Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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diesem Geiste studirte Theorie ist die beste
Vorschule für die Uebung und Gewandtheit
in Geschäften und weiss sich im Nothfalle
auch neue Bahnen zu brechen. Vorzugsweise
versteht man im gewöhnlichen Leben unter
Routiniers Aerzte und Thierärzte, die auf die
angegebene Weise ihre Kunst anwenden. Der
Uebergang vom Routinier zum Charlatan ist
sehr gewöhnlich, und oft sind daher beide
Charaktere vereinigt. Ableitner.
Rowley-mile ist ein im Rennbetriebe Eng
lands, jedoch selten gebräuchliches Längen-
rnass. Die Rowley-mile beträgt 1 mile 17
yards und ist daher — 1624 8 m. Grassmann,
Rowlston, ein englischer Vollbluthengst,
Apfelschimmel, gezogen 1819 von Mr. Haworth,
v. Camillus a. d. Miss Zilia Teatzle a. d.
Zilia v. Eclipse, war Beschäler im Gestüt
des Dauphin von Frankreich zu Meudon. Gn.
Roxane, eine berühmte englische Voll
blutstute, v. Bald Galloway (v. St. Victors-
Barb a. e. Stute mit barbarischem Blut). Die
selbe wurde dem Godolphin, als dieser eigent
lich nur noch Probirhengst war und Lord
Godolphin’s vorzüglicher Beschäler Hobgoblin
dieselbe nicht belegen wollte, zugeführt. Aus
dieser Paarung entstand der als Wettrenner
so bedeutende Lath, der der Begründer von
Godolphin’s Ruhm wurde. Ein rechter Bruder
zu Lath war Cade. Zehn Tage nach der
Geburt des Cade, der nur ein mässiger Renner
war, ging Roxane ein. Dieser letzte Sohn der
berühmten Stute ist aber ein hervorragender
Zuchthengst gewesen. Einer seiner Söhne
war Matchem (s. d.), der in der englischen
Vollblutzucht zum Vertreter des Godolphin-
stammes geworden ist. Grassmann.
Royal mares, englisch, — königliche
Stuten, ist die Gesammtbezeichnung aller der
jenigen Stuten, die König Karl II. von Eng
land (1660—1685) um das Jahr 1680 neben
einigen Hengsten durch seinen Stallmeister
aus dem Orient einführen liess und die zu
Stammmüttern der englischen Vollblutpferde
geworden sind.Fast alle Vollblutpferdestammen
von ihnen ab, doch gibt es auch in England
Pferde, z. B. diejenigen des Sampsonbluts,
deren Abkunft nicht auf die royal mares zu
rückgeführt werden kann und die dennoch als
gleichberechtigtes Vollblut gelten, da sie aus
bereits früher eingeführten orientalischen
Pferden hervorgegangen sind. Grassmann.
Royal Mews, auch King’s Me WS, englisch,
— königliche Marställe (mew — Käfig, Ge
hege, Verwahrungsort, Platz, wo etwas ein
geschlossen ist). Grassmann.
Royo D. gab 1734 ein Werk über Thier
heilkunde heraus mit Berücksichtigung der
Krankheiten des Rindviehes und mit Beschrei
bung von Bluttransfusionen und Injectionen
der Arzneimittel in die Blutbahnen. Sr.
Rp., Rec., R., Recipe. Nimm, s. Receptir-
kunde.
R. St. ist in hippologischer Beziehung
die gebräuchliche Abkürzung für Rapp
stute. Grassmann.

Ru. Zeichen für Ruthenium. Anacker.
Rubefacientia (ruber,roth; facere, machen).
Hautröthende Arzneistoffe, Ableitungsmittel
leichteren Grades (Hyperämien), s. Hautreiz-
mittel. Vogel.
Rubiaceae, Krappgewächse, Kräuter,
Sträucher und Bäume, meist den wärmeren
Zonen angehörend, mit den Unterabtheilungen
Stellatae, Coffeae und Cinchoneae. Von Bedeu
tung sind hier der Chinabaum, s. Cinchona;
der Kaffeebaum, s. Coffea Arabien; die Brech
wurzel Cephaölis Ipecacuanha und die Weide
pflanze
Galium, Labkraut L. IV. 1, mit ihren
verschiedenen Arten, welche indess alle zu
den minderwerthigen Wiesenkräutern zählen,
durch welche bei reichlicher Vertretung der
Nährzustand der Thiere bald herabgeht, ohne
dass es jedoch erwiesen wäre, dass, wie be
hauptet wurde, Knochenbrüchigkeit u. dgl.
die Folge wäre. Erklärlich ist der geringe
Werth dieser Pflanzen hauptsächlich aus dem
Grunde, weil sie meist auf schlechtem, feuchtem
oder mangelhaft gedüngtem Boden vorkommen
und so wie Equisetum, Rumex und Carex etc.
viel Säuren aufnehmen; das gelbe Labkraut,
Galium verum, kann z. B. das saure Kälber
lab bei der Käsebereitung ersetzen. Ausser
dem ist das rundblätterige Labkraut, Galium
rotundifolium, auch dadurch schädlich,
dass es ähnlich der Stipa pennata, dem Igel
samen, den Spitzkletten u. s. w. bei Schafen
als sog. Haar- oder Wo 11 lause im Vliesse
hängen bleiben und dieses verdirbt. Die
weitere Rubiacee,
Rubia tinctorum, Krapp- oder
Färberröthe, ist in ihrer Wurzel nur ein
billiges, aber intensives Färbemittel, das beim
Verfüttern schliesslich sogar die Knochen
roth färbt. Endlich gehört bisher der bekannte,
vor seiner Blüthe den Maitrank liefernde
Waldmeister, Asperula odorata. Vogel.
Rubidium und dessen Salze. Das Ru
bidium, Rb., Atomgew. 85 2, zählt zu den Al
kalimetallen und ist ebenso wie das Caesium,
dem Kalium in seinen Eigenschaften sehr
ähnlich. In Gemeinschaft mit dem Caesium
und als Begleiter des Kaliums kommt das
Rubidium wohl sehr weit verbreitet, doch
stets in sehr geringen Mengen in der Natur
vor. Es wurde in den Salzsoolen von Dürck-
heim und Nauheim sowie in den Stassfurter
Abraumsalzen von Bunsen und Kirchhofs
1860 mit Hilfe der Spectralanalyse entdeckt.
Das Rubidium zeigt, wie der Name andeutet,
im Spectrum zwei rothe und zwei blaue charak
teristische Linien. Im Lepidolith und im
Lithionglimmer kommt es neben Lithium zu
Vs°/o vor, ausserdem in minimalen Mengen in
vielen Mineralquellen und Pflanzenaschen. Das
metallische Rubidium erhält man analog dem
Kalium durch Erhitzen eines Gemenges von
Rubidiumcarbonat und Kohlenpulver, wobei
das Rubidiummetall überdestillirt; auch durch
Elektrolyse des Rubidiumchlorides wird es
erhalten. Es ist ein silbenveisses, noch bei
— 10° weiches, bei -f- 38 5° schmelzendes

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