Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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278 SCHLUPFVORRICHTUNGEN ZUR SCHWEINEAUFZUCHT. — SCHMELZEN.

Schlupfvorrichtungen zur Schweineaus
zucht, s. Schweinestallungen unter Sali.
Schmackhaftigkeit des Futters. Damit
das den Thieren gegebene Futter den ge
wünschten Effect hervorrufe, muss es den
selben auch munden. Es muss einen guten
Geschmack und einen guten Geruch haben,
Eigenschaften, die durch gewisse Nebenbe-
standtheile bedingt werden, welche man als
Reizstoffe (s. d.) bezeichnen kann. Futter
mittel, die schlecht riechen, schmecken den
Thieren in der Regel auch nicht, ja werden
oft überhaupt nicht gefressen. Futtermittel,
die den Thieren in ihrer natürlichen Be
schaffenheit nicht zusagen, müssen durch
eine entsprechende Zubereitung schmack
hafter gemacht werden, was in erster Linie
durch Vermischung mit anderen schmack
haften Futtermitteln oder auch durch Aus
laugen, Bebrühen, Kochen und Dämpfen ge
schieht. Durch Auslaugen entfernt man z. B.
gewisse bittere Extractivstoffe, so bei den
Lupinen (s. d.) und bei den Rosskastanien
(s. d.). Durch Kochen und Dämpfen treibt
man zugleich gewisse flüchtige Stoffe aus,
welche den Futtermitteln nicht bloss einen,
den Thieren unangenehmen Geruch und Ge
schmack zu verleihen scheinen, sondern auch
auf den thierischen Stoffwechsel ungünstig
einwirken. Bei manchen Heusorten von
sauren Wiesen sind es besonders gewisse
unangenehm riechende flüchtige Oele, welche
nicht bloss einen deprimirenden Einfluss auf
die Fresslust, sondern auch auf die Ver
daulichkeit äussern. Saures Heu kann des
halb häufig durch Dämpfen — wodurch der
grösste Theil der unangenehm riechenden
aromatischen Stoffe verflüchtigt wird —
schmackhafter und auch leichter verdaulich
gemacht werden, während durch Dämpfen
guten Wiesenheues in der Regel keine höhere
Verdaulichkeit desselben erzielt wird (s. auch
unter Futterzubereitung). Pott.
Schmalbock ist in der Waidmannssprache
gleichbedeutend mit Spiesser (s. d.). Gn.
Schmalreh ist die weidmännische Be
zeichnung für das weibliche Reh, nach dem
ersten Herbst (bis dahin heisst es Kitz, auch
Kalb) bis zu der Zeit, in welcher es setzt,
d. h. Junge bekommt. Grassmann.
Schmalschwänzige Schafe kommen in
den verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas
und Europas vor und werden von Wilckens
in zwei Gruppen untergebracht: i. kurz-
schwänzige Schafe mit haariger und 2. solche
mit wolliger Bekleidung.
Zur ersten Gruppe der schmalschwän-
zigen Schafe mit haariger Bekleidung gehören
die Etbaischafe (Ovis aries jubata) in der
Kubischen Bischarin-Wüste, am weissen Nil,
in West-Centralafrika, in den Gebieten des
Senegal und von Guinea, und ferner auch
die Dinka- und Mähnenschafe am linken Ufer
des weissen Nils bis zur Einmündung des
Gazellenflusses. Ebenso gehören hieher die
hochbeinigen Schafe in Westafrika, von Fezzan
ab durch Senegambien, bis nach Ober- und Nie-
der-Guinea. Schmalschwänzige Schafrassen mit

wolliger Bekleidung gibt es in zahlreicher
Menge und viele derselben kommen in Europa
als geschätzte Hausthiere vor.
Bohm unterscheidet drei Abtheilungen
derselben:
1. Abtheilung umfasst die Rassen, deren
Vliess aus Grannenhaar besteht und durch
Flaum untermischt ist.
2. Abtheilung: Schafe, deren Bekleidung
nur aus Grannenhaar besteht.
3. Abtheilung: Schafe, welche ein Vliess
tragen, welches aus markfreiem, gekräuseltem
oder schön gewelltem Wollhaar besteht (siehe
Schaf). Frey tag.
Schmalz, s. Butterschmalz, Fette und
Adeps suillus.
Schmalz F, Dr., russischer Hofrath und
Professor der Oekonomie und Technologie
in Dorpat, gab 1832 eine Thierveredlungs
kunde mit 28 lithographischen Zeichnungen,
sowie 1825 eine Anleitung zur Zucht edler
Schafe heraus. Ableitner.
Schmalzbereitung, s. Butterschmalz.
Schmalzblume, s. Caltha palustris.
Schmarotzer, s. Parasiten und Parasi
tismus.
Schmarotzerkrankheiten. Zu ihnen ge
hören die meisten Hautausschläge und die
durch Eingeweidewürmer, Blasenwürmer,
Milben, Trichinen, Ungeziefer, Saug- und
Rundwürmer, Vibrionen, Bauteilen, Bacillen.
Pilze, Maden und Larven der Fliegen und
Bremsen etc. hervorgerufenen Krankheiten,
welche Parasiten dadurch, dass sie von den
Säften ihres Wirthes leben, öfter auch gewisse
Giftstoffe erzeugen und die Gewebe wichtiger
Organe zerstören, Abzehrung, Siechthum und
den Tod herbeiführen. Anacker.
Schmarotzerpflanzen, s. Parasiten (bo
tanisch).
Schmarotzertilgende Mittel, s, Antipara-
sitica.
Schmeckbecher, s. Geschmacksorgane.
Schmecken, s. Geschmacksorgane.
Schmeissen, bei Raubvögeln Kothaus
werfen. Ableitner.
Schmelz, s. Dentes.
Schmelzen ist der Uebergang eines festen
Körpers in den flüssigen Zustand nach Zu
führ einer bestimmten Wärmemenge. Im All
gemeinen können alle festen Körper, mit
Ausnahme der Kohle, geschmolzen werden,
sobald ihnen die nöthige Wärme, ohne dass
sie sich chemisch ändern, zugeführt wird.
Die einem festen Körper zugeführte Wärme
erzeugt zunächst eine Ausdehnung desselben
und eine Temperaturerhöhung; nach Errei
chung einer für jeden Körper bestimmten
Temperatur (Schmelzpunkt) geht er vom
festen in den flüssigen Aggregationszustand
über, er schmilzt. Während des Schmelzens
vermag die zugeführte Wärme die Temperatur
des Körpers nicht mehr zu erhöben, sie wird
vollständig zur Leistung einer Arbeit, zur
Trennung der kleinsten Theilchen und Ueber-
führung derselben in die neue Aggregations
form verwendet, verschwindet daher für das
Thermometer und die Empfindung vollständig

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