Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Crinon und Portia v. Knight of the Garter
a. d. Venise in die Zueilt eingereiht und erst
im Frühjahre 1890 wurden Coralle v. The
Palmer a. d. Cabale und Achillesferse v. Cha-
mant a. d. Andorka angekauft, so dass das
Gestüt gegenwärtig (1890) 11 Vollblutstuten
zählt. Mit Rücksicht auf das Blut derselben
ist kaum ein edlerer Mutterstutenstamm
denkbar. Einen eigenen Hengst zum Belegen
dieser Stuten hält das Gestüt nicht, es be
nützt vielmehr die edelsten Hengste, meist
jedoch solche deutscher Gestüte. So sind die
Stuten bisher ausser von Beaudesert und
Peter durch Picklock, Kisber, Chamant, Handln,
Weltmann, Flageolet, Flibustier u. s.w. belegt.
An jüngeren Vollblutpferden enthält das
Gestüt gegenwärtig einen dreijährigen Hengst,
eine ebenso alte Stute und drei Jährlinge, so
dass dasselbe einschliesslich einiger Traber,
Reit- und Wagenpferde im Ganzen bei
30 Köpfe zählt.
Das Zuchtziel des Gestüts geht mit einem
so beschaffenen Material, wie das oben ange
gebene ist, auf die Hervorbringung für die
Rennbahn geeigneter Vollblüter hinaus. Die
Aufzucht wird daher neben der Selbstaus
nützung auf der Rennbahn als Jährlinge ver
kauft.
Was nun die Pflege der Pferde betrifft,
so werden dieselben nach den im königlich
preussischen Hauptgestüt Graditz für Voll
blutstuten und Fohlen gütigen Regeln ge
füttert. Untergebracht sind die Pferde einzeln
in Boxes und finden das ganze Jahr hin
durch im Freien die erforderliche Bewegung
in ihren resp. Paddocks. Unmittelbar am
Gestüthof liegen bei 22 ha Weiden, deren
Boden theils lehmhaltiger Sand, theils Donau-
Alluvialboden ist und die sehr gutes Weide
gras liefern. Die Tränke befindet sich in un
mittelbarer Nähe.
Die Beaufsichtigung des Gestüts führt
ein Gestütsmeister, zur Zeit John Hevitt, dem
drei besondere Gestütswärter unterstellt sind.
Die obere Leitung des Gestüts ist mit der
Gutsverwaltung vereinigt.
In dem Arbeitsgestüt stehen gewöhnlich
6 bis 8 Mutterstuten, die dem mittelschweren
Wagenschlage angehören. Zur Bedeckung
dieser Stuten ist ein belgischer Hengst auf
gestellt, neben dem aber auch die königlichen
Landbeschäler in Anspruch genommen werden.
Die Aufzucht dieses Gestüts, das im Ganzen
eine Stärke von etwa 40 Köpfen zählt, dient
dem landwirtschaftlichen Betriebe und wird
daher zur Vollzähligerhaltung der Arbeits
züge benützt.
Die Rinderheerde Puchhofs enthält etwa
300 Haupt und besteht aus Thieren der
Schweizer Rasse. Grassmann.
Puddingsteio, ein in der Silurformation
Englands vorkommendes Gestein, welches in
einer hornsteinartigen, oft mit Quarzkörnchen
gemischten grauen oder gelblichen Grund-
masse abgerundete nussgrosse Gerölle von
schwarzem Feuerstein einschliesst. Loebisch.
Pudel (Canis extrarius). Fitzinger unter
scheidet drei Formen dieser auf den Aussterbe-
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. VIII. Bd.

etat gestellten, zur Gruppe derSeidenhunde ge
rechneten Hunderasse. Der grosse Pudel, eine
unvermischte, durch klimatische Einflüsse und
geographische Verbreitung abgeänderte Art
des Seidenhundes, diesem sehr ähnlich, aus
gezeichnet durch grosse Gelehrigkeit. Der
mittelgrosse Pudel, eine kleinere Form des
ersteren, und der kleine Pudel ein Abkömmling
des Vorigen und des kleinen Seidenhundes
(s. Hund). Koch.
Piilpe, Stärkefabricationsabfälle (s. d.)
Pueraria Thumbergiana Benth. Halb
strauch, zur Familie Papilionaceae gehörig,
in Japan wild wachsend, daselbst Kusu oder
Kudzu genannt. Die Blätter dienen als Vieh
futter, die Fasern der Stengel zur Weberei.
Die jung gemähten Pflanzen liefern ein sehr
wohlschmeckendes und nährkräftiges Heu,
welches dem Rothkleeheu vorgezogen wird.
Die Trockensubstanz der Blätter enthielt
nach O. Kellner 16‘8% Stickstoffsubstanz,
4'6% Rohfett, 43'3% stickstofffreie Extract-
stoffe 22% Holzfaser und H'2% Asche. Pt.
Puerpera (von puer, das Kind; parere,
gebären), ein Individuum, das eben erst ge
boren hat. Anacker.
Puerperalfieber, s. Gebärfieber.
Pürschen in der Jägersprache die Hoch
wildjagd, das Sich-im-Walde-Ergehen zum
Zwecke der Hochwildjagd. Koch.
Puerta y Cheques M. P, gab 1781 zu
Saragossa heraus ein Werk über Thierkrank
heiten und deren Heilung. Semmer.
Pürzelpferd nennt man jedes Pferd,
dessen Schwanz sehr stark gestutzt ist —
daher auch Stutzschwanz — so dass nur ein
ganz kurzer Theil der Schwanzwurzel ver
blieben ist. Grassmann.
Puffbohne, s. Bohnen (Vicia faba).
Pugillus (von pugnus, die Faust), das
Fäustchen. Anacker.
Pugillus auf Recepten abgekürzt pug.,
d. h. von dem betreffenden Mittel eine Prise zu
geben (was etwa zwischen zwei Finger geht). VI.
Puibusque L. G. de, gab 1834 zu Paris
eine Schritt über Aufzucht der Füllen
heraus. Semmer.
Pula in Ungarn, Comitat Komorn, ist
ein zum königlich ungarischen Staatsgestüt
Kisber gehöriger Meierhof (s. Kisber).
Da die Oekonomie der Herrschaft Kisbdr
von der Verwaltung des Staatsgestüts völlig
getrennt ist, so ist erstere gehalten, den für
die Wirthschaft erforderlichen Bedarf an
Pferden selbst zu beschaffen. Es wird daher
ein eigenes Wirthschaftsgestüt unterhalten.
Dasselbe ist in Pula aufgestellt und bestand
anfänglich aus schwersten ungarischen Pferden.
Im Jahre 1883 wurden in Belgien sechs
Ardenner, u. zw. drei Hengste und drei Stuten
für den Preis von 11.000 Francs angekauft,
dieselben zur Kreuzung mit den vorhandenen
Pferden verwendet und mit solchen Kreu
zn» gsproducten darauf weitergezüchtet. Gn.
Pulcherrima, eine schwarzbraune eng
lische Vollblutstute, in England von Mr. W.
Graham im Jahre 1873 gezogen, v. Beadsman
a. d. Formosa, v. Buccaneer a. d. Eller v.
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