Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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H.

Hugue A. schrieb 1800 in Hamburg ein
Handbuch für Pferdeliebhaber und Bossärzte.
Humanisirte Lymphe ist eine den Kuh
pocken entnommene Lymphe, welche man
Menschen zum Schutze gegen den Ausbruch
der natürlichen Pocken einimpfte, um alsdann
aus den sich bildenden Menschenpocken Lymphe
gewinnen zu können, mit welcher von Mensch
zu Mensch geimpft wird. Auf diese Weise
ist die animale Lymphe humanisirt worden.
Durch die Impfung mit humanisirter Lymphe
sind mitunter ansteckende Krankheiten auf
die Impflinge übertragen worden; man ist
deshalb in neuester Zeit dazu übergegangen,
zur Vaccination der Kinder animale Lymphe
zu verwenden. Diese erhält man, wenn Kälber
retrovaccinirt werden, von deren Gesundheit
man sich überzeugt hat. Anacker.
Humanitätsanstalten sind alle jene von
Privatpersonen, Vereinen oder dem Staate
ausgehenden Unternehmungen und Veranstal
tungen, die entweder den Menschen in allen
Lebenslagen zu schützen vermögen und ihm
ein sorgenfreies Dasein zu verschaffen und
für etwa eingetretene Unfälle oder wichtige
Veränderungen in Stand, Leben etc. Entschä
digung oder Beihilfe zu leisten im Stande
sind, oder welche den Schutz und die Pflege
von Thieren im Auge haben. Hiezu rechnet
man zunächst jene Anstalten, welche den
Menschen persönlich betreffen, also seine
Person vor Schaden, Krankheit und Gefahren
bewahren sollen; solche sind die Kranken-
und Irrenanstalten, Unfallversiche
rungen, Invalidenversorgungen, Ar
menpensionate, Lebensversicherungen
u. s. w. Ferner gehören hieher jene Anstalten,
welche die irdischen Güter des Menschen zu
schützen, sein Hab und Gut unversehrt zu
erhalten vermögen; solche sind die Feuer
versicherungsanstalten, welche die Woh-
nungs-, Wirthschafts- und Industriegebäude der
Menschen gegen ruchlose Brandstifter schützen
und unermesslichen Schaden des Eigenthümers
bei Feuersbrunst verhüten sollen, ferner die
Viehversicherungen gegenKrankheits-und
Todesfälle im Viehstande, Hagelversiche
rungen gegen Hagelschlag, welche das ein
zige Mittel bieten, hiedurch hervorgerufenen
Schaden wieder gutzumachen. Zum Wohle
der Thiere gibt es Thierschutzvereine,
welche hauptsächlich durch Bath und Er
mahnung und dadurch wirken sollen, dass sie
Fälle von Thierquälereien den Behörden zur
Bestrafung anzeigen, wobei vorausgesetzt ist,
dass diese Vereine durch die Polizei, also
durch Gesetze gegen Thierquälerei, unterstützt
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. V. Bd.

werden. Es gibt auch Vereine, welche alte,
kraftlose Thiere, die nur mit Anstrengung
arbeiten können, ankaufen, um sie durch einen
schnellen Tod von ihren Leiden zu befreien.
Im weiteren Sinne können auch alle Thier
arznei-Institute als Humanitätsanstalten
bezeichnet werden, weil sie theils unmittelbar,
theils mittelbar durch Belehrung und Unter
richt zur Pflege und Heilung kranker Thiere
dienen. Ableitner.
Humerus, Armbein oder Oberarmbein.
Ein starker schiefgestellter Böhrenknochen
der vorderen Extremität, welcher zur Seite
der Brust gelagert ist. Er articulirt nach
aufwärts mit dem Schulterblatt und bildet
mit diesem bei normaler Stellung einen
Beugewinkel von etwa 100°. Nach abwärts
steht er in gelenkiger Verbindung mit den
Vorarmknochen, Badius und Ulna und bildet
mit dem Badius einen Beugewinkel von circa
53 °. Der Humerus dient zahlreichen Muskeln
zur Insertion, die sich namentlich an den
Muskelfortsätzen des oberen Endes sowie der
äusseren und inneren Fläche anheften, und zu
denen namentlich der vordere Grätenmuskel
(lateraler Muskelhöcker des oberen Endes),
der hintere Grätenrnuskel (lateraler Bollfort-
satz), der Unterschulterblattmuskel (medialer
Muskelhöcker des oberen Armbeinendes), der
Auswärtszieher des Armbeins (am sog. Um
dreher), der breite Bückenmuskelheber des Arm
beins, innerer Ellenbogenstrecker (an Bauhig-
keiten der inneren Fläche des Mittelstückes)
gehören. Die vordere Fläche des Armbeins
wird von dem langen Vorarmbeuger (M. biceps
brachii), die gewundene, hintere und laterale
Fläche von dem gewundenen Vorarmbeuger
(M. brachialis internus) bedeckt. Eichbaum.
Humit, ein mit Olivin (s. d.) verwandtes,
seltenes Mineral, welches in kleinen, braun
gelben, mit vielen Flächen überladenen Kry
stallen auftritt. Härte 6—7, specifisches Ge
wicht 3'2, wurde bis jetzt nur in den Blöcken
der Somma (Italien) gefunden. Loebisch.
Hummel, Bombus. Hautflügler, welche un
serer Hausbiene (s. d.) am nächsten stehen, von
der sie sich durch die zwei Enddornen an den
Hinterschienen, die sehr dichte, die Haut
ganz verhüllende, meist bunte Behaarung und
die in gerader Linie stehenden Nebenaugen
unterscheiden. Die Leckzunge ist länger als
die der Biene. Die Oberkiefer sind gezähnt.
Der Körper ist gedrungen, plump. Die ver
schiedenen Arten sind meist schwer zu unter
scheiden, weil die Haare in Färbung sehr
variiren, sich leicht abreiben und bei mehreren
Arten verschiedene Färbung haben. Der Stich
1

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