Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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zender Dämpfe von Theer, Carbolsäure, Ter
pentinöl, Chlor, Jod, Schwefel, Salmiakgeist etc.,
theils durch innerliche Anwendung der sog.
Exspectorantien oder schleimlösenden und
den Auswurf befördernden Mittel, die beim
Katarrh namhaft gemacht wurden. Schädliche
Folgen des Hustens sind: Reizung der
Schleimhäute und Verschlimmerung der dort
vorhandenen entzündlichen Zustände, Blut
andrang zum Kopf, Neigung zu apoplektischen
Anfällen und zu Blutungen, Erbrechen, Zu
standekommen von Hernien und Vorfällen
der Eingeweide, Vermehrung der Hinfälligkeit
und Kraftlosigkeit. Es ist unter solchen Um
ständen die Aufgabe des Arztes, den Husten
zu mildern oder möglichst ganz zu unter
drücken. Hustenlindernde Mittel oder Bechica
sind Inhalationen warmer Wasserdämpfe oder
der Dämpfe von schleimigen Decocten und
beruhigenden, narkotischen Infusen, unter
stützt von der innerlichen Application der
Exspectorantien und Narcotica, unter denen
als neuere Mittel Pilocarpin, Apomorphin,
Ergotin, Emetin, Atropin, extract. Hyoscyami,
Morphium, Belladonna, aqua Laurocerasi,
emulsio Amygdalarum amar., Blausäure,
tinct. Bryoniae, Chloroform, Chloralhydrat,
Bromkalium und Arsenik hervorzuheben sind.
Gegen Reizzustände in der Schleimhaut des
Kehlkopfes erweisen sich scharfe Einrei
bungen in der Nähe desselben, Einhüllungen
des Halses in feuchte leinene Tücher mit
darübergelegten wollenen Tüchern, Kata-
plasmen oder gelinde Aetzun gen der Schleim
haut mit Lapis infernalis hilfreich. Regelung
des diätetischen Regimes hat die Cur zu
unterstützen, auch darf der Stall weder dun
stig noch zu heiss oder zu kühl sein; bei
günstiger Witterung ist der Aufenthalt auf
guter Weide empfehlenswert!). Anacker.
Hutungsrecht. Eine fruchtbare Quelle von
Belästigungen und Streitigkeiten bildeten in
früherer Zeit die Hutungsrechte, wonach
dem Besitzer des einen Grundstückes frei
stand, auf das Feld des anderen vor der
Aussaat und nach der Ernte sowie während
der Brachzeit seine Heerden zu treiben und
ihr Futter suchen zu lassen. Anfangs erscheint
dies als eine unbedeutende Concession, die
der sich allmälig ausbreitende Landbau zu
gestand. Sie wurde aber höchst nachtheilig, als
aus dem Zugeständniss ein Recht wurde, dessen
Inhaber nun verlangten, dass es ihnen fortwäh
rend in gleichem Masse müsse erhalten werden,
weshalb die gleiche Fläche vom Felde brach
liegen müsse, die Aussaat nicht früher, die
Ernte nicht später vorgenommen werden dürfe
als zu bestimmten hergebrachten Zeiten. Be
sonders nachtheilig waren die Koppelhutungen
und Koppelweiden, wo mehrere Grundeigen
thümer ihr Vieh gemeinschaftlich auf ihre
Grundstücke trieben, was zu vielen Streitig
keiten, Verbreitung von Viehseuchen etc. An
lass gab und den Einzelnen an der Annahme
rationeller Wirthschaftssysteme hinderte. Die
neuere Gesetzgebung hat nun in verschie
denen Staaten diesem Uebelstande dadurch
abzuhelfen gesucht, dass durch Ablösung dieser

Berechtigung die Hutungsrechte zum grösseren
Theile beseitigt wurden, was als grosse Wohl
that für den Grundeigenthümer angesehen
werden muss. Ableitner.
Hutweide. Permanente (natürliche) Weide,
welche nie umgebrochen wird und wie z. B.
in den Alpengegenden häufig Jahrhunderte
alt ist: sie wird nie abgemäht, sondern nur
mit Vieh beweidet. Pott.
Huxley. Der englische Naturforscher Hux-
ley tritt im Allgemeinen als ein warmer Anhänger
der Darwinschen Hypothesen auf und findet in
denselben nur eine Lücke, welche einen Zweifel
an ihrer Richtigkeit aufkommen lässt, nämlich
den Nachweis, dass es möglich ist, durch Zucht
wahl von einem besonderen Viehstamme zwei
Rassen zu züchten, welche entweder unfähig
wären, sich weiter mit einander zu kreuzen,
oder deren Nachkommen durch Kreuzung mit
einander unfruchtbar würden. Huxley zweifelt
zwar nicht daran, dass die aus der Zuchtwahl
hervorgehende Verschiedenheit der Typen be
deutend genug werden kann, um Unfruchtbar
keit, wie sie meist zwischen Arten oder deren
Nachkommen besteht, gleichfalls hervorzurufen,
er vermisst bis jetzt jedoch ein Factum, das
einen weiteren Zweifel darüber nicht auf
kommen lässt. Carl Vogt wendet mit Recht
dagegen ein, dass lediglich die Kürze der Zeit,
welche die Generationsfolgen der aus Zucht
wahl hervorgegangenen Typen erst durch
laufen haben, es noch nicht zu durchgreifen
den Veränderungen, wie sie unter Arten ein
getreten sind, hat kommen lassen, dass jedoch
auch jetzt schon Fälle bekannt sind, in denen
variirte, einer Art angehürige Typen unserer
Hausthiere sich nicht mehr fruchtbar mit ein
ander vermischen, weil die Begattung entweder
physisch unmöglich ist oder gegenseitige Ab
neigung sie verhindert (Settegast). Freitag.
Huzard J. B. (1788—1838) studirte Vete
rinärmedicin in Alfort, fungirte als Huf
schmied und praktischer Veterinär in Paris,
und war nachher Generälinspector der Thier
arzneischulen in Frankreich. Huzard war
fleissiger Sammler und Schriftsteller. Seine
Bibliothek umfasste 40.000 Bände. Er gab
Schriften heraus über Behandlung der Milch
kühe, Verbesserung der Pferdezucht, Mauke,
Dampf, Seuchen, Fäule, Lungenschwindsucht
der Kühe und veröffentlichte mit Chabert
und Flandrin eine neu bearbeitete Auflage der
Arzneimittellehre von Bourgelat 1808. Sr.
Huzard J. B., der Sohn, studirte in
Alfort und war einige Zeit Repetitor an der
Veterinärschule. Gab 1820 heraus „Esquisse
de Nosographie vötörinaire“, schrieb über
Kreuzung 1830, Thierzucht 1840, Gewährs
mängel und Gewährschaft 1825, Pferdezucht
in Frankreich 1829, Maul- und Klauen
seuche 1839. Semmer.
Huzzulenvieh. Im äussersten Osten Gali
ziens lebt in dem bis 2000 m hohen Karpathen
gebirge ein noch wenig bekannter Gebirgs-
stamm, die Huzzulen, der sich ausschliesslich
der Viehzucht widmet und seine Existenz einzig
und allein der Viehzucht verdankt. Die Huzzulen
bilden ein Hirtenvolk im wahren Sinne des

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