Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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mensetzung C 3 H t (?), das ebenfalls in Utznach,
sodann auch in Redwitz am Fichtelgebirge ge
funden wurde, hat man Könleinit genannt. Bs.
Scheibeier F. F. M. gab 1795 in Han
nover in zwei Bänden ein Sammlung von Ab
handlungen über Thierkrankheiten heraus. Sr.
Scheibenpilze, Schlauchpilze, s. Asco-
mycetes.
Scheib’s Patenthufeisen mit auswechsel
baren Stollen und Griff. Griff und Stollen
zapfen sind vierkantig, dieser quadratisch und
jener rechteckig, in ihrer Länge der Dicke
des Eisens entsprechend und von gleicher
Stärke. Der Stollenkopf zeigt folgende [_ Form,
braucht demnach nicht geschärft zu werden.
Gegen das Verlieren ist ein feiner, in einer
schmalen, spaltartigen Vertiefung liegender
Draht vorhanden, welcher mit einem Ende in
ein in genannter Vertiefung befindliches
Loch einhakt und dessen anderes Ende ein
wenig nach der Huffläche des Eisens um
gebogen und in eine kleine,"kurze Vertiefung
eingelegt wird. Stollen und Griffe können
nur schwierig ausgewechselt werden und sind
deshalb unpraktisch. Lungwitz.
Scheide. (Anatomie.) Die Scheide (Va
gina) ist ein sehr dehnbarer, häutiger Canal,
welcher bei den weiblichen Säugethieren
während der Begattung das männliche Glied
aufnimmt und von den im Uterus reif geworde
nen Früchten beim Gebäract passirt wird. Sie
verläuft von der Scham — der in dieselbe
führenden äusseren Oeffnung — wagerecht
unter dem Mastdarm, über der Harnröhre
und Harnblase nach vorne bis zum Gebär
mutterhalse und ist mit den benachbarten
Theilen durch reichliches, lockeres Binde
gewebe, nahe dem vorderen Ende auch durch
das Bauchfell verbunden. Man unterscheidet
den Vorhof der Scheide und die eigentliche
Scheide (Fig. 1725 Sv und Sch).
Beide soeben genannten Abtheilungen
haben bei dem Pferde etwa 30cm Länge. Der
Vorhof der Scheide (vestibulum vaginae),
Scheidenhof, Scheideneingang (Fig. 1725 Sv)
ist der hintere Abschnitt des Scheidencanals
und reicht von den Schamlippen (Fig. 1725 81)
bis zur Einmündung der Harnröhre (Fig. 1725 H),
wo dieselbe von der eigentlichen Scheide
durch eine querliegende Schleimhautfalte —
Scheidenklappe (valvula vaginalis s. hy-
men h), Fig. 1725 Sk — abgegrenzt wird.
Diese Falte macht sich bei jungen Thieren,
welche sich noch nicht begattet haben, deut
licher als bei älteren und in allen Fällen
am stärksten an der unteren Scheidenwand
bemerklich, von wo sie sich bald schwächer
werdend nach den Seitenwänden des Canals
hinzieht. Der Scheidenvorhof besteht aus
einer mit geschichtetem Pflasterepithel be
deckten und wenige Falten bildenden
Schleimhaut und den nach aussen von der
selben liegenden Muskeln, dem Schnürer der
Scham und des Scheidenhofes, Harnröhren
scheidenmuskel (s. Muskeln der Geschlechts
organe). In der Schleimhaut finden sich drü
sige Gebilde in Form tubulöser Einstül
pungen, welche sich zu zwei Gruppen an

ordnen (Fig. 1725 D). Eine der letzteren
besteht aus kleineren Schläuchen, deren dem
blossen Auge kaum sichtbare Oeffnungen
zwei nach der Harnröhrenmündung conver-
girende Reihen bilden. Die zweite Gruppe
wird aus 8—10 tieferen und weiteren Schläu
chen zusammengesetzt, welche mit deutlichen
Papillen nahe der Mittellinie auf der oberen
Wand des Scheidenvorhofes ausmünden. In
der Tiefe der Einstülpungen münden secun-
däre, sich häufig noch weiter verästelnde
Schläuche ein. Abgesehen von diesen Schläu
chen ist die Schleimhaut des Scheidenvor
hofes drüsenlos. An der unteren Wand
des letzteren mündet die Harnröhre aus
(Fig. 1725 H), neben dieser Oeffnung finden
sich — jedoch bei der Stute sehr selten
— die Oeffnungen der Gartner’schen oder
Scheidengänge (siehe Gartner’sche Gänge
unter Gebärmutter Fig. 592 Gg Gg').
Etwa 5—6 cm vor der Schamspalte liegt
rechts und links auf dem Schnürer der Scham
und des Scheidenvorhofes, bedeckt von Fa
sern dieses Muskels und von einer bindege
webigen Membran, ein etwa 7—8 cm langes
und 2 % cm breites, länglich-ovales, caver-
nöses Venengeflecht, welches sich von oben
und hinten nach unten und vorne bis in die
Nähe des Kitzlers hinzieht und als Schwell
körper des Scheidenvorhofes (Corpus
cavernosum vestibuli) bezeichnet wird. Es
entspricht dem schwammigen Körper der
Harnröhre bei den männlichen Thieren, über
die äussere Fläche des Schwellkörpers ver
läuft ein Ast der inneren Schamarterie, wel
cher Zweige auch in das Innere des Schwell
körpers sendet.
Die eigentliche Scheide(Fig.l725Sch)
ist der vordere Theil des Begattungscanals
und fast noch einmal so lang wie der Vor
hof. Dieselbe wird nur nahe dem vorderen
Ende, welches die hier hineinragende Schei
denportion der Gebärmutter (Fig. 1725 Sp)
gewölbartig umfasst, an einer beschränkten
Stelle der oberen Wand von dem Bauchfell
überzogen und besteht im Uebrigen aus
einer inneren Schleimhaut und einer nach
aussen auf dieselbe folgenden Muskelhaut;
beide Häute sind ziemlich fest mit einander
verbunden. Die Schleimhaut bildet zahl
reiche Längs- und wenig Querfalten, trägt
ein geschichtetes Pflasterepithel, ist drüsenlos
und hat eine blässere Farbe als die des Schei
denvorhofs. Die aus in einander gewebten
Längs- und Kreisfasern bestehende Muskel
haut ist gelblich, gegen das hintere Ende
blassröthlich gefärbt und sehr reich an
elastischen Fasern, welche der Scheide eine
grosse Ausdehnungsfähigkeit verleihen. An
der äusseren Fläche findet sich eine Schicht
von zähem Bindegewebe, in welchem zahl
reiche Venennetze verlaufen.
Die Scheide erhält Blut von der inneren
Schamarterie und von der Verstopfungs
arterie, ihre Venen münden in die gleichna
migen Venenstämme, die Lymphgefässe in die
Beckendrüsen; die Nerven stammen von dem
Becken- und vom Kreuzgeflechte.

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