Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Rittig ist die Bezeichnung derjenigen
Eigenschaft, die ausdrückt, dass das be
treffende Individuum, auf welches die Bezeich
nung angewendet wird, sich reiten lässt; da
her rittig machen — reitbändig machen, an
reiten. Ein Pferd ist rittig, wenn es den
Reiter duldet und unter demselben, ohne je
doch ausgebildet, durchgeritten zu sein,
ruhig geht. Grassmann.
River’scher Trank, Potio Riveri.
Kühlendes, den Magen erfrischendes, daher
antiemetisches Mittel, bestehend aus einer
ex tempore zubereitenden Saturation von
4 Citronensäure, 9 Soda und 190 Wasser. VI.
Rivini’sche Speichelgänge sind die Aus-
führungsgänge der Glandula sublingual!s (s.
Unterzungenspeicheldrüse). Em.
Rivinius, 1652—1723 Prof, der Physio
logie und Botanik zu Leipzig ist als der
Entdecker des Ductus-Riviniane der Unter
zungendrüse bekannt. Ableitner.
R. M. ist eine in den Rennpropositionen,
Rennbeiichten. überhaupt in sportlicher Be
ziehung gebräuchliche Abkürzung für „rowley-
mile“ (s. d.) Grassmann.
Roadster, englisch, — Strassenpferd,
doch versteht man hierunter ein kräftiges,
wohlgebautes, mit fördernden Gängen ver
sehenes Kutschpferd. Dasselbe muss vor
Allem mit wohlangesetztem und geformtem
Hals ausgestattet sein und den Schweif gut
tragen, damit seine ganze Erscheinung An
sehen besitzt. Die Beine müssen fest und
dauerhaft sein, um dem Laufen auf harten
Strassen zu widerstehen. Seine Grösse schwankt
zwischen 15—17 hands (P524—P727 m)
und beträgt selten unter 15 hands. Eine be
stimmte Blutmischung ist für den Roadster
nicht erforderlich, er steht bald höher, bald
niedriger in derselben und ist das Kreuzungs-
product einer schwereren, massigeren Stute
mit einem edleren Hengst, der Halb- u. s. w.
sogar Vollblut sein kann. Grassmann.
Roastbeef, vom englischen roast, rösten,
und beef, Ochsen-, Rindfleisch, ist eine nach
englischer Weise gebratene Rindslende. Abr.
Rob s. roob s. rohob (vom arabischen
rabba, eindicken), der Brei, der eingedickte
Fruchtsaft. Anacker.
Robertson W., geb. 1831, gest. 1888.
Prof, und Vorstand des Royal veterinary College
in London, war fleissiger Mitarbeiter am
„Veterinarian“ und dem „Journal of the Royal
Agicultural Society“. Ausserdem verfasste er
ein Werk über Pferdepathologie. Ableitner.
Robertson war erst Stalljunge und Groom
in Schittlau, dann Rossarzt in verschiedenen
Ländern Deutschlands, gab 1753 ein Pferde
arzneibuch heraus, das mehrere Auflagen er
lebte. Robertson führte das Castriren mit
Kluppen in der Veterinärpraxis ein. Semme
Robertson’sches Pulver. Castrirpulver,
s. Pulvis ad castrandum.
Robert the Devil, einer der bedeutendsten
englischen Vollbluthengste, u. zw. sowohl als
Renner als auch als Beschäler. Derselbe
wurde 1877 geboren v. Bertram, und gewann

u. a. im Jahre 1880 dem Mr. C. Brewer den
Grand Prix de Paris, das Doncaster St. Leger,
die Cesarewitsh Stakes, lief im Epsom-Derby
zweiter zu Bend Or und gewann allein als
Dreijähriger 18.647 Pfd. Sterl. Alsdann wurde
er für 8000 Guineas an Mr. Warning ver
kauft und kam darauf als Beschäler nach
Beeham Stud Farm. Grassmann.
Robinet J., gab 1777 ein Dictionnaire
d’Hippiatrique ou Traitö complet de la M<5-
decina des chevaux heraus. Semmer.
Robinia pseudacacia, falsche Akazie,
gemeine Robinie. Häufiger Zierbaum
unserer Anlagen (Leguminosae), deren Blätter
eine gute Laubstreu bilden, von den Thieren
gerne genommen werden und wegen ihres
Gerbstoffgehaltes auch als Diäteticum bei
Diarrhöen dienen. Vogel.
Robinin, C 25 H 30 0 18 , das in den Blüthen
von Robinia pseudacacia vorkommende
Glycosid, welches aus dem heissen wässerigen
Auszug der Blüthen durch Eindampfen, Ex-
trahiren des Syrups mit heissem Alkohol,
schliesslich durch Umkrystallisiren des alko
holischen Rückstandes aus Wasser in Form
feiner gelblicher Nadeln mit 5% Molecülen
Krystallwasser, welche bei 100° völlig ent
weichen, erhalten wird. Das Robinin ist
schwer löslich in kaltem Wasser, leicht in
heissem, wenig in kaltem Alkohol, leichter
in kochendem, gar nicht in Aether, leicht
dagegen in Alkalilaugen und Carbonaten.
Aus den Lösungen schlägt Bleiessig im Ueber-
schuss das Robinin mit gelber Farbe nieder.
Beim Kochen mit verdünnten Säuren zerfällt
es in Quercetin und einen nicht gährungs-
fähigenZucker.Es reducirt leicht Fehl!n g’sche
Lösung. Loebisch.
Roborantia (von roborare, stärken), sc.
remedia, stärkende Mittel. Die Mittel der Kräfti
gung und Wiede,he, Stellung, s. Tonica. Anr.
Robredo v. Villaroya 8., gab 1744 zu
Valencia heraus „Observaciones practicas de
Albeyteria“ mit Beschreibung der äusseren
Krankheiten der Thiere und einiger Opera
tionen. Semmer.
Roccella tinctoria. Erste Färber- oder
Lackmusflechte, Lichenee der Meeresufer,
welche wie die Roccella fuciformis, Lecanora
tartarea (Schweden) und Pertusaria communis
(Rhöngebirge) zur Bereitung von Lackmus
(Lacca musci) und Lackmuspapier dient
(s. Lackmus). Vogel.
Roccellsäure, C 17 H 32 0 4 , eine Flechten
säure; kommt neben Erythrinsäure in Roc
cella fuciformis vor. Man entzieht der
Flechte zunächst durch Behandeln mit Kalk
milch die Erythrinsäure, entfernt den Kalk
aus der Flechte mit heisser, verdünnter Salz
säure, erwärmt hierauf mit verdünnter Natron
lauge und fällt die alkalische Lösung mit
Salzsäure. Hiebei fällt ein grüner Nieder
schlag, der zur Zerstörung der grünen Sub
stanzen mit Chlorwasser behandelt und dann
aus Alkohol umkrystallisirt wird. Die Roccell
säure bildet weisse Nadeln, unlöslich in
Wasser, leicht in Alkohol, Aether, auch in
Alkalien löslich, die bei 132° schmelzen und

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