Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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ment bleibt der Besitzer, welcher das Pferd
für ein Rennen nannte, zur Zahlung des Reu
geldes verpflichtet, doch kann dieser ein-
tretenfalls den Namen des Käufers auf die
Reugeldliste setzen und ist dann der Käufer
als Abgeber der ursprünglichen Unterschrift
anzusehen und hat dieser daher die weiteren
Folgen zu tragen. Grassmann,
Rhagaden, von pdpa$, der Riss; gleich
viel wie Risse oder Schrunden, z. B. bei Mauke,
bei ulcerösen Schrunden der Afterumgebung
(Hunde). Ihre Behandlung besteht in der
Anwendung von Bleitanninglycerin (Bleiessig 1,
Tannin 2, Glycerin 100) oder von Aq.
Goulardi. Berdez.
Rhinorhagia, von p:v, die Nase, und papirj,
der Riss; so viel wie heftiges Nasenbluten
(Haemorhagia narium), während die Epistaxis
nur ein tropfenweises Bluten aus der Nase
bedeutet. Die Rhinorhagia tritt meistens nach
traumatischen Einwirkungen, wie: Verletzung
der Düten, des Schwellkörpers der Nase, des
Labyrinthes (Siebbeinzellen) auf. Die Be
handlung besteht in Verstopfendes betreffenden
Nasenloches, Einspritzen von Alaun oder Eisen-
sesquichlorürlösung, kalten Wassers etc. Bz.
Rhizopoden, Rhizopoda, Wurzel-
füssler. Erste Ordnung der Schleimthiere,
Sarcodina, der niedrigsten Classe der Ur-
thiere oderProtozoa und des Thierreiches
überhaupt.
Der Körper der Rhizopoden besteht aus
einem Protoplasmaklümpchen von schleimiger
Consistenz und ziemlich homogener Beschaffen
heit, nur bei den süsswasserbewohnenden Arten
lässt sich eine äussere zähflüssigere und
dichtere Protoplasmaschicht von einer inneren
schaumigen Centralmasse unterscheiden.
Ein Kern ist bei den meisten Rhizopo
den nachgewiesen, bei vielen kommen con-
tractile Vacuolen (Excretionsblasen) vor. Die
Bewegung und Nahrungsaufnahme geschieht
durch Pseudopodien, d. h. je nach den Arten
sehr verschieden gestaltete Körperfortsätze,
die sich an jeder Stelle durch einseitige Aus
dehnung des Protoplasmas bilden können und
bald lappenartig, bald fadenartig, bald baum
förmig verzweigt erscheinen, wobei die Aeste
der benachbarten Pseudopodien entweder zu
sammen verschmelzen können und so ein
Netz herstellen oder stets von einander ge
trennt bleiben. Viele Rhizopoden haben die
Fähigkeit, äussere Hüllen und Panzer in
Form von Schalen auszuscheiden. Das Ma
terial derselben besteht bald aus einer hor
nigen, resp. chitinösen Substanz, bald aus
kohlensaurem Kalk, bald aus Fremdkörpern,
Sandkörnern, Theilen von Spongiennadeln etc.,
die durch einen chitinösen Kitt zusammen
verbunden werden.
Die Form dieser Gehäuse ist äusserst
mannigfaltig, krug-, schirm-, mützen-, düten-
oder trichterförmig, in letzteren Fällen ent
weder gerade oder spiral aufgerollt, hier
wieder bald in einer Ebene, bald in auf
steigender Spirale, bald unregelmässig wie
verknäuelt. Dabei zeigen die Schalen durch
successive Einschnürungen oft eine Sonde

rung in hintereinanderliegende Kammern, die
den verschiedenen Wachsthumsstadien des
Thieres entsprechen. Hier spricht man von
polythalamen Gehäusen.
Die Schale zeigt ferner bald nur eine -
Oeffhung zum Durchtritt der Pseudopodien,
bald ist ihre Wand von zahlreichen Poren
durchbohrt, durch welche die Pseudopodien
treten. Solche Gehäuse bedingen den Namen
der Foraminifera. Die Fortpflanzung der
Rhizopoden geschieht bald durch directe
Theilung, bald durch Theilung nach erfolgter
Einkapselung.
Die Rhizopoden leben grösstenteils im
Meere, und hier sind es namentlich Kalkge
häuse tragende Formen, welche geologisch
dadurch von Bedeutung sind, dass die Scha
len der massenhaft an der Oberfläche schwim
menden Geschöpfe nach dem Ableben des
Thieres in die 'liefe sinken und dort sich
anhäufend, den kreideartigen Schlamm bilden,
welcher einen grossen Theil des Bodens des
Oceans bedeckt. Schalen ähnlicher Thiere
bilden den Hauptbestandtheil der weissen
Schreibkreide, für welche eine ähnliche Ent
stehung angenommen werden darf. Eine ge
ringere Anzahl Rhizopoden lebt in süssem
Wasser, es sind entweder nackte Formen,
sog. Amöben oder solche mit einfachen
Chitinschalen oder Gehäusen aus verkitteten
Sandkörnern. Sogar auf feuchtem Boden,
ausserhalb des Wassers kommen Rhizopoden
vor, Arnoeba terricola. Auch als Parasiten
werden Rhizopoden beobachtet. So lebt
Arnoeba coli Loesch im Darm des Men
schen, ebenso Amoeba intestinalis R. Bl.,
Arnoeba vaginalis Bälz in der Blase
und Scheide beim Weibe, Arnoeba buc-
calis Steinb. im Zahnstein des Menschen.
Ausserdem wurden ähnliche Parasiten
bei verschiedenen Thieren, theils im Darm,
theils in anderen Organen beobachtet.
Bütschli theilt die Ordnung der Rhizo
poden in folgende Unterordnungen:
I. Amoebaea. Nackte Rhizopoden.
Diese zerfallen in
a) Lobosa mit lappenförmigen Pseudo
podien;
b) Reticulosa mit netzbildenden, ver
zweigten Pseudopodien.
II. Testacea, beschälte Rhizopoden.
a) Imperforata mit soliden Schalenwan
dungen;
b) Perforata mit von Poren durchbohrten
Schalenwandungen. Sluder.
Ricke, auch, jedoch seltener, Rieke, ist
die weidmännische Bezeichnung des weib
lichen Rehs, nachdem dasselbe Junge be
kommen hat (s. Schmalreh). Grassmann.
Riegeln nennt man in der Reitkunst das
Hin- und Herbewegen des Zaummundstückes
(des Trensengebisses) im Maule des Pferdes
von einer Seite zur anderen durch lebhaftes
wechselweises Anziehen der Zügel. Es be
zweckt, ein Pferd, das den Kopf zu tief hält,
zum Erheben desselben zu veranlassen, oder
wenn es sich überzäumt hat, zum Vornehmen
der Nase zu bewegen. Das Riegeln muss in der

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