dass von dem Gewichts
verluste des Körpers nur ein Drittel auf
Verlust von Körpereiweiss und Fett kommt,

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