Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Stärke ihrer Rippenknorpel und ihre directe
Verbindung mit dem Brustbein, der Umstand
ferner, dass wegen der Bichtung der Dreh
achse die Rippen bei der Bespiration nur in
sehr geringem Grade aus ihrer Lage ver
schoben werden können, beweisen wohl das
Zutreffende dieser Annahme. Die hintere,
sich aus den falschen Bippen zusammen
setzende Abtheilung des Brustkorbes ist da
gegen vorzugsweise jene Abtheilung, die bei
der Erweiterung und Verengerung des Brust
korbes in Betracht kommt. Hier sind es na
mentlich der Verlauf und die starke Krüm
mung dieser Bippen, ihre geringen Breiten
dimensionen, ihre grössere Beweglichkeit, die
durch die mehr horizontale und sagittale
Bichtung der Drehachse bewirkt wird, welche
auf diese Function hinweisen. Dass dieselben
daneben auch noch als Stütze der Wirbel
säule, wenn auch in geringerem Grade, wie
die vorhin erwähnte Abtheilung, thätig sein
können, geht schon aus dem (indirecten) An
schluss an das Brustbein hervor. Auch inso
fern wirken sie als Stütze der Wirbelsäule,
als sie die seitlichen Ausbiegungen derselben
bei der Locomotion u. s. w. verhindern. Em.
Rippenfell, s. Brustfell.
Rippenpleura, s. Brustfell.
Riquet A. J. A., studirte in Alfort, war
Begimentsveterinär, erfand das Podometer für
den kalten Beschlag. Semmer.
Rischang. ein orientalischer Hengst, stand
in den Fünfzigerjahren dieses Jahrhunderts
in dem Gestüt des Dr. Brandes zu Althof-
Insterburg. Der Hengst, welcher durch Major
v. Falkenhayn eingeführt wurde, war edelsten
Blutes und zeichnete sich in seiner Nachzucht
durch Stärke und Schnelligkeit aus. Gn.
Rispe (Panicula), eine Form der trauben
förmigen Blüthenstände, bei welcher die
Zweige einer Traube selbst wie die der
Trauben sind, weil die Elemente der Rispe
nicht Blüthen, sondern Aehrchen (Spicula)
sind, wie z. B. bei den Rispengräsern, dem
Hafer. Geht diese Verzweigung durch viele
Grade fort, so heisst der Stand Strauss
(Thyrsus) wie bei der Syringe, Weinrebe. VI.
Rispenfarn (Osmunda regalis). Zu den
Laubfarnen gehörige Farnart, welche sich
ziemlich selten auf feuchtem, moorigem Wald
boden vorfindet. Pott.
Rispengräser, s. Poa. Die meisten Rispen
gräser, mit Ausnahme von Poa aquatica
(Wasserrispen oder Schilfgras) und Poa com-
pressa (plattstengeliges Rispengras) sind
Wiesengräser ersten Banges. Einzelne Arten
werden auch als Futtermittel feldmässig an
gebaut.
Jähriges Rispengras (Poa annua)
gedeiht nur auf feuchten Wiesen üppig, an
trockenen Orten nur für Schafweiden brauchbar.
Hainrispengras (Poa nemoralis), für
Wiesen ohne Werth, liefert aber ein nahr
haftes Futtermittel.
Spätes Rispengras (P. palustris),
eines der besten Wiesengräser, auch für
trockene Weiden mitverwendbar.

Plattstengeliges Rispengras (P.
compressa). Nur für steinige Plätze als Misch
pflanze empfehlenswert!!.
Gemeines Rispengras (P. trivialis),
beliebte Feld-, Weide- und Wiesenpflanzb,
wird 50—80 cm hoch. Enthält als Dürr
heu, in voller Blüthe gemäht, im Mittel:
86'6% Trockensubstanz,
8'7 „ Stickstoffsubstanz,
3 2 „ Bohfett,
34 0 „ stickstofffreie Extractstoffe,
34'0 „ Holzfaser,
6'7 „ Asche.
Wird von Pferden, Rindvieh und Schafen
wegen seiner Feinheit und Weichheit sehr
gern gefressen und ist besonders gut für
Bewässerungswiesen mit tiefen, reichen
Lehm- und Thonböden geeignet.
Wiesenrispengras (Poa pratensis),
entwickelt sich frühzeitig, sehr dicht und
kräftig, wird bis 55 cm hoch. Dient mit Vor
liebe zur Herstellung von Schafweiden in
trockenen Lagen. Gemäht wird es vor der
Blüthe, da es sonst zu hart wird. Dürrheu
enthält im Mittel:
86'3 0 / 0 Trockensubstanz,
8'8 „ Stickstoffsubstanz,
2 0 „ Bohfett,
37 5 „ stickstofffreie Extractstoffe,
32 9 „ Holzfaser,
51 „ Asche.
Es ist häufig stark rostig und zuweilen
mit Mutterkorn besetzt.
Wasserrispengras (Poa aquatica). In
nassen, moorigen Lagen besonders gut ge
deihendes Gras, wird bis 180 cm hoch, kann
nach wiederholter Ueberrieselung 3—4mal
gemäht werden, ist aber von geringerem
Futterwerth. Einzelne Landwirthe halten das
selbe sogar für giftig, was indessen nur
darauf zurückzuführen sein dürfte, dass es
häufig befallen oder verschlammt ist und da
durch schädliche Wirkungen äussert. Pott.
Risuena C., studirte Veterinärmedicin zu
Madrid, diente in einem Cavallerieregiment,
war dann Lehrer und Director der Veterinär
schule in Madrid. Gab von 1829—1834 her
aus sein „Diccionario de veterinaria y ciencias
naturales“ und 1834 eine „Patologia veteri
naria“. Semmer.
Ritt, s. Beschälen.
Ritter B., Dr. med., gab 1835 heraus:
Die gesetzlichen Hauptmängel der Hausthiere
im Königreiche Württemberg und 1841 eine
Schrift über die Schafräude. Semmer.
Ritter G. H., Dr. med., gab 1821 heraus
eine Schrift: „Vom Verkauf und Kauf der
nützlichen Hausthiere mit Vorschlägen zu
einer besseren Gesetzgebung“ und Grundzüge
zu einer rationellen Heilmethode der meisten
Thierkrankheiten. Semmer.
Rittersporn (Delphinium Consolida). Zur
Familie Ranunculaceae gehöriges Acker
unkraut, von scharf narkotischer Wirkung, für
Pferde und Binder, Schafen und Ziegen angeb
lieh nur nach Aufnahme sehr grosser Mengen
schädlich. Viel schädlicher ist der scharfe
Rittersporn (s. Delphinium Staphisagria). Pt.

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