Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Schleimdrüsen, zuweilen Reste der Eihäute
oder Trümmer der verfaulten Frucht.
Behandlung. Man sucht zuvörderst
den Uterus zu entleeren. Zu diesem Zwecke
sucht man den Gebärmutterhals mittelst eines
' Fingers zu eröffnen, zu erweitern oder mittelst
eines geeigneten Troicarts zu durchstossen,
gleichwie dies bei der Eihautwassersucht
gethan wird. Nach der Entleerung wird der
Uterus zunächst mit lauwarmem Carbol- oder
Creolinwasser mittelst eines Gummischlauches
gründlich ausgespült. Hieraus werden in den
selben täglich zwei- oder dreimalige adstrin-
girende Injectionen von Lösungen von Alaun,
Eisen und Zinkvitriol, von Tannin, Höllen
stein, übermangansaurem Kali, von Abkochun
gen von grünen Wallnussblättern und -Schalen
gemacht und dieselben nach Erforderniss
fortgesetzt.
Die Kräfte der Thiere werden durch
bittere, tonisirende Arzneistoffe und eine
kräftige Fütterung zu heben gesucht. Strebet.
Pyopericardia s. pyopericardium (von
itiov, Eiter; itsptxdpSiov, Herzbeutel), die
Eiteransammlung im Herzbeutel. Anacker.
Pyophthalmia (von rciov, Eiter; bcpffaXp.d?,
Auge), die eitrige Augenentzündung. Anacker.
Pyophthisis (von rcoov, Eiter; Schwindsucht), die Schwindsucht infolge
starker Eiterung. Anacker.
Pyoptysis (von uuov, Eiter; rcxuscv, aus
werfen), der Eiterauswurf, der Eiterhusten. Anr.
Pyorrhoe (von nöov, Eiter, und povj,Fluss),
Ausfluss von Eiter aus schleimhäutigen Ca
nälen bei heftigen Entzündungen, Geschwürs
bildungen, Rotz etc. Semmer.
Pyosalpinx (von irüsv, Eiter, und oal.iriy?,
Muttertrompete), Ansammlung von Eiter im
Eileiter bei eitriger Entzündung desselben,
mit gleichzeitiger Erweiterung (s. Eileiter). Sr.
Pyosepthämia s. Septikopyämia, das
septische Eiterblut, ist diejenige Complication
der Pyämie, bei welcher neben Eiterkokken
noch putride Stoffe zur Resorption gelangen;
sie wird besonders in der sog. Lähme junger
Thiere beobachtet (vgl. Pyämie, Fohlenlähme,
Kälberlähme und Nabelentzündung). Anacker.
Pyosis (von itooöv, eitern), die Eiterung,
das Eiterauge. Anacker.
Pyothorax (rcoov, Eiter und fftopal, Brust).
Ansammlung von Eiter in der Brust bei
eitriger Brustfellentzündung. Dieselbe entsteht
bei Durchbruch von Cavernon und Abscessen
in die Brusthöhle, bei Perforationen des
Schlundes und bei grossen penetrirenden
Brustwunden mit Eindringen von Luft oder
Fremdkörpern von aussen oder von den Lungen
und dem Schlunde aus. Eine selbständige,
eitrige Pleuritis entwickelt sich zuweilen bei
der Staupe der Hunde. Die Symptome gleichen
denen der Pleuritis und des Pneumothorax
(s. diese). Der Ausgang ist meist ein tödt-
licher. Bei Hunden mit Staupe erfolgt wohl
auch Genesung mit Resorption des Eiters.
Die Behandlung besteht in Aussaugung des
Eiters mittelst des Saugapparates und Aus
spritzungen mit schwachen Lösungen desinfi-
cirender Flüssigkeiten, die nachher ebenfalls
Koch, Encyklopädie d. Thierheilkd. VIII. Bd.

durch Aussaugen entfernt werden, jedoch nur
bei Hunden, da Pferde derartige Einspritzungen
nicht vertragen. Semmer.
Pyra (von rcöp, Feuer), der Feuerherd,
das Fieber, die Milzbrandbeule. Anacker.
Pyrame (Canis extrarius), nach Fitzinger
eine Abart des kleinen Seidenhundes, er ähnelt
sehr dem König Karls-Hund. Koch.
Pyramiden, Pyramidenbahnen, Pyramiden
stränge, s. Gehirn.
Pyramidenförmiger Muskel der Nase,
s. Muskeln der Nase.
Pyramidenfortsätze oder Ferrein’sche Py
ramiden, s. Nieren.
Pyramidenknorpel, s. Kehlkopfknorpel.
Pyren, C 16 H, 0 , ein Kohlenwasserstoff, der
aus den über 360° C. siedenden Antheilen
des Steinkohlentheers ausgezogen wird, ausser
dem kommt er neben Fluoranthen in dem
durch Destillation des Stubbs gewonnenen
Stubbfett vor. Stubb .nennt man eine bei der
Destillation von Quecksilbererzen in Idria
zurückbleibende Masse. Das Pyren kry stall! -
sirt in farblosen Tafeln, die sich in heissem
Alkohol, in Aether, Benzol und Schwefel
kohlenstoff leicht lösen und bei 148° C.
schmelzen. Die Pikrinsäureverbindung kry-
stallisirt aus Alkohol in Nadeln, die bei
222° C. schmelzen. Mit Chromsäure wird das
Pyren zu ziegelrothem krystallinischen Py-
renchinon oxydirt, welches sich in Schwefel
säure mit brauner Farbe löst. Loebisch.
Pyrenäenhund (Canis domesticus), in
Spanien und im südwestlichen Frankreich
vorkommende Art des Haushundes. Koch.
Pyrenäer-Pferd, s. Frankreichs Thier
zucht.
Pyrenäer-Schas, s. Bergschaf.
Pyrenomycetes (von rcop-qv, der harte
Fruchtkern; p.oxrj?, Pilz), die Keim- oder
Kernpilze. Anacker.
Die Kernpilze gehören zu der Haupt
gattung Schlauchpilze (Ascomycetes), da sie
freiliegende Sporen in einer schlaucharti
gen Mutterzelle (dem Ascus) besitzen. Bei
den Kernpilzen sind diese Schläuche mit
ihren Sporen in ein flaschenförmiges Ge
häuse (Perithecium) eingeschlossen, das sich
entweder bei der Reife öffnet oder die Spo
ren erst durch Verwitterung frei werden
lässt. Meist kleinere, nicht essbare Pilze,
deren Stromata und Perithecien gewöhnlich
von hornartiger oder kehlig krustiger Be
schaffenheit und dunkler Farbe sind. Die
meisten sind Fäulnissbewohner, vornehmlich
auf abgestorbenen Pflanzentheilen wachsend,
doch gibt es auch viele pflanzenbewohnende
Parasiten, welche an ihren Wirthen Pflanzen
krankheiten (s. d.) erzeugen. Das Studium
dieser Pyrenomyceten, deren es etwa 1000
deutsche Arten gibt, ist dadurch sehr er
schwert, dass es bei den meisten auch Goni-
dienträger und Spermagonien gibt (siehe
Pflanzenkunde) und diese Früchte sehr oft
für sich besonders, ohne die Perithecien, vor
kommen und man vielfach auch die letzteren
nicht kennt. Von Wichtigkeit sind übrigens
nur der Mutterkornpilz, Claviceps purpurea,
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