Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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RÜCKENKUMMET. — RÜCKENMARK.

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dass dieser aber auch für den Augenblick
vermögender als der Scbenkelgänger ge-
gen den Willen des Reiters zu wirken im
Stande ist. Gi'assmann.

Rückenkummet ist ein zur Beschirrung
des Zugpferdes gehöriger Theil, eine besondere
Art Kummet (s. d.), das nicht auf dem Halse,
sondern auf dem Rücken des Pferdes ruht.
Hier wird das Kummet (Fig. 1594), das von

Fig. 1594. Kückenkummet.

Rückenkummets näher dem Schwerpunkt des
Pferdes als beim gewöhnlichen Kummet liegt,
so tritt schon für die Tragung der Kummet-
last eine Kraftersparniss des Pferdes ein. Da
nun auch das Rückenkummet in sich beweg-
lich ist, so passt es sich den einzelnen Be-
wegungen des Pferdes an, und dies kann da-
durch unbehindert seine volle Kraft zur Be
wältigung der zu bewegenden Last eintreten
lassen. Ein Kahlscheuern der Mähne, wie dies
das gewöhnliche Kummet so oft verursacht,
kann bei Anwendung des Rückenkummets
nicht vorkommen, dasselbe ist dazu verstell-
bar und lässt sich daher dem Pferdekörper
zur Bewahrung vor Druckschäden leicht an-
passen. Grassmann.

Rückenmark, Medulla spinalis, ist das
nervöse Centralorgan des Rumpfes, welches
als solches eigene Impulse austheilen, wie
auch durch seine Leitungsbahnen die dem
Gehirn entstammenden Erregungen der Peri-
pherie des Rumpfes zuführen kann. Es bildet
einen langgezogenen, dorso-ventralwärts etwas
comprimirten Strang, welcher in der hinteren
Schädelgrube am caudalen Ende der Medulla

der Brust bis zum Rücken des Pferdes reicht,
an dem Sattel, bezw. dem Kammdeckel
(Fig. 1595) mit gewisser Beweglichkeit be-
festigt.

Die Vortheile, die das Rückenkummet
dem gewöhnlichen Kummet gegenüber bieten
soll, bestehen darin, dass es dem Pferd mehr
Schulterfreiheit gewährt als das gewöhnliche
Kummet, das mit seiner festen Auflage von
der Brust bis zum Halse diese beeinträchtigt.
Durch die Auslage auf dem Rücken des
Pferdes wird die ohnehin schwerere Vor-
hand erleichtert, und da der Ruhepunkt des

oblongata oder des Kopfmarkes beginnt und im
Kreuzbeincanal im Niveau des zweiten Kreuz-
wirbels in stumpfer Spitze sein Ende erreicht.
Wie es auf seinem Wege schon von Wirbel
zu Wirbel je ein Nervenpaar dem zugehörigen
Rumpfsegmente zusendet, so zergliedert es
sich im hinteren Theile der Bauch- und in
der Kreuzbeinwirbelsäule in eine sehr reiche
Menge von stärkeren und schwächeren Nerven-
stämmen, welche den Pferdeschweif,
Cauda equina, componiren und durch die
zugehörigen Intervertebrallöcher, die letzten
als N. coccygei (Fig. 1596) in der Zahl von

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