Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Zu den selbstgezogenen Fohlen werden
jedes Jahr einige nach Ramelower Hengsten
gefallene Fohlen aus der Umgegend ange
kauft und dadurch jeder Jahrgang auf 8 bis
9 Köpfe gebracht. Während des Sommers
beziehen alle Fohlen zum gemeinschaftlichen
Weidegang eine unmittelbar hinter dem Garten
gelegene Koppel, welche mit weissem Klee
sehr gut bestanden ist. Im Winter sind die
Fohlen jahrgangsweise getrennt in Losställen,
bei denen sich Laufstände befinden, unter
gebracht.
Die Ausnützung des Gestütes, dessen
Betrieb eng mit dem landwirtschaftlichen
verbunden ist, geschieht nach Abnahme der
für den eigenen Gebrauch als Luxus- und
Ackerpferde erforderlichen Thiere meist durch
Verkauf als Militärremonten oder als Luxus
pferde auf dem alljährlich in Neubrandenburg
stattfindenden Zuchtmarkt für edlere Pferde.
Besonders gute Hengstfohlen werden auch
wohl zu Zuchtzwecken aufgezogen und dann
im Alter von 3 Jahren verkauft.
Ein Brandzeichen kommt für das Gestüt
nicht in Anwendung. Grassmann.
Ramentum (von rädere, schaben), das
Abgeschabte, der Hammerschlag. Anacker.
Ramex (von ramus [?], der Ast), der
Darmbruch. Anacker.
Ramisch, auch Bärlauch (Allium
ursinum) genannt, zur Familie der Liliaceen
gehörige Unkrautpflanze, hauptsächlich auf
feuchten Waldwiesen wachsend, ertheilt der
Kuhmilch einen lauchartigen Geschmack, der
sich auch auf die Butter überträgt Man
nennt solche nach Lauch schmeckende Butter
in Preussisch-Schlesien Ramisch butter. Pott.
Ramm, Rame, Ramp oder Rampf werden
in verschiedenen Gegenden die Kniescheiben
verrenkungen (nur bei Pferden und Rindern
vorkommend) genannt (s. dagegen das Fest
haken der Kniescheibe). Ableitner.
Rammeln heisst bei Hasen sich be
gatten. Ableitner.
Rammler wird der männliche Hase ge
nannt, das Weibchen heisst Häsin. Ableitner.
Ramoser, J G., geb. 1804, gestorben 1886,
82 Jahre alt, studirte die Thierheilkunde in
München, wurde erst Prosector und 1833 Pro
fessor an der Münchener Schule. Veröffent
lichte anatomische Arbeiten und Fälle in der
Praxis. Semmer.
Ramosus (bot.). Aestige Verzweigung,
wie bei den meisten Bäumen und den Trau
ben, zum Unterschied von den gabeligen,
dicbotomen und trichotomen oder sympodialen
Verästelungen (s. Pflanzenkunde). Vogel.
Rampe (frz., rampe, Treppe, von repere,
kriechen), An-, Auffahrt, eine flache schiefe
Ebene, welche zur Auf- und Abfahrt von
Wägen, zum Verladen von Pferden, Ge
rathen etc. dient. Die Rampen sind meist
durch Bodenanschüttung hergestellt, gewöhn
lich abgepflastert und seitlich durch Böschun
gen oder durch eingebaute Mauern (Futter
mauern) gestützt; im letzteren Falle werden
sie meist mit Geländern versehen. Im Hoch
bau werden die Rampen meist doppelt und
Koch. Encyklopädie cL Thierheilkd. VIII. Bd.

mit 1—2%% Steigung geschweift, beim
Eisenbahnbau an Wegübergängen, Ver
ladestellen u. s. w. werden sie meist gerade
und mit ähnlichen Steigungen angelegt. An
Eisenbahnorten mit grossen Pferde- und Vieh
märkten ist das Vorhandensein zahlreicher
Rampen an der Station von Vortheil, indem
es das Verladen und Ausladen vielen Viehes
begünstigt und den Handel fördert. Für wich
tige Stationen sind lange Rampen zum Ein
und Ausladen für die Mobilmachung von
Wichtigkeit.
In der Befestigung heissen die schräg
ansteigenden Zugänge von der Hofsohle des
Werkes, bezw. der Wallstrasse aus zum Wall
gange Wailrampen (früher auch Appareilles) ;
zum Verkehr für die Infanterie dienen Fuss
gängerrampen. Die durchlaufenden Geschütz
bänke sind durch Geschützrampen mit dem
Wallgange verbunden. Diese Rampen dienen
ebenfalls zur Vermittlung des Verkehrs, zur
Auffahrt von Geschützen, Munition etc. Abr.
Ramskopf, s. u. Kopf.
Ramtille, s. Nigerkuchen.
Ramulus, die Zweigspitze, wie sie bei
manchen Pflanzen hauptsächlich wirksame
Stoffe enthält, z. B. beim Ladebaum (Ramuli
Sabinae oder Frondes, bezw. Summitates
Sabinae). Vogel.
Rana s. ranula (von rana, der Frosch),
die Froschgeschwulst der Pferde, ist
eine Anschwellung des harten Gaumens, be
sonders nach den Schneidezähnen zu, so dass
er die Schneidezähne etwas überragt. Der
Volksglaube sieht diese Geschwulst mit Un
recht als die Ursache schlechter Fresslust an,
ohne indes als solche gelten zu können. Zur
Beseitigung der Froschgeschwulst war früher
das sog. Kernstechen im Schwünge (siehe
Gaumenstechen), es wurde mit einem spitzen
Gems- oder Kuhhorn ausgeführt, das in den
Gaumen eingestossen wurde, um Blutung
herbeizuführen. Jetzt beschränkt man sich,
soll durchaus etwas geschehen, auf leichte
Scarificationen des vorderen Theiles des
Gaumens mit nachfolgenden Bestreichungen
desselben mit Essig oder Alaunsolution.
Ausserdem versteht man unter Froschgeschwulst
wohl auch eine Anschwellung des Zungen
bändchens. Anacker.
Rana Bufo, die Kröte.
Rancho, spanisch — Feldhütte, Wald
hütte, sowie das in derselben Schreibweise
mit gleicher Bedeutung in das Englische
übergegangene Wort, bezeichnet allda, wo
diese beiden Sprachen gebräuchlich, die in
weiten unbebauten Gegenden errichteten Hof
stellen der Ansiedler. Grassmann.
Randanit, Mineral, gelblich, erdig, von
Kreideconsistenz, aus Diatomeenpflanzen be
stehend, wird zu Sprengpräparaten ver
wendet. Koch.
Randeck, in Württemberg, ist ein zum
Pfarfdorf Ochsenwang gehöriger Hof. Derselbe
war früher eine fürstliche Meierei, ist jetzt
aber längst in Piivatbesitz übergegangen.
Zur Zeit des Herzogs Karl Eugen (1744—1793)
diente Randeck mit Hinterburg zur Unter-
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