Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Horn zu entfernen, und da es zu erheblichen
Ansammlungen von solchem nicht kommt, so
genügt auch hier meist ein Ebnen mittelst
der Raspel. Der äussere Wandrand ist an der
Zehe ganz besonders kräftig mittelst der
Raspel zu brechen; Ausbiegungen des Trag
randes sind möglichst auszugleichen. Der
Hornstrahl ist auf alle Fälle zu schonen.
Bei der Auswahl des Beschlages achte
man besonders auf gehörige Länge und Breite
desselben. Leitender Gedanke soll ferner sein,
möglichst viel Tragepunkte seitens des Hufes
auf dem Eisen, und wenn es der Dienst und
die Jahreszeit erlaubt, auch seitens des Horn
strahles auf dem Erdboden zu erreichen.
Deshalb empfiehlt es sich, für den Sommer
stollenlose Eisen mit massig verdickten
Schenkelenden zu benützen. Ueberall da, wo
der Tragrand der Wand mangelhaft ist,
greife man zum geschlossenen oder Stegeisen,
an welch letzterem dann ohne Schaden Griffe
und Stollen angebracht werden können.
Die Tragfläche der Eisen für Flachhufe
wird niemals schablonenhaft einseitig herge
stellt werden dürfen, sondern ist mit Rück
sicht auf die schräge Wandstellung so her
zurichten, dass sie mit Ausnahme der Schen
kelenden, welche horizontal sein sollen, mehr
oder weniger nach einwärts neigt. Das
Wieviel der Einwärtsneigung ergibt sich aus
dem Verhältniss des Wandtragrandes zur
Hornsohle. Bildet letztere mit dem Wand
tragrande eine Ebene, so bedarf es nur einer
geringen Einwärtsneigung, liegt aber der
Wandtragrand tiefer als die Sohle, so muss
man entsprechend mehr Einwärtsneigung her
stellen. Tragen soll die Wand, die weisse
Linie und ein schmaler Rand von der Horn
sohle, von da ab muss dann der übrige Theil
der Hufeisenbreite kräftig abgedacht werden.
Kräftiger Abdachung bedarf es ferner gegen
über der Sohlenäste bei schweren Pferden.
Bei Benützung von geschlossenen Eisen
erfordert der Steg insofern mehr oder weniger
eine besondere Bearbeitung (Ausdachen,
Durchkröpfen), als der Hornstrahl gerade bei
Platthufen häufig den Tragrand überragt,
und somit eine andere als gewöhnliche Form
des Steges fordert. Muss der Steg durchge
kröpft werden, so suche man die dadurch
entstehende Ungleichheit in der Bodenfläche
durch Anbringung von Stollen auszugleichen.
Alle Eisen für Platthufe müssen ferner
streng nach der Wandrichtung gelocht sein,
andernfalls lassen sich die Nägel nur schwer
oder nicht richtig einschlagen. Die Zehen
nagellöcher sollen deutlich nach einwärts,
die nächstgelegenen weniger nach einwärts,
die letzten Nagellöcher dagegen dürfen senk
recht durch das Eisen gehen. Lange Nägel
mit schwacher Klinge sind angezeigt bei
Flachhufen mit bröckeligem Wandhorn.
Ist Strahl und Sohle hornarm, oder ist
lose Wand vorhanden, so benütze man ausser
dem eine kräftige Ledersohle. Einlagen von
Gummi, Guttapercha, Kork, Holzfaser, Stroh
aber empfehlen sich-für Flachhufe im Allge^

meinen nicht, weil leicht Sohlenquetschung
erfolgt. Lungwitz.
Platthuf wird bezüglich des Exterieurs
eines Pferdes die fehlerhafte Form des Hufes
genannt, dessen Wand nach der Zehe sehr
schräg herabläuft, also einen zu kleinen
Winkel mit der Sohle bildet, und dessen
Seitenwände in der Richtung von oben nach
unten nicht parallel, sondern von der Krone
ab auswärts gerichtet sind. Die Sohle des
Platthufes ist statt massig ausgehöhlt, eben
und flach, so dass das Pferd auf der ganzen
Fläche derselben ruht. Hiedurch entsteht
ein fortwährender Druck der Sohle, sowie des
Strahls und verursacht den Pferden leicht
Schmerzen. Eine weitere Folge hievon ist
die häufige Entstehung von Hufleiden, wie
Steingalle, Lösung der Hornsohle u. s. w.
Der Platthuf ist besonders gemeinen Pferden
und solchen, die auf weichen, schwammigen
Weiden aufgezogen werden, eigen .Grassmann.
Plattwürmer, s. Platyhelminthes.
Platycoria (von irksvü;, breit; xdpv],
Pupille), die abnorme Pupillenerweiterung. Anr.
Plalyhelminthes, s. Platodes (v. irkatö;,
breit; g/.jr'vj, Wurm, Eingeweidewurm; eI3o;,
Gestalt, 'Form), die Plattwürmer mit abge
plattetem Leib, sie besitzen am Kopfe Haken,
Saugnäpfe, Stacheln u. dgl. m., um sich mit
deren Hilfe an den Schleimhäuten ihrer Wirthe
festzusetzen; sie sind Zwitter, d. h. jedes
Individuum ist mit männlichen und weib
lichen Geschlechtsorganen gleichzeitig ver
sehen, auch machen sie einen Generations
wechsel durch. Zu den Plattwürmern der
Haussäugethiere und des Hausgeflügels ge
hören die Bandwürmer oder Cestoden und
die Saugwürmer oder Trematoden; die ersteren
zerfallen in die eigentlichen Bandwürmer und
in Grubenköpfe, die letzteren in Doppel- und
Fünflöcher. S. Band- und Saugwürmer. Anr.
Platyurus (von w),«vü;, breit; odoot,
Schweif), breitschwänzig. Anacker.
Platz. In sportlicher Beziehung wird die
Stelle in der Reihenfolge, welche die ein
zelnen Concurrenten beim Start einzunehmen
haben, mit Platz bezeichnet. Die Nummer des
Platzes wird durch das Los bestimmt. Platz
Nr. 1 ist zunächst der inwendigen Seite, dann
reihen sie sich der Nummernfolge nach, so
dass der letzte Platz zunächst der Aussen-
seite sich befindet,
Im Weiteren wird Platz die Stelle in der
Reihenfolge genannt, in welcher die einzelnen
Mitbewerber eines Rennens durch das Ziel
gehen. Der Goncurrent, der den Richterpfosten
zuerst passirt. hat Platz Nr. 1 u. s. w. Man
sagt daher z. B.: das Pferd ist auf den dritten
Platz gelaufen, hat den zweiten Platz erobert,
wenn es als drittes, bezw. zweites das Ziel
erreichte, vermochte auf keinen Platz zu
laufen; im letzten Falle blieb es also un-
placirt (s. Placiren). Grassmann.
Platzwette wird in Bezug auf das Renn
wesen eine Wette genannt, bei der es darauf
ankommt, dass sich der betreffende Goncurrent,
auf den gewettet wird, einen Platz erobert,
placirt wird. Um eine Platzwette eingehen

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