Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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a) wasserfreie Metalloxyde: Zinnstein,
Rutil (Titanoxyd), Rothkupfererz, Braunstein,
Rotheisenerz u. m. a.; b) wasserhaltige
Metalloxyde: Brauneisenerz, Raseneisenstein,
Manganit u. a.
VIII. Classe. Tantalitoide, sie um
fasst tantal-, niob- und titansaure Verbindun
gen von Metalloxyden oder Erden, welche
oft ein halbmetallisches Aussehen darbieten,
wie Tantalit.
IX. Classe. Metallolithe, Verbindun
gen von schweren Metallen mit Kieselsäure,
auch mit Thonerdehydrat. Hieher gehören:
Kieselzink (Galmei), Kupfergrün (Kieselma
lachit).
X. Classe. Amphoterolithe, Silicate
und Aluminate, deren Basen zumeist Erd
alkalien, auch Metalloxyde sind, oder in wel
chen die Erdalkalien durch isomorphe schwere
Metalle vertreten sind; z. B. Kalk oder Ma
gnesia durch Eisenoxydul oder Manganoxydul.
Sie werden gruppirt: 1. als wasserhaltige
Amphoterolithe, welche entweder amorph sind,
wie z. B. Bolus, oder krystallinisch, z. B. der
aus kieselsaurem Eisenoxydul, Talkerde und
Thonerde bestehende Chloritschiefer; 2. als
wasserfreie Amphoterolithe. Solche sind:
Glimmer, Augit, Epidot, Granat, Turmalin,
Chrysolith u. v. a.
XI. Classe. Geolithe, das sind Silicate
und Aluminate, deren basischen Bestandtheil
nur Erdalkalien und Alkalien bilden. Nur in
den wasserhaltigen Magnesia-Silicaten kom
men eft bedeutende Mengen von Eisenoxydul
vor. In dieser Classe findet man die meisten
steinartigen und dabei aus erdigen Bestand-
theilen gebildeten Mineralien. Diese grosse
Classe zerfällt: 1. in wasserfreie Geolithe
— Zirkon, Hyacinth, Smaragd, Beryll, Topas,
Labradorit, Lasurstein, Obsidian, Bimsstein,
2. in wasserhaltige amorphe Geolithe
— Kaolin, Thon, Kerolith, und 3. in wasser
haltige krystallinische Geolithe — Anal-
cim, Serpentin, Talk, Speckstein u. a.
XII. Classe. Chalcite, Metallohalite,
zumeist Mineralien von einer bestimmten
Farbe, mit meist salzähnlichem, nie metalli
schem Habitus, deren elektronegativen Be
standtheil jedoch niemals Kieselsäure, Thon
erdehydrat, auch nicht Titan-, Tantal- oder
Niobsäure bilden. Hieher zählen: t. wasser
haltige Chalcite, Eisenvitriol, Kupfervitriol,
Kobaltblüthe, Malachit, b) wasserfreie Chal
cite, Eisenspath, Zinkspath.
XIII. Classe. Haloide, grösstenteils
farblose oder durch fremde Bestandtheile
gefärbte Mineralien von salzähnlichem, nie
metallischem Aussehen, welche ihrer chemi
schen Zusammensetzung nach Salze der Alka
lien mit Schwefel-, Salpeter-, Phosphor- oder
Kohlensäure sind. Sie sind ebenfalls: 1. was
serfreie Haloide: Kalkspat, Aragonit, Do
lomit, Kali und Natronsalpeter, Apatit, Schwer
spat, Anhydrid, oder 2. wasserhaltige
Haloide, wie Gyps, Alaun, Soda, Borax.
XIV. Classe. Erden und analoge Ver
bindungen, das sind Verbindungen der leichten
Metalle mit Sauerstoff, Chlor oder Fluor,

farblose oder nur durch fremde Bestandteile
gefärbte Mineralien von theils steinartigem,
theils salzartigem Aussehen: Steinsalz, Sal
miak, Korund, Rubin.
XV. Classe. Metalloidoxyde, sie ent
hält: 1. Säuren, u. zw.: a) wasserfreie
Säuren, sämmtliche aus Kieselsäureanhydrid
bestehenden Mineralien: Quarz, Bergkrystall,
Amethyst, Hornstein, Jaspis, Chalcedon, Achat,
und b) wasserhaltige Säure, wie die amor
phe Kieselsäure, aus welcher der Opal be
steht; 2. das Wasser — die Sauerstoffver
bindung des Sauerstoffes als Eis krystallisirt.
Die Namen der Mineralien haben einen
sehr mannigfachen Ursprung, und die minera
logische Nomenclatur ist bisher eine willkür
liche. Man findet Benennungen, welche den
alten Stammnamen wiedergeben, wie z.B. Gyps,
Quarz, andere, welche von naturhistorischen
Aehnlichkeiten ausgehen, wie Speckstein,
Margarit (perlähnlich), wieder andere Namen
stammen von einzelnen Eigenschaften des
Minerals her, wie Leucit — weiss, Chlorit —
grün, Baryt — schwer; auch der Fundort
gab dem Minerale häufig den Namen, wie
Andalusit, Aragonit, Labrador, Vesuvian;
schliesslich werden die Mineralien häufig
nach ihren Entdeckern oder nach berühmten
Personen benannt, so hat man den Hum-
boldtit, Tschermakit, Ulmannit, Reichardit,
Millerit. Loebisch.
Mineralische Futtermittel. Anorganische
Substanzen, die, wie z. B. der Futterkalk
(Kreide) und Futterknochenmehl (s. d.) als
Nährstoffe, oder wie das Viehsalz (s. d.) als
Nähr- und Gewürz- (Reiz-) Stoff oder auch
nur als Würz- oder Reizstoff mitverfüttert
werden. Mineralische Futtermittel der letzteren
Art sind noch: Arsenik (s. d.), Schwefel
(s. d.), Steinkohlengries, Spiessglanz
(s. d.), Elisenvitriol (s. schwefelsaures Eisen
oxydul), kohlensaures Natron, Glauber
salz. Ueber die Art der Wirkung dieser
Stoffe lässt sich im Allgemeinen nichts
Sicheres sagen. Oft gibt man die zuletzt
bezeichneten Substanzen in Vermischung mit
Viehsalz und gepulverten aromatischen, bitteren
Pflanzenstoffen u. dgl. und in Form von Lecken
(s. d.). Man verfolgt bei Verabreichung der
letzteren bekanntlich lediglich diätetische
Zwecke. Poti.
Mineralkermes, Kermes minerale, Gold-
Schwefel (Antimonsulfid oder pomeranzen
farbiger Schwefelspiessglanz), officinell als
Expectoraris unter dem Namen Stibium sul-
furatum aurantiacum (s. d.). Vogel.
Minerallaugensalz, Mineralalkali, aus
mineralischen Wässern dargestellte Soda
(s. das officinelle Natrium caibonicum). VI.
Mineralmohr, Aethiops mineralis. Das
früher besonders gegen Druse, Hautausschläge
und Dyskrasien aller Art angewendete
schwarze Schwefelquecksilber (HgS),
Hydrargyrum sulfuratum nigrum. Jetzt ausser
Gebrauch. Vogel.
Mineralöle nennt man die aus leicht
entzündbaren Kohlenwasserstoffen bestehenden
Producte der trockenen Destillation von

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