Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Die wichtigste Umsetzung, welche in die
Constitution einen Einblick gewährt, erhält
man durch Destillation mit Zinkstaub im
Wasserstoffstrom, ebenso durch Einwirkung
starker Salzsäure bei 140° und nachfolgender
Destillation mit Aetzkalk (Kretschy); es bildet
sich hiedurch Chinolin, dessen Constitution
bekannt ist:

empirische Formel C 9 H 7 N.
Diese Substanz stellt ein farbloses, stark
lichtbrechendes Oel von alkalischer Reaction
dar, welches aus Hydrocarbostyril (C 9 H 9 N0),
dem Anhydrid der Orthoamidophenylpropion-
säure oder aus Nitrobenzol, Anilin und Gly
cerin (Skraup) künstlich dargestellt werden
kann.
Aus der Bildung des Chinolin aus Kynurin
oder der Kynurensäure geht hervor, dass der
erstgenannte Körper als Oxychinolin (Chinolin
phenol) und die Kynurensäure als Oxychino-
lincarbonsäure aufzufassen ist. Synthetisch
sind die verschiedenen Oxychinolincarbon-
säuren bislang sämmtlich erhalten worden.
Eine Orthoverbindung entsteht nach E. Lipp-

mann durch Erhitzen von Tetrachlorkohlen
stoff mit Orthooxychinolinkalium und alkoho
lischem Kali. Dieselbe ist isomer mit der
von Weidel aus a — Cinchoninsäure dar
gestellten (Schmelzpunkt 280°). Fast quan
titativ lassen sich die übrigen Verbindungen
(ausser der Orthoverbindung die Meta- und
Parasäuren) gewinnen, sobald die Natronsalze
der verschiedenen Oxychinoline mit C0 9 bei
140° unter fünf Atmosphären Druck behan
delt werden (R. Schmitt). Tereg.
Kynursäure. Durch Oxydation mit Kalium
permanganat entsteht aus der Kynurensäure
die Kynursäure (C 9 H 9 N0 5 ); krystallisirt aus
Aether in Nadeldrusen oder beim Aufgiessen
der ätherischen Lösung in zarten mikrosko
pischen Prismen, welche einen weichen Filz
bilden. Sie ist zweibasisch. Beim längeren
Erwärmen mit Wasser oder beim Eindampfen
mit Salzsäure erleidet sie eine Spaltung in
Oxalsäure und Ortho-Amidobenzoesäure, die
theilweise auch schon beim Umkrystallisiren
erfolgt. Die Kynursäure ist demnach Oxalyl-
o-Amidobenzoesäure :C, ; H, jqjj^cO COOH
und sonach mit der Carbostyrilsäure identisch.
Durch Zusammenschmelzen von Oxalsäure
mit o-Amidobenzoesäure kann auch die Syn
these der Kynursäure bewerkstelligt werden
(M. Kretschy). Tereg.
Kyonin (von *6u>v, Hund), das im Nasen
schleim staupekranker Hunde enthaltene Con-
tagium, das hin und wieder zu Präcautions-
impfungen gegen Staupe verwendet worden
ist, die sich aber nicht bewährt haben. Ar.

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