Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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KNOCHENSKELET.

nata), von denen jede in das Darmbein
(os ilei), das Schambein (os pnbis) und
Sitzbein (os ischii) zerfällt. Die genannten
drei Knochen Stössen in der Pfanne (aceta-
bulum) zusammen und bilden diese gemein-
schaftlich.

Die Extremitätenknochen zerfallen in die
der Vorder- und die der Hinterglied-
massen. Zu den ersteren gehört das Schul-
terblatt (Scapula), welches mit dem Brust-
körbe durch Muskeln und Aponeurosen ver-
bunden ist und mit dem Armbeine articulirt.
Es stellt den einzigen Knochen des bei den
Vögeln vollständigen und hier aus Schulter-
blatt, Baben- und Schlüsselbein bestehenden
Aufhängegürtels für die Vorderextremität dar.

Antibrachialreihe) und einer unteren
(Metacarpealreihe) angeordnet sind. Die
erstere besteht aus drei Knochen, welche die
Vorarmknochen stützen und die von innen
nach aussen betrachtet als Kahnbein (os
naviculare), halbmondförmiges Bein (os
semilunare) und dreieckiges Bein (os tri-
quetrum), oder nach dem Vorgänge von
Gegenbaur als os carpi radiale, os
intermedium und os carpi ulnare be-
zeichnet werden. Eiil vierter Knochen, der
gewöhnlich zur oberen Beihe gerechnet wird,
jedoch einen Sehnenknochen darstellt, an wel-
chem sich die Beuger der Vorderfusswurzel
anheften, ist das Erbsenbein (os pisi-
forme) oder os accessorium Gegenbaur’s

Ferner das Ar mb ein (Humerus), welches an
der Seitenfläche des Brustkorbes in schräger
Dichtung von oben und vorne nach unten
und hinten verläuft und mit den Vorarm-
knochen articulirt. Die unterhalb des Arm-
beines gelegenen Knochen bilden eine Säule,
welche vorzugsweise die Bestimmung hat, den
Bumpf zu stützen. Sie bestehen zunächst aus
den Vorarmknochen, der Speiche (Radius)
und dem Ellbogenbein (Ulna), Die erstere
ist bei allen unseren Hausthieren vollkommen
entwickelt und articulirt mit ihrem unteren
Ende mit der oberen Beihe der Vorderfuss-
wurzelknochen. Die Ulna dagegen ist bei dem
Pferde nur rudimentär und nur in ihrem
oberen Endstücke entwickelt. Bei den übrigen
Hausthieren ist sie vollständiger und ununter-
brochen vorhanden, jedoch nur bei den Fleisch-
fressern beweglich mit dem Radius verbun-
den. Die auf die Vorarmknochen folgende
Vorderfusswurzel (vorderes Kniegelenk)
besteht aus einer Anzahl von Knochen, die
in zwei Reihen, einer oberen (Radial- oder

(Fig. 1003.) Nur bei Fleischfressern finden
sich, das Erbsenbein mitgerechnet, drei Kno-
chen in der oberen Vorderfusswurzelreihe vor,
das Os naviculo-semilunare, aus der
Verschmelzung vom Kahn- und halbmondför-
migen Beine hervorgegangen, das dreieckige
und Erbsenbein. Die Metacarpealreihe der
Vorderfusswurzel besteht, wenn sie vollständig
ist, aus vier Knochen, u. zw. von innen nach
aussen gezählt, aus dem grossen viel-
eckigen Bein (os multangulum majus, os
carpale 1 Gegenbaur’s), welches dem Pferde
meist fehlt, dem kleinen vieleckigen
Bein (os multangulum minus, os carpale 2),
dem Kopfbein (os capitatum, os carpale 3)
und dem Hakenbein (os hamatum, os carp.
4). Bei den Wiederkäuern finden sich in der
unteren Reihe nur zwei Knochen vor, das
Os capitato-trapezoideum, aus der Ver-
schmelzung von os carpale 2 und 3 hervor-
gegangen, und das os hamatum. Schwein und
Fleischfresser besitzen in der unteren Reihe
vier Knochen.

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