Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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hin- und hergeworfen und durch diese Re
flexionen wesentlich verstärkt werden. Dies
geschieht so regelmässig, dass hiedurch ein
metallischer Ton (wie in einer Guitarre)
entsteht. Derselbe Ton kommt auch unter
dem Plessimeter zu Stande, wenn die in die
Pleurahöhle eingedrungene Luft bei biegsamer
Brustwand durch die Percussion derselben in
tönende Oscillationen versetzt wird, man muss
aber das Ohr in die Nähe halten. In der
selben Weise entsteht der amphorische Nach
hall in (wenigstens faustgrossen) Höhlen mit
glatten Wänden und oberflächlicher Lage in
infiltrirtem Lungenparenchym, wobei man aus-
cultatorisch immer auch bronchiales Athmen
mitvernimmt; das metallische Klingen ist
also in diesem Palle einer Modification des
Bronchialathmens gleich zu achten, da dieses
stets in für Luft unzugänglichen Lungenpartien
entsteht. Ebenso hört man metallischen Bei
klang, wenn einfaches bronchiales Athmen
in der Nähe physiologischer glattwandiger
grosser Hohlräume, z. B. des mit Gasen stark
gefüllten Magens zu Stande kommt. Skoda
nahm an, dass er der Consonanz (s. d.) seinen
Ursprung verdanke, physikalisch richtiger
wird aber die Erscheinung als Resonanz, d. h.
als Mittönen der in Hohlräumen befind
lichen Luft bezeichnet. Vogel.
Metalloide, s. Elemente.
Metallotherapie. Sie begreift an und für
sich die innere und äusserliche Behandlung
von Kranken durch Metalle und deren Prä
parate (s. Metallwirkungen), man will aber
unter dem Ausdruck „Metallotherapie“ meist
jene Behandlungsweise begreifen, welche darin
besteht, dass man einzelne Metalle, z. B. Zink,
Blei, Silber, Gold in Form von Platten auf
die Haut legt, um Sensibilitätsstörungen
(Anästhesie, Hemianästhesie) zu beseitigen.
Man hat schon in alten Zeiten die Be
merkung gemacht, dass beim Menschen un
empfindliche Körperstellen, welche sogar auf
starke elektrische Reize nicht mehr reagiren,
ihre normale Sensibilität wieder erhalten,
wenn man sie 10—20 Minuten oder länger
mit Metallstücken in Berührung erhält, es ist
aber diese Wahrnehmung nicht weiter thera
peutisch beachtet worden. Erst die neuere
neuropathische Schule ist wieder, besonders
durch französische Aerzte (Girardin, Bour-
donnier u. A.), darauf zurückgekommen, um
die Wirkungen der Metalle mit Rücksicht auf
obige Beobachtung näher zu untersuchen, und
hat sich dabei herausgestellt, dass halbseitige
(besonders auf Gehirnkrankheiten und Hy
sterie beruhende) Gefühlslähmungen allerdings
durch ganz bestimmte Metalle, wenn auch
nur auf kurze Zeit, beseitigt werden können.
Indessen ist dies nicht bei allen Individuen
der Fall und auch nur durch gewisse Metalle
(namentlich Goldplatten) ermöglicht, welche
für jeden Einzelnfall erst empirisch auf
gefunden werden müssen. Es entsteht dann
auf der betreffenden Stelle eine erhöhte cir-
culatorische Thätigkeit und das Gefühl kann
jetzt wieder zurückkehren. Das Gleiche gilt
auch vom Auflegen von Metallplatten auf

Schleimhäute oder auf das Auge, und wird
dabei häufig die Empfindlichkeit des
letzteren (wenigstens für hell oder dunkel
oder für Farben) wieder hergestellt. Es kann
aber auch kommen, dass auf der einen Kör
perseite an der anästhesirten Stelle die Sen
sibilität sich hebt oder steigert, auf der an
deren gesunden Seite aber allmälig erlischt
oder dass die Metallplatten überhaupt keinen
greifbaren Erfolg erzielen.
Man hat sich vielfach bemüht, diese
eigenthümliche Metallwirkung, welche lebhaft
an die Mesmer’schen magnetischen Euren
(s. Magnetotherapie) erinnert, physiologisch
näher zu deuten, bis jetzt aber eine genü
gende Erklärung nicht gefunden. Am nächsten
liegt es, zur Deutung der mysteriösen Wir
kung die Entwicklung kleiner elektrischer
Strömungen in den Metallplatten heranzu
ziehen, es kann aber jedenfalls nur eine äus
serst schwache, minimale elektrische Erregung
dabei ins Spiel kommen, und auch diese findet
nur in den Metallstücken selbst statt, gleicht
sich hier aus und wird daher gar nicht auf
die Haut oder in den Körper übergeleitet,
abgesehen davon, dass auch unwirksame Me
talle einen Strom erzeugen, u. zw. sogar
einen stärkeren. Es kann somit die Wirkung
unmöglich auf Elektricität beruhen und haben
dies schon die Controleversuche von Schiff
und Gebhardi dargethan. Ausserdem erreicht
man denselben Zweck, wenn statt der
Platten Metalle in Form aufgelöster Salze
derselben zur Anwendung kommen oder wenn
man Knochenplatten, Holzplatten nimmt und
auf die Haut bindet. Gewisse Hölzer, wenn
sie einige Zeit in Berührung mit der Haut
gelassen werden, haben ganz ähnlichen Effect,
und sollte hierauf eine besondere Behandlungs
weise, die sog. Xylotherapie, gegründet
werden; die gesteigerte Sensibilität der Haut
wird namentlich durch Platten der braunen
Chinarinde herabgedrückt, es lässt sich aber
diese Xylotherapie so wenig als die Metallo
therapie vorerst für praktische Heilzwecke
verwerthen.
Eher ist es möglich, dass bei der Wir
kungsweise der letzteren die anfängliche
Temperaturdifferenz der Platten gegen
über der Haut massgebend ist und dadurch
Reize entstehen, die sich vielleicht durch den
Unterschied der Wärmeleitung' erklären lassen.
Ausserdem hat Schiff die Hypothese auf
gestellt, dass, nachdem die Hemianästhesien
in einer Veränderung der Nervenmolecüle be
stehen, durch die Metallplatten eine Er
schütterung der ersteren bewirkt werde,
die Heilung daher in Verschiebungen der ge
nannten Molecüle bestehe, ein Erklärungs
versuch, der die Sache dem Verständniss auch
nicht viel näher zu bringen vermag. Vogel.
Metallurgie, s. Metalle.
Metallvergiftungen. Wenn solche vor
liegen, was nicht sehr häufig bei den Haus
thieren der Fall ist, können sie (s. Metall
wirkungen und die Einzelstoffe) nur durch
solche Mittel chfemisch beeinflusst werden,
durch welche Verbindungen entstehen, welche

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