Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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erfüllen in letzter Beziehung die von Karl
Schenck in Darmstadt gebauten Lauf
gewichtswagen mit Registrirapparat ihren
Zweck. Der Preis solcher mit 200 kg Tragkraft
beträgt 170 Mark (incl. Blechgefäss). Feser.
Milchwein, vinum lacticum. Ein Liter
Kuhmilch wird auf 23 ° C. erwärmt, mit
30 0 Zuckerpulver und 2 0 mit Zucker zer
riebener Presshefe (oder 10'0 frischer Bier
hefe) versetzt, zwei Minuten lang gut durch
quirlt und in gut zu verkorkende Flaschen
gefüllt, welche nach D/ztägigem Stehen bei
20 ° C. unter einigemaligem Umschütteln zum
Genuss fertiges Getränke liefern (s. a. Kumys).
Feser.
Milchzitzen, s. Milchdrüse.
Milchzucker, Lactose, Lactobiose, Lac-
tine, C 12 H 22 O u -s- H 2 0, ein zur Gruppe des
Rohrzuckers zählendes Kohlehydrat, findet
sich in der Milch, in der Amnionflüssigkeit
der Kuh. pathologisch in den sog. Lacto-
celen (Milchbrüchen), im Pflanzenreich wurde
er in den Früchten von Achras Sapota,
auf der Insel Martinique wachsend, nachge
wiesen. Im Grossen gewinnt man ihn in
Käsereien aus den durch Labwirkung erhalte
nen Molken. Diese werden aufgekocht, filtrirt,
aus dem bis zum dünnen Syrup abgedampften
Filtrat, krystallisirt nach längerem Stehen
in Krystallen. Um ganz farblose Krystalle zu
erhalten, ist es vortheilhaft. beim Umkrystalli-
siren schwefelsaure Thonerde und Kreide der
Flüssigkeit zuzusetzen. Der Milchzucker tritt
in zwei durch verschiedenes physikalisches
Verhalten begründeten Modiflcationen auf. Der
gewöhnliche Milchzucker (Modification a)
bildet rhombische hemiedrisch ausgebildete
Krystalle, welche sich in 6 Theilen kaltem
und in 2 % Theilen kochendem Wasser
lösen, in absolutem Alkohol und Aether ist
er unlöslich. Die wässerige Lösung dreht die
Polarisationsebene nach rechts, u. zw. ist bei
20° C. a) D = 52'33°. Der Milchzucker zeigt
die Erscheinung der Biretation, indem er
gleich nach erfolgter Lösung 8 / s mal stärker
dreht als nach 24 Stunden oder nach dem
Aufkochen. Entwässert man festen Milch
zucker bei 130° C., so entsteht ein Anhydrid,
welches gleich nach dem Auflösen Birota-
tion, später normale Drehung zeigt (Modi
fication ß). Die wässerigen Lösungen von
Milchzucker färben sich im zugeschmolzenen
Rohr schon bei 100° C.; bei 180—200° bildet
sich ausser einer durch Alkohol fällbaren
Glycose neben Kohlensäure auch Brenz
catechin.
Mittelst verdünnter Salz- und Schwefel
säure wird Milchzucker unter Wasserauf
nahme in Galactose und Dextrose, beide der
Formel C 6 H 12 0 6 umgewandelt, bei stärkerer
Einwirkung dieser Säuren entsteht neben
Ameisensäure Lävulinsäure. Mit Alkalien fär
ben sich die Lösungen des Milchzuckers
leicht gelb, hiebei entstehen neben Humin
säuren Milchsäure und Brenzcatechin; alka
lische Kupferlösung wird von Milchzucker
reducirt. Die alkoholische Gährung mit Hefe
geht Milchzucker erst dann ein, wenn er

invertirt ist; in der Milch erleidet er sehr
bald die Milchsäuregährung, mit den Fer
menten des Kumys und Kefyr geht er auch
in der Milch die alkoholische Gährung ein,
wahrscheinlich enthalten diese Fermentge
menge auch ein invertirendes Ferment.
Für den Nachweis des Milchzuckers
dienen das Verhalten gegen alkalische Kupfer
lösung, die leichte Krystallisirbarkeit. Mit
Bleizuckerlösung gekocht und dann mit Am
moniak versetzt, gibt Milchzucker erst eine
gelbe Farbe, dann entsteht ein kirsch- oder
kupferrother Niederschlag. Bei der quantita
tiven Bestimmung des Milchzuckers mittelst
Febling’scher Lösung ist zu beachten, dass
nach Soxhlet in % — lproc. Lösung und
nach 4 — 6 Minuten langem Kochen 1 cm 3
Fehling’sche Lösung von 6’756mg Milchzucker
reducirt wird.
Milchzucker, seine Anwendung, s. Sac-
charum Lactis, Loebisch.
Mile. Das englische mile = Meile (s. d.),
wird auch im Deutschen häufig in Sport
angelegenheiten angewendet. Grassmann.
Mile-heat, auch Meilen-heat, wird bezüg
lich der Distanz jedes Rennen, das über eine
Meile (= 1609 m) gelaufen wird, genannt.
Ein solches Rennen kann auch aus mehreren
Heats, deren jedes eine Meile lang ist, be
stehen. Grassmann.
Miles W., gab 1846 zu Exeter heraus ein
Buch über den Pferdefuss und über Hufbe
schlag, dessen 7. Auflage von Guitard ins
Deutsche übersetzt wurde. Semmer.
Miliaria (von milium, die Hirse, das Hirse
korn), der Friesei. Anacker.
Miliariformis s. miliaris (von milium,
die Hirse), hirsekernförmig. Anacker.
Militärcordon ist das Aufstellen von
Militärwachmannschaften und Cavalleriepa-
trouillen in einer so dichten Linie, dass sie
sich gegenseitig sehen und anrufen können.
Militärcordons werden nur ausnahmsweise
beim Ausbruch und Herrschen sehr gefähr
licher Seuchen, wie z. B. der Rinderpest in
einzelnen Orten oder in benachbarten Pro
vinzen, Kreisen oder Ländern, in Anwendung
gebracht, wenn eine vollständige Grenz-, Pro
vinz-, Kreis- oder Ortssperre ausgeführt werden
soll. Die Militärcordons sollen entweder
jeglichen Verkehr mit den verseuchten Orten
unterbrechen oder die Ausfuhr von Vieh,
Viehproducten und Fourage aus den Seuchen
orten verhindern. Orte, in denen die Rinder
pest ausgebrochen ist, werden so lange durch
Militärcordons cernirt, bis die Seuche darin
vollständig getilgt ist. Zum Schutz gegen
die Einschleppung der Rinderpest aus be
nachbarten Ländern genügen meist Einfuhr
verbote von Vieh und Viehproducten mit der
üblichen Ueberwachung der Grenzen und
Verkehrswege durch Civilbeamte. Nur bei
dringender Gefahr durch eine starke Ver
breitung der Rinderpest dicht an der jenseitigen
Grenze ist ein zeitweiliges Absperren derselben
durch Militärcordons erforderlich. Semmer.
Militärgestüt ist eine vom Staate unter
haltene Gestütsanstalt, welche ihrem Betriebe

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