Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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der Farbe nach sind sie Braune und Fuchse.
— Das gegenwärtig verfolgte Zuchtziel des
Gestüts ist auf die Hervorbringung guter,
schneller Jucker und auch Traber gerichtet.
In Folge dessen wird ein Traber, nämlich
der amerikanische Traberhengst Cupid, dessen
Record 2’24 3 / t ist, als Hauptbeschäler be
nützt. Neben demselben besitzt das Gestüt
noch 2 Hengste, die jedoch meist nur als
Probirer verwendet werden.
Etwa 18—20 Fohlen werden dem Gestüt
alljährlich geboren. Ein Theil der Aufzucht
wird zu dessen Ausnützung trainirt und auf
die Traberbahn gebracht, während ein an
derer Theil zur Deckung des eigenen Be
darfes dient, und der Rest gewöhnlich im
Frühjahre verkauft wird. Vom April bis in
den Herbst hinein bleiben alle Fohlen Tag
und Nacht auf der Weide, zu der die Jähr
linge eine kleine Hafergabe empfangen. Die
Stuten mit den Saugfohlen gehen nur tags
über auf eine nahe am Hofe gelegene Wiese,
während sie des Nachts eingestallt werden.
Nach Beendigung des Weideganges werden
die Fohlen zu etwa 18 Stück in je einem
Stall untergebracht, dessen gegen Süden ge
legenes Thor stets offen steht, so dass die
Fohlen viel, auch bei jedem Unwetter, im
Freien und dadurch sehr abgehärtet sind. Die
tägliche Futtermenge besteht pro Kopf ne
ben Gerstenstroh und Heu aus 6 1 Hafer.
Ein Gestütbrandzeichen kommt gegen
wärtig nicht mehr in Anwendung, doch wurde
früher ein D F mit darüber befindlicher
Grafenkrone, später D O und zuletzt ein
wieder mit darüber befindlicher Grafen
krone als solches benützt.
Die Rindviehheerde Kiräly-Telek besteht
aus ungarischem Vieh, das in Gulyabetrieb
gezogen wird. Grassmann.
Klappen nennt man jene Unart des Pferdes,
bei welcher dasselbe unter gewöhnlicher oder
höherer Haltung des Kopfes Ober- und Unter
lippe mit weithörbarem Geräusch (klappendes)
aneinanderschlägt. Mitunter verbinden die
Pferde abwechselnd mit dem Klappen auch
ein schnarchendes Einziehen der Luft mit
seitlich verzogenen Nüstern. Pferde, welche
koppen, haben auch mitunter die Unart des
Klappens oder dieses ist der Vorbote des
Koppens, Krippenbeissens und Nagens. Das
Klappen lernen die nebenstehenden Pferde
ebenso, wie das Koppen. Gut anliegende, mit
hinreichend weiten Nüsternöffnungen versehene
Maulkörbe sind die einfachste und zweck
dienlichste Vorrichtung, um das Klappen bei
Pferden, welche diese Unart üben, thunlichst
zu verhindern. Lechner.
Knochenhebel. Spatelförmiges, aus Stahl
gearbeitetes, je nach dem Gebrauchszwecke ver
schieden geformtes Instrument, welches zur Ent
fernung von Knochentheilen verwen det wird. Kh.
Knochenschaber. Eine scharfkantige Stahl
platte von 3-, 4- oder bockiger Form, in der
rechtwinkelig ein mit einer Handhabe ver
sehener Stab eingeschraubt ist.
Das Instrument dient zum Abschaben

der Beinhaut bei Operationen oder Darstellung
von anatomischen Präparaten (s. d.). Koch.
Knochenschraube. Ein nach Art eines
Schraubenziehers dargestelltes und ebenso zu
handhabendes Instrument, welches zum Ent
fernen loser Knochenstücke dient, wie z. B.
bei der Trepanation (s. d.). Koch.
Kräuteressig, s. Acetum aromaticum.
Kraft ist für den Physiker der Inbegriff
der Ursachen von Erscheinungen (Bewe
gungsvorgängen), welche an Naturkörpern
hervortreten. Das Wesen dieser Kräfte ist
für die meisten derselben nicht bekannt, wir
Schliessen deren Vorhandensein nur aus den
Erscheinungen. Da aber alle Naturkörper
solche darbieten, so müssen wir auch in
einem jeden derselben, auch wenn er im
Ruhezustand sich befindet, ein Kraftdepöt
erblicken. Die Kraft ist somit an die Materie
u. zw. sowohl die belebte, wie die nicht be
lebte, untrennbar gebunden. Wenn nun die
Materie eine jederzeit unveränderliche und
ein scheinbares Verschwinden oder Entstehen
derselben nichts anderes ist, als ein Wechsel
der Form, sowie der chemischen Mischung
derselben (Gesetz von derConstanz des
Stoffes), so muss auch für die Kraft, als
eine der Materie inhärirende Eigenschaft,
das Gleiche gelten. Wie jene ist auch sie
eine durchaus unvergängliche, in ihrer Tota
lität stets gleichbedeutende; Jul. Rob. Mayer
und Helmholtz sprechen sich desshalb in
ihrem Gesetze von der Gonstanz der
Kraft dahin aus, dass alle in einem System,
also z. B. im Weltall enthaltenen Kräfte stets
gleich gross bleiben und wohl in einander
übergeführt werden können, so dass Spann
kräfte sich in lebendige Kraft umsetzen
können und umgekehrt, dass aber niemals
auch nur irgend ein Theil der Kräfte ver
loren geht. Diese Thatsache findet auf den
Organismus eines belebten Naturkörpers
ebensogut Anwendung, wie sie für die unbe
lebte Natur Geltung hat. Wenn durch die
im Körper sich stetig abspielenden Stoff
wechselvorgänge ein bestimmtes Quantum
eines Stoffes gespalten und schliesslich durch
die Mitwirkung von 0 verbrannt wird, so
bildet sich hiebei ein äquivalentes Mass le
bendiger Kraft (Wärme etc.), das für die
Erscheinungen im Thierkörper direct in An
spruch genommen wird. Durch die Zerlegung
und Verbrennung von 1 g Zucker z. B. in
C0 2 und H 2 0 wird genau so viel Wärme
gebildet als nöthig ist, um die Temperatur
von 3 277 kg Wasser um 1° C. zu erhöhen;
es liefert also die Verbrennung von 1 g
Zucker 3 277 Galerien. Die sich so bildende
Wärme wird wohl in der Hauptsache vom
Körper an die Umgebung abgegeben, aber
wie man die Wärme der Dampfmaschine sich
in Arbeit umsetzen sieht, so kann man sich
in ähnlicher Weise vorstellen, dass die im
Körper erzeugte Wärme oder aber ihre Quellen
(die in Zerfall gerathenden Nahrungsstoffe)
direct zur Production mechanischer Arbeit,
d. i. Muskelthätigkeit, herangezogen werden.
Da nun aber, wie die Mechanik lehrt, zwischen

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