Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Thierarztes ist hiebei die Feststellung der
Einschleppung und der Nachweis, ob und
wie lange vor dem Kauf die Pocken bei dem
angekauften Schaf zum Ausbruch gekommen.
Hiebei sind die einzelnen Stadien der Pocken
krankheit massgebend. Bei bereits abge
blassten Narben muss der Beginn der Krank
heit auf mindestens l 1 /,—2 Monate zurück-
datirt werden.
Die Gewährszeit für die Schafpocken
beträgt:
8 Tage in Preussen, Kurhessen, Hessen-
Homburg, Frankfurt a. M., Grossherzogthum
Hessen, Waldeck und Oesterreich.
9 Tage in Frankreich und Elsass-Loth-
ringen.
10 Tage im Königreich Sachsen.
14 Tage im Cantou Thurgau und in
Belgien.
31 Tage im Canton Schaffhausen.
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Schafräude, Krätze, Schäbe, Scabies,
limpci, franz.: gsle; ital.: rogna scabbia; engl.:
scab mange, sheep-pox; span.: sarna; Ungar.:
rüh; russ.: Tsehesotka, eine parasitäre, vor
zugsweise durch die Räudemilbe, Dermatocop-
tes communis (Psoroptes oder Dermatodectes),
seltener durch Sarcoptes squamiferus, Sar-
coptes communis und Dermatophagus oder
Symbiotes verursachte Hautaffection, die sich
durch Bildung von Knötchen, Bläschen, Schor
fen, Schrunden, Hautverdickungen, Ausfallen
der Wolle und starken Juckreiz auszeichnet
und sich in Schaf heerden durch Uebertragung
der Parasiten von Schaf zu Schaf schnell
verbreitet.
Historisches. Die Schafräude gehört
zu den ältesten bekannten Schafkrankheiten.
Bereits Moses erwähnt der Schafräude und
verbietet das Opfern räudekranker Schafe.
Ebenso war die Schafräude den Griechen und
Römern sehr wohl bekannt, Aristoteles ent
deckte bereits die Räudemilben, und Colu-
mella empfiehlt die äusserliche Anwendung
von Schwefel, Theer, Nieswurz etc., während
Vegetius eine innerliche Behandlung vorzieht.
Nach Livius soll die Räude im V. Jahrhun
dert v. Chr. grosse Verheerungen im römi
schen Reich angerichtet haben, und Celsus
schreibt über die Behandlung der Krätze
bei Menschen und Thieren.
Der Araber Ben Sohr oder d’Avenzoar
(1070—1162) in Spanien spricht von einem
sehr kleinen Thierchen, das bei der Räude
zum Vorschein kommt, wenn man die Epi
dermisschuppen abhebt, und das vom Volke
Soab genannt wird. Aber auch im Norden
waren die Räudemilben dem Volke schon im
Mittelalter bekannt, wie aus der Chronik der
heiligen Hildegard (1099—1179), Aebtissin
eines Klosters bei Bingen, hervorgeht. Die
Nonnen behandelten die Krätze durch Auf
suchen und Entfernen der Krätzmilben mit
feinen Nadeln. Hildegard empfiehlt gegen

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