Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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Bei den zweischneidigen Messern dient etwa
die Hälfte des Kückens der Klinge von der
Spitze ab ebenfalls als Schneidewerkzeug.
Zur grösseren Haltbarkeit ist die Klinge mit
einem die ganze Länge des Griffes durchlau
fenden Fortsatz versehen und mit diesem ver
nietet. Das Messer wird mit der vollen Hand
gefasst und die Schnitte mit Kraft geführt.
Hufmesser (Taf. XXXIX, Fig. 3) mit
in der Schale zu verbergender breiter Klinge
und starkem Kücken, um bei Hufoperationen
starke Hornmassen zu trennen.
Sc alp eil (Taf. XXXIX, Fig. 4) (s. unter
Anatomische Instrumente und Geräthe), ein
messerartiges Instrument, in der Anatomie
gebräuchlich, um Muskeln zu präpariren und
mit dem Ende der hölzernen Handhabe
sehnige Gebilde etc. los zu trennen.
Aderlasslanzette, ein in England
zum Aderlässen gebräuchliches messerför
miges Instrument (Taf. XXXIX, Fig. 8), dessen
kurze lorbeerblattförmige Klinge in einer
Schale verborgen wird.
Lorbeerblattmesser (s. d.) (Taf.
XXXIX, Fig. 6), ein zweischneidiges, mit
lorbeerblattförmiger Klinge versehenes und
mit der Handhabe fest verbundenes Messer,
meistens zum Eröffnen von Abscessen ver
wendet.
Wirkmesser zum Beschneiden der
Hornsohle bestimmt, werden in zwei Formen
hergestellt, u. zw. in Form des arabischen
Wirkmessers (Taf. XXXIX, Fig. 7) (s. arabi
sches Wirkmesser) und des deutschen Stoss
messers (Taf. XL, Fig. 9); dessen Klinge
stellt eine nahezu quadratische, ca. 4% cm
im Gevierte fassende Fläche mit winkelig
aufgestellten 2 mm breiten Rändern dar, der
vorderste Rand der breiten Schneidefläche ist
scharf und zum Beschneiden der Hornsohle
des Pferdehufes bestimmt,; es wird in der
Weise gehandhabt, dass das hintere knopf-
förmige Ende des hölzernen Griffes durch den
Druck mit der Bauchfläche der hantirenden
Person, welche das Instrument in der Kegel
mit der rechten faustförmig geballten Hand
an der Sförmigen Krümmung des Stieles
der Handhabe umfasst, gegen die zu be
schneidende Hornsohle gestossen wird.
Rinnmesser, elliptisch gebogen, am
vorderen scharfschneidenden Ende eines nach
rechts und ein zweites nach links umge
bogenes Messer, zu Hufoperationen, u. zw.
lediglich zur Lostrennung des Hufhornes be
stimmte Instrumente (Taf. XXXIX, Fig.9), der
Handgriff ist mitunter zur sicheren Hand
habung gekerbt. Die Spitze, resp. das vordere
Messerende ist eingebogen, um Verletzungen
tiefer liegender Gebilde hintanzuhalten. Die
selben sind auch bisweilen nach Art eines
Taschenmessers, in der Regel in Verbindung
mit einem Hufbohrer hergestellt.
Starmesser, Lanzenmesser (s. unter
Cataracta). Zu Augenoperationen bedient man
sich eigens geformter Instrumente, u. zw.
des Starmessers (Taf. XL, Fig. 10), des
Lanzenmessers (Taf. XL, Fig. 11).

Hakenmesser (s. u. Geburtshaken). Zu
geburtshilflichen Operationszwecken werden
hakenförmig gestaltete Messer (Taf. XL,
Fig. 12 und 13) verwendet, deren Rücken
stumpf ist, um Verletzungen zu vermeiden,
die concave Fläche jedoch dem Zwecke ent
sprechend schneidend ist.
Bistouri (s. d.), (Taf. XL, Fig. 14, 18,
16). Zu den verschiedensten Operations
zwecken verwendete messerförmige Instru
mente, welche in einer Schale verborgen
werden.
Tenotom (Taf. XL, Fig. 17), zum Sehnen
schnitt und anderen Operationen dienendes
Instrument (s. Englisiren).
Verborgene Bistouris werden schnei
dende messerförmige Instrumente genannt
welche durch einen der Gestalt und dem
Gebrauchszwecke entsprechenden Mechanis
mus in einer Scheide verborgen werden
können (s. Taf. XL, Fig. 18, 19, Taf. XLI.
Fig. 20, 21).
Castrirmesser (s. u. Castration), ge
bogene Messer, lediglich zu Castrations
zwecken dienend (Taf. XLI, Fig. 22)."
Myotom, ein gekrümmtes, zum Muskel
schnitt bestimmtes Instrument (s. Engli
siren) (Taf. XLI, Fig. 23 und Myotenotom
Fig. 28).
Fingermesser, an dem Mittelfinger
einer Hand mittelst Ringen (Taf. XLI, Fig. 24,
28) zu befestigende Messer, in der geburts
hilflichen Praxis lediglich zum Zerstückeln
des Jungen dienend.
Linsenmesser. Ein mit Holzgriff ver
sehenes, aus Stahl gefertigtes schneidendes
Instrument mit einer linsenförmigen Metall
kappe, um Verletzungen tieferliegender Ge
bilde zu verhüten (Taf. XLI, Fig. 26), wird
gewöhnlich bei der Trepanation zum Ebnen
vorstehender Knochensplitter am Sägerande
des entfernten Knochens verwendet; die eine
Seitenfläche ist gekrümmt, um mit demselben
in der Operationswunde leichter hantiren zu
können.
Fistelmesser (s. u. Fistel), ein ge
krümmtes Bistouri mit geknöpfter Spitze,
um Verletzungen tieferliegender Gebilde bei
der Eröffnung von Hohlgängen zu vermeiden
(Taf. XLI, Fig. 27).
He rniotom oder Bruchmesser, ein nach
der Kante gebogenes, geknöpftes Messer,
dessen concave Schneide zur Erweiterung
des Bruchringes bei der Bruchoperation
(s. Leistenbruch) dient (Taf. XLI, Fig. 29).
Periostotom (Taf. XLI, Fig. 30), ein
nach der Schneide gekrümmtes Instrument
zum Beinhautschnitt (s. d.).
Literatur: Pr. Dr. L. Förster, Thier&rztliolie
Instrumenten- und Verbandlehre, Wien, 1861. Koch•
Messing nennt man Legierungen (s. d.)
von Kupfer und Zink; sie sind gelb, härter
als Kupfer, sehr dicht, leichter schmelzbar und
dünnflüssig, hämmerbar, lassen sich leicht
walzen und zu Draht ausziehen, lassen sich
auf der Drehbank bearbeiten und füllen beim
Giessen die Formen gut. Man unterscheidet
Rothguss mit 86 und mehr Procent Kupfer,

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