Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Kohlenstoffatome miteinander zusammenhän
gen. Diese Anschauung findet in der beifol
genden Constitutionsformel ihren Ausdruck:

HC == CH HC = l = CH
“OO
HC C\ c _ c /C CH
1 ' i I Loebisch.

Phengophobia (von 'fey/o?, Licht; pdß05,
Scheu), die Glanz- oder Lichtscheu. Anacker.
Phenilsäure, s. Phenol.
Phenochinon, C 18 H 10 0 4 . Eine Verbin
dung von 1 Molecul Chinon (s. d.) und 2 Mo-
leculen Phenol. Entsteht bei der directen
Vereinigung von Phenol mit Chinon, auch
beim Kochen von Phenol mit einer Lösung
von Chromsäure; bildet schön rothe Nadeln
mit grünem Reflex, sehr flüchtig, vom Schmelz
punkt 71°, löslich in kaltem Wasser, leichter
löslich in Alkohol und Aether. Mit Brom
entsteht Dibromphenol, mit schwefliger Säure
Hydrochinon. Die rothen Krystalle färben
sich auf Zusatz von Kalilauge blau. Lh.
Phenocyanin (Phenolblau), eine in ihrer
Zusammensetzung noch nicht festgestellte
Verbindung C G H, NO oder C 6 H 7 N0 2 , welche
bei der Einwirkung von Luft (Sauerstoff),
auf ein Gemenge von Phenol und Ammoniak
entsteht; dunkelblaue Masse mit kupferrothem
Reflex, unlöslich in Wasser, löslich in Alkohol,
Benzol und Ammoniak, schmelzbar, theil-
weise flüchtig und wird mit Säuren roth, in
saurer Lösung durch Zink entfärbt, an der
Luft nach Zusatz von Ammoniak wieder
blau. Loebisch.
Phenol, s. Carbolsäure.
Phenole, zu diesen zählt man alle jene
aromatischen Verbindungen, welche sich vom
Benzol und den homologen Kohlenwasser
stoffen desselben in der Weise ableiten, dass
im Benzolkern ein oder mehrere Atome H
durch die Hydroxylgruppe ersetzt sind. Wird
im Benzol C 6 H 6 , 1 Atom Wasserstoff durch
OH ersetzt, dann entsteht C 6 H 5 . OH, das
eigentliche Phenol, welches den übrigen
Hydroxylverbindungen der Benzolreihe den
Namen gegeben hat. Werden im Benzol
Atome H durch OH ersetzt, dann entstehen die
isomeren C„ H 4 Oxyphenole, auch Dioxy-
benzole genannt, wird ein drittes Atom H
durch OH ersetzt, dann gelangt man zu
den isomeren Verbindungen der Formel
OH
C 0 H 3 OH,denTrioxybenzolen oderDioxypheno-
OH
len. Nach der Theorie sollten sämmtliche
6 Atome Wasserstoff des Benzols durch OH
ersetzbar sein, so dass schliesslich C e (OH)„
entstünde, doch ist es bisher nicht gelungen,
diese Verbindung künstlich darzustellen.
Die Phenole entsprechen nach ihrer Ent
stehung den Alkoholen der Fettsäurereihe,
doch zeigen sie in ihrem chemischen Charakter
manche Abweichungen von diesen. Während
in dem Alkohol der Fettsäurereihe der Wasser

stoff des Hydroxyls leicht durch Metall er
setzbar ist, wobei stabile krystallinische Ver
bindungen entstehen, wie z. B. das aus
Aethylalkohol entstehende Natriumäthylat,
C.Hj.ONa, gelingt diese Reaction bei den
Phenolen keineswegs, hingegen lässt sich
dieser H durch Alkohol- und Säureradicale
ersetzen, wodurch den Aethern und Estern
der Alkohole analoge Verbindungen entstehen.
Auch liefern die Phenole bei der Oxydation
keineswegs ähnlich den Alkoholen Aldehyde
und die diesen entsprechende Säuren. Ferner
verhalten sich die Phenole wie schwache
Säuren (s. auch Alkohole).
Die Phenole entstehen bei der trockenen
Destillation der Steinkohlen, des Holzes,
mancher Harze. Synthetisch erhält man sie,
indem man die aromatischen Kohlenwasser
stoffe in Sulfonsäuren überführt und die
Kaliumsalze dieser mit Aetzkali schmilzt.
Hiebei entstehen schwefligsaures Kalium und
die Kaliumverbindung des Phenols, aus wel
cher das Phenol durch Säure abgeschieden
werden kann. Loebisch.
Phenolseide. Carbolisirte Seide. Näh
seidestränge werden eine % Stunde lang in
5% igem Carbolwasser gekocht und dann in
letzterem aufbewahrt. Eine andere Art der
Bereitung von Phenolseide für chirurgische
Zwecke besteht darin, dass die Seidenstränge
in einer Mischung von 1 Carbol mit 10 Wachs,
das zuerst erhitzt wurde, liegen und auch
darin aufbewahrt bleiben. Man legt sich
davon so viele aseptische Fäden zusammen,
als für den Einzelfall erforderlich sind. An
dere Bereitungsweisen zeigen nur unwesent
liche Abänderungen. Vogel.
Phenolum. Phenol oder Phenylsäure,
gleichbedeutend mit Carbol oder krystallisirter
Carbolsäure. 8. Acidum carbolicum (Phenyl
oxydhydrat). Vogel.
Phenomenon war ein englisches Renn
pferd, das keine Ansprüche darauf machen
konnte, reines Vollblut zu sein, sich aber
dennoch sowohl auf der Rennbahn wie als
Beschäler einen guten Namen erworben hat.
Dieser Hengst deckte eine grössere Anzahl
englischer Stuten, welche Fohlen zur Welt
brachten, die später als Sieger aus grossen
Rennen hervorgingen. Freytag.
Phenylwasserstoff. Das Benzin des Stein-
kohlentheers (Benzol. Benzinum lithan-
thracinum). Seine Wirkungen s. Benzinum.
Pherea (von irspa, Tasche, Beutel), An
schwellung der Ohrspeicheldrüse. Anacker.
Pheugydron (von ®-üyiv, fliehen; 53u>p,
Wasser), die Wasserscheu. Anacker.
Philadelphus (von s:v, lieben; «os/.tpo;,
Bruder), der Pfeifenstrauch. Anacker.
Philippus (von ®tho?, Freund; Tjuito;,
Pferd), der Pferdefreund, der Reiter. Anr.
Phillipsit, Kalkkreuzstein, ein Aluminium
silicat, welches überdies Calcium und Ka
enthält, findet sich in Drusen vulcanischer
Gesteine, rhombisch in Säulen aufgewachsen,
farblos, grau, röthlich, durchsichtig biskanten
durchscheinend. Härte 4.8. Fundorte: Anne-
rode bei Giessen, Habichtswald bei Cassel,

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