Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN671000284/639/
Körnerbedarf aus der Wirthschaft nicht ge
deckt wird. Das an diesem Fehlende wird
freihändig an gekauft.
Bezüglich der Verwaltung ist das Land
gestüt dem Finanzministerium unmittelbar
unterstellt und wird von einem Oberland
stallmeister selbständig geleitet. Das Personal
besteht aus 1 Stallcommissär, 1 Oberross
arzt, 1 Futtermeister, 26 Gestütsdienern,
8 Stallburschen, 4 Putzburschen und je nach
Bedarf aus mehreren Arbeitsleuten als Hilfs
wärter. Der Oberlandstallmeister, der Stall
commissär, der Oberrossarzt haben Wohnung
je in einem besonderen Hause des Hofes, der
Futtermeister und 23 Gestütswärter solche
in unmittelbarer Nähe desselben.
Für die Oekonomie ist ein besonderer,
in gewöhnlichem Vertragsverhältniss stehen
der Inspector vorhanden. Die für die land
wirtschaftlichen Verrichtungen erforderlichen
Leute sind theils Knechte, theils Taglöhner
oder freie Arbeiter. Für den Zugdienst wer
den eigene Gespanne Ackerpferde, bei 24
Köpfe, gehalten, doch werden auch zur Hilfe
leistung im leichteren Dienst die zu Zügen zu
sammengestellten Hengste herangezogen. Die
Mehrzahl der Hengste wird nur geritten. Die
Bewegung dieser dauert wochentäglich etwa
% Stunden und findet entweder auf dem
Hofe, auf den öffentlichen Wegen oder bei
schlechtem Wetter im Reithause statt.
Zum Gestüt gehört noch eine Mühle,
Holländerei, Schmiede, Fischerei und Schule.
Letztere nur für die Angehörigen des Ge
stütspersonals.
Redefin war in alter Zeit eine berüchtigte
Raubburg. Dieselbe wurde 1384 von Herzog
Albrecht zerstört. Die Geschichte des Gestüts
ist ziemlich unsicher, doch sollen die ersten
Einrichtungen eines solchen schon unter der
Regierung Johann Albrecht I. (in Schwerin
1882—1876) getroffen sein. Nach Angabe des
Oberland Stallmeisters v. Bülow in „H. Häver
nick, Beitrag zur vergleichenden Beurtheilung
der Pferdezuchtverhältnisse u. s. w. Die Pfer
dezucht in Mecklenburg“ soll hier schon „in
den ältesten Zeiten“ ein Znchtgestüt, ver
bunden mit einem Landgestüt, existirt haben.
Ebenso soll schon zu Anfang des XVII. Jahr
hunderts dem ersten Beamten, der dazu
mal auch immer Domanialpächter war, der
grösste Theil der anwesenden Landbeschäler
unter der Bedingung zur Benützung über
wiesen gewesen sein, die Stuten der Domanial
bauern decken zu lassen. Andere Hengste aus
Redefin wurden zur Deckzeit ins Land ver
theilt.
Zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts ist
Redefin, u. zw. in einem Rescript des Herzogs
Karl Leopold vom 19. August 1713 als
„Stutterey“ erwähnt. Nach dem Inhalt dieses
Rescripts dürften die v. Bülow’schen Angaben
ein Jahrhundert zu früh gesetzt sein. Levin
Otto Menck war damals Verwalter der Stu
terei. Derselbe gibt in einem Aktenstück Be
rechnung über gelieferte 12 Pferde, deren
Kosten er auf zusammen 67 Thaler 34 Schil
ling setzt.

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66