Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Ibex, s. Steinbock.

Ibis, Vogelgattung der Familie der Beiher-
vögel, Ordnung der Sumpfvögel. Der heilige
Ibis (Ibis religiosa) wurde bei den alten Aegyp-
tern nach einigen als Vorbote der Nilüber-
schwemmung, nach anderen als Vertilger
lästiger Amphibien göttlich verehrt und häufig
als Mumie einbalsamirt. Brümmer.

Ibräny in Ungarn, Comitat Szabolcs, war
früher ein Gestüt, welches aus englischen
Halb- und Vollblutpferden bestand und dem
Grafen Lönyay gehörte. Dasselbe wurde aber
bald nach Beginn der Siebzigerjahre dieses
Jahrhunderts aufgelöst. Grassmann.

Ichneumon, s. Familie der Marder.

Ichneumoniden, s. Wespen.

Ichor s. Ichos (von 5ypdg, feucht,
flüssig), jede farblose Flüssigkeit, das Blut-
wasser, jetzt meistens für Jauche, d. h.
schlechten Eiter gebraucht. Anacker.

Ichthidin. Die in den unreifen Eiern von
Knochenfischen und Amphibien vorkommenden
Dotterplättchen, geradwinkelige quadratische
platte vollkommen durchsichtige und doppelt-
brechende Täfelchen, löslich in Wasser. Die
wässerige Lösung des Ichthidins wird durch
Kochen gefällt, ebenso durch Alkohol und
Aether. Es wird von coneentrirter Salzsäure
ohne Violettfärbung gelöst (Unterschied von
den Albumin steifen) hingegen von Salpeter-
säure gelb, von Millon’s Reagens roth, von
Jodlösung bräunlich gefärbt. Ammoniak löst
das gefällte Ichthydin, nicht aber concentrirte
Kalilauge, Schwefelsäure und Essigsäure. Die
Ichthydinplättchen lassen sich aus wässeriger
Lösung umkrystallisiren. Die Substanz der-
selben ist bisher noch wenig untersucht. Lh.

Ichthulin, ein dem Ichthidin (s. d.) sehr
ähnlicher Körper, der in Fischeiern und be-
sonders den Salmeneiern aufgefunden wurde.
Er enthält Phosphor und Schwefel. Die wäs-
serige Lösung desselben trübt sich bald unter
Abscheidung einer fadenziehenden, in Wasser
unlöslichen Substanz. Sind die Salmeneier
schon vollständig ausgebildet, so enthalten sie
kein Ichthulin mehr, sondern einen in phos-
phorhältigemOel suspendirtenEiweissstolf. Lh.

Ichthyocolla, Fischleim, die Schwimm-
blase mehrerer Störarten (Hausenblase), ist nur
Klebmittel und wird jetzt nur mehr zur Her-
stellung des englischen Pflasters pharmaceutisch
verwendet. Vogel.

Ichthyologia (von i/fi-ö;, Fisch: Xo'yo;,
Lehre), die Lehre von den Fischen. Anacker.

Ichthyolum, Ichthyol. Das neue vielver-
sprechende Arzneimittel wird aus einem stark

schwefelhaltigen Mineralöl dargestellt, das
aus einem (bei Seefeld in Tirol gefundenen)
bituminösen Kalkschiefer stammt und durch
Behandlung mit Schwefelsäure in eine leicht
in Wasser lösliche Verbindung übergeht. Diese

Ichthyolsulfonsäure, Acidum sul-
foichthyolicum, ist von grünschwarzer
Farbe, hat die Consistenz des Syrups und
bildet mit den Alkalien, namentlich Natrium
und Ammonium - Salze, welche als braune,
ziemlich dickflüssige Pasten jetzt in den
Apotheken erhältlich sind und in destillirtem
Wasser sich völlig lösen, nach Unna am
zweckmässigsten in gleichen Theilen destil-
lirten Wassers, Spiritus und Aether. Auf
die Haut der Thiere aufgetragen, ist die
Wirkung desinficirend, die Gefässe contra -
hirend, und geht die Action in 5%igen Lö-
sungen der Säure oder des (mehr dünn-
flüssigen)

Ammonium sulfoichthyolicum
schon ziemlich in die Tiefe, und wird bei
dem grossen Gehalt des Mittels an Schwefel
und Sauerstoff dem Gewebe viel des letzteren
entzogen; ausserdem findet eine stärkere Ab-
schiebung der Hornschicht statt, so dass
offene, wunde, namentlich stark secernirende
Flächen sehr rasch und schön trocknen, über-
hornen und vernarben; man benützt daher
genannte Lösungen mit grossem Vortheil bei
Wunden, die rasch verheilen sollen, bei
Erosionen, Verbrennungen ersten und zweiten
Grades etc. Je trockener, gefässärmer das be-
treffende Gewebe ist, desto eher werden auch
stärkere Solutionen, die auch mit Fett, Va-
seline oder Lanolin zu 10—15% gemacht
werden, gut ertragen; pur auf Wunden auf-
getragen, erfolgt eine momentane Einschrum-
pfung und narbenlose Verklebung. Sehr gün-
stige Effecte erzielt man durch den contra-
hirenden (antiphlogistischen) Einfluss auf die
Blutgefässe bei Erythemen, Erysipelen und
jenen superficiellen Dermatitiden, welche
in der Form von Hautausschlägen auftreten.
Auf 3—6%ige Lösungen oder Salben ver-
schwindet auf das auch leicht schmerzstillende
Mittel bald der Juck- und Entzündungsreiz,
und die Schwellung der Haut lässt nach,
indem sie sich in feine Runzeln legt. In
schwächeren Lösungen (zu 2—3%) erweist
sich Ichthyol auch bei den verschiedenen
Formen der Keratitis als vortheilhaft. Am
meisten angewendet wird zur Zeit das Mittel,
dessen Preis noch ein sehr hoher ist, bei
acuten und chronischen Ekzemen und dem
Grind der Hunde sowie wegen der stark
parasitentödtenden Nebenwirkung auch

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